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Das Krisenteam in einer Sitzung im Landratsamt. 

Corona-Pandemie 2020

Krisenstab im Landratsamt Ebersberg: So arbeitet das Corona-Team

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Experten des Krisenstabs kommen jeden Tag im Landratsamt zusammen. Wie arbeitet das Krisenteam? Wir geben einen Einblick in deren Arbeit.

Landkreis – Täglich um 8.30 Uhr kommt derzeit der Krisenstab wegen der Corona-Pandemie im Landratsamt zusammen. Etwa eineinhalb Stunden dauert die morgendliche Besprechung. Um 17 Uhr gibt es eine zweite Zusammenkunft.

Corona-Krisenstab: Am Freitag bereits neuntes Gespräch

Am Freitag war das neunte Krisengespräch anberaumt. Aktuelles Thema: Über welche Quellen kann Rohalkohol besorgt werden, damit Apotheker Desinfektionsmittel herstellen können? Und es ging um die Frage, was passiert mit älteren Menschen aus Senioreneinrichtung, die positiv getestet wurden, aber nicht erkrankt sind. Sie dürfen nicht in die Heime zurück, in der Kreisklinik können sie aber nicht bleiben.

„Den Fall haben wir bisher noch nicht“, sagt Brigitte Keller, Abteilungsleiterin im Landratsamt. Man müsse aber darauf vorbereitet sein.

Über das Militär werde zunächst die Versorgung mit medizinischem Material sichergestellt

Mitglieder des Gremiums sind neben Vertretern des Landratsamtes Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk oder Bundeswehr. Über das Militär werde zunächst die Versorgung mit medizinischem Material sichergestellt, so Keller. Wichtige Aufgabe der Versorgung werde das THW übernehmen.

Im inzwischen ausgerufenen Katastrophenfall würden andere Regelungen in den Hintergrund treten, sagt Landrat Robert Niedergesäß. Genutzt werden könne zur Unterbringung von Betroffenen das vom Landkreis erworbene Gebäude der Kreissparkasse. „Brandschutzmängel spielen dabei jetzt keine Rolle.“ 

Wenn Helfer Nahrungsmittel auslieferten, könne man auf sonst übliche Gesundheitszeugnisse verzichten. Wichtig sei, so Niedergesäß, dass sehr schnell eine Telefonhotline für Bürger aufgebaut worden sei. Dort würden Fragen der Anrufer beantwortet, soweit das möglich sei. 

Nach Katastrophenfall: Regeln werden gelockert

In der kommenden Woche werde das Team durch pädagogisch geschultes Personal aus dem Landratsamt verstärkt. Auch andere Regeln wurden gelockert, beispielsweise beim Datenschutz. Bisher durften nur Ärzte im Gesundheitsamt bestimmte Patientenunterlagen sehen. Diese dürfen jetzt auch weitere Beschäftigte in der Behörde bearbeiten, um den Ärzten den Freiraum für andere wichtige Aufgaben zu geben. 

Zudem hat der Landkreis zwei weitere Mediziner für das Gesundheitsamt eingestellt, zunächst auf eigene Kosten, obwohl das eine staatliche Aufgabe wäre. „Wir machen das alles, weil es auf uns ankommt. Die Bürger im Landkreis haben es verdient.“

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