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Elektrofahrräder sind im Trend. Dazu müssen aber die Radwege im Landkreis ertüchtigt werden.

Weniger Emissionen – aber kritische Stimmen zur Flächenversiegelung durch neue Radwege

E-Bike-Boom verändert Individualverkehr im Landkreis

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Werden die Elektrofahrräder den Individualverkehr im Landkreis verändern? Zu denjenigen, die das glauben, gehört der Bayerische Gemeindetag.

Landkreis –  Beim Gemeindetag ist die Begeisterung über die Entwicklung nicht ganz ungetrübt. Denn auch ein neuer Radweg gehe einher mit Bodenversiegelung, wird zu bedenken gegeben.

Die Kreisverkehrswacht hat dem Aufschwung der Elektrofahrräder als beliebtes Verkehrsmittel bereits erstmals Rechnung getragen. Vor Kurzem wurde ein Fahrertraining für Pedelecs durchgeführt – eine Premiere.

Training für E-Bike-Fahrer

Gegenstand des Trainings waren Neuerungen des Verkehrsrechts, aber auch allgemeine Hinweise zum Verhalten im Straßenverkehr und viele Hinweise über die Besonderheiten, die beim Kauf und beim Fahren eines Pedelecs zu beachten sind.

„Es ist gut und richtig, dass der Freistaat Bayern mehr Radschnellwege bauen will. Die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger ist dank E-Bikes deutlich gestiegen und es werden immer längere Strecken zurückgelegt“, stellt Uwe Brandl, Präsident des Gemeindetags fest. Gerade in den ländlichen Regionen habe das Fahrrad, neben den Autos, „einen hohen Stellenwert.“

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Nur fünf Hektar pro Tag

Es sei erfreulich, so der Gemeindetag, dass die Staatsregierung des E-Bike-Boom erkannt habe, und mit einem Ausbau der Fahrradwege entlang von Bundes- und Staatsstraßen darauf reagieren wolle. „Wir unterstützen dies nachdrücklich“, so Brandl. „Interessant wird es allerdings sein zu erfahren, wie die Staatsregierung die mit dem Bau der Radwege zwangsläufig verbundene Versiegelung der Landschaft mit dem von ihr selbst propagierten maximalen Flächenverbrauchsziel von fünf Hektar pro Tag in Einklang bringen will“, so der Gemeindetagsvorsitzende.

Manchmal hilft ein Kompromiss

Die Grafinger Stadträte kennen das Problem aus der Innenschau. Die Ertüchtigung eines Radweges vom Kindergarten St. Elisabeth nach Grafing-Bahnhof lief etwas holperig und nahm Zeit in Anspruch, und zwar nicht nur wegen des notwendigen Grunderwerbes. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob dieser Radweg – einer der frequentiertesten der Stadt – asphaltiert werden sollte. Zum Schluss einigte man sich auf einen Kompromiss: An einer dort vorhandenen Steigung wird asphaltiert, der Rest bekommt eine wassergebundene Oberfläche. Billig ist das nicht. Für den Ausbau sind etwa 300 000 Euro veranschlagt.

Arbeitskreis Radweg plädiert für Sicherheit

Der Grafinger Wolfram Staude engagiert sich seit vielen Jahren im Arbeitskreis Radweg. Für ihn ist das Argument mit der Flächenversiegelung nur die halbe Wahrheit: „Dagegen gerechnet werden müssen die gesparten Emissionen“, argumentiert er. „Wenn neue Radwege gebaut werden, sollten sie auch asphaltiert werden“ – schon aus Sicherheitsgründen. Bei dem höheren Tempo seien Schlaglöcher oder hohe Seitenränder für die oft älteren Fahrer ungleich gefährlicher.

Vor allem im Winter ein Problem

Staude erwähnt den Panorama-Radweg Isar-Inn. Dort seien alle Oberflächen anzutreffen, vom Schotterweg bis zur Asphaltstrecke. Die unbefestigten Abschnitte seien aber vor allem im Winter ein Problem. „Die Leute erwarten, dass dort geräumt wird.“ Wie so ein unbefestigter Weg nach einem Winter aussehe, könne man sich unschwer vorstellen, sagt Staude.

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