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Die Angriffe auf die Gerichtsvollzieher im Landkreis Ebersberg haben zugenommen.

Landkreis Ebersberg: Attacken gegen Gerichtsvollzieher nehmen zu

Angriff mit dem Vorschlaghammer

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Die Gerichtsvollzieher vom Amtsgericht Ebersberg wurden vergangenes Jahr mehrfach angegriffen, wie Amtsgerichtsdirektor Christian Berg und sein Stellvertreter Markus Nikol bei der Jahrespressekonferenz mitteilten.

Ebersberg – Gerichtsvollzieher sind Justizbeamte, die Urteile durch Wegnahme von Gegenständen von Schuldnern vollstrecken.

Ein Schuldner aus dem Landkreis attackierte eine Gerichtsvollzieherin vom Amtsgericht bei einer Zwangsräumung Mitte Oktober mit einem Vorschlaghammer, sagt Amtsgericht-Chef Berg. Sie selbst sei nicht verletzt worden, jedoch ein Mann, der die Gerichtsvollzieherin begleitet habe. Bei einem anderen Übergriff im November habe eine Schuldnerin mit einer Krücke auf eine Mitarbeiterin des Amtsgerichts eingeschlagen und sie in die Hand gebissen. Beide Vorfälle endeten mit einem Polizeieinsatz.

Nur mit Polizeischutz

„Dafür fehlt mir jedes Verständnis“, sagt Berg. Mit speziellen Fortbildungen würden die Mitarbeiter des Gerichts auf solche Gefahrensituationen vorbereitet werden. Zu manchen Schuldnern würden Gerichtsvollzieher aber nur mit Polizeischutz gehen, sagt Sprecher Markus Nikol.

6983 Vollstreckungsaufträge

Die sechs Gerichtsvollzieher am Ebersberger Amtsgericht werden „stark in Anspruch genommen“. Zwangsvollstreckungen von Mobiliar würden stetig steigen, meint Christian Berg. Die Vollzieher hatten vergangenes Jahr 6983 Vollstreckungsaufträge, 2017 waren es noch 6766.

Erfreulich hingegen: Die Zahl der Strafverfahren gegen Jugendliche ist 2018 um 20 Prozent gesunken. Waren es 2017 348 Verfahren, fiel die Zahl im vergangenen Jahr auf 278.

Blitzer machen viel Arbeit

583 Bußgeldverfahren gab es im vergangenen Jahr, 186 mehr als 2017. Das liege an den Blitzern an der A 94, sagt Berg. Seit der Baustelle und der Geschwindigkeitsbeschränkung auf 80 km/h, käme es oft zu Verfahren.

Mit den sogenannten Reichsbürgern habe das Amtsgericht im vergangenen Jahr gut zu tun gehabt. Viele Verfahren wegen Waffenbesitzes und Urkundenfälschung seien noch offen.

Die Arbeitsbelastung am Gericht sei „nach wie vor hoch“. In Zivilsachen waren 2018 einem Richter pro Monat durchschnittlich 47,3 neue Fälle zugeteilt worden. Die durchschnittliche Verfahrensdauer betrug 5,4 Monate.

Mangel an Rechtspflegern

13 Rechtspfleger arbeiten am Amtsgericht. Viel zu wenige, stellt Christian fest. Das sei ein Problem in allen Gerichtshäusern, weil es einen Mangel an Rechtspflegern gebe. „Wir hoffen schwer auf Nachschub“, sagt Berg. Für Landkreisbürger bedeutet das längere Wartezeiten bei Grundbucheinträgen oder Erbverfahren.

Apropos Grundbucheinträge: „Im Landkreis ist viel Eigentum geschaffen und verschoben worden“, sagt der Amtsgericht-Chef. Vergangenes Jahr nahm das Grundbuchamt deshalb über sieben Millionen Euro an Gebühren ein.

Insgesamt sei der Landkreis Ebersberg aber nicht gefährlicher als andere: Ebersberg liege im landesweiten Durchschnitt, sagt Markus Nikol. „Wir sind im grünen Bereich.“

Lesen Sie dazu auch Reichsbürger mit Waffenschein: Warnschuss aus dem Landratsamt

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