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Pferd sexuell missbraucht: Junger Mann muss in Psychiatrie (Symbolbild)

Bizarrer Fall in Ebersberg

Pferd sexuell missbraucht: Mann (21) muss in Psychiatrie - und gilt jetzt als gefährlich

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Sexueller Missbrauch eines Pferdes. Diese Tat wurde nun einem 21-Jährigen im bayerischen Ebersberg nachgewiesen. Auch sonst gilt der Mann als gefährlich. Er wurde verurteilt.

Ebersberg - Der junge Mann auf der Anklagebank im Amtsgericht hört sich die minutenlange Urteilsbegründung von Richter Markus Nikol in Ruhe an. Der Angeklagte trägt eine verblichene Lederjacke, seine Haare sind kurz, die Wangen eingefallen, der Blick ist nervös. Was Nikol hier im Sitzungssaal II vorträgt, lässt schaudern.

Ebersberg/Bayern: Sexueller Missbrauch von Tieren

Verstoß gegen das Tierschutzgesetz: Es geht um sexuellen Missbrauch von Tieren. Angeklagt wurde der 21-Jährige wegen verschiedener Vorfälle im Jahr 2016. Die erste öffentliche Verhandlung hatte bereits vergangene Woche begonnen. Ein Antrag des Strafverteidigers sollte wegen der psychischen Verfassung seines Mandanten die Öffentlichkeit ausschließen. Richter Nikol gab dem statt. Nach zwei Verhandlungstagen wurde jetzt das Urteil verkündet. Hier wurde die Öffentlichkeit wieder zugelassen. Was warf der Staatsanwalt dem 21-Jährigen vor?

Lesen Sie auch: Zwei junge Schwestern (7, 10) sind auf einer Grillfeier sexuell missbraucht worden. Der Täter (24) wurde am Dienstag verurteilt. Nun wurde er verurteilt.

Angeklagter in Ebersberg: Zuerst ein Huhn getötet

Im April 2016 habe der junge Mann zunächst ein Huhn getötet. Im Laufe des Jahres sei es zu immer mehr Vorfällen gekommen: Der damals 19-Jährige habe sich sexuell an einem Labrador vergangen. Im Raum Mammendorf (Kreis Fürstenfeldbruck) sei er nachts in mehrere Kuhställe eingebrochen, „um sexuelle Handlungen vorzunehmen“. Einige Hofeigentümer, die als Zeugen in der Hauptverhandlung ausgesagt hatten, hatten den Täter erkannt. Sachverständige hatten dem jungen Mann in der Verhandlung Zoophilie und Sadismus attestiert. Außerdem gebe es eine „hohe Wahrscheinlichkeit“, dass der Verurteilte rückfällig werde. Zudem „zeigt der Angeklagte auch pädophile Verhaltensmuster“ sowie insgesamt ein „gestörtes Sexualverhalten“, so Nikol.

Freude an Wehrlosigkeit anderer: Angeklagter quälte anderes Kind

Als Jugendlicher habe der Täter in einem Schwimmbad ein Kind an einen Stuhl gefesselt, „um sich an der Wehrlosigkeit des Kindes zu erfreuen“. Danach habe er vor dem Kind onaniert. Die Anklage sei damals fallen gelassen worden. Zudem sei es zu „sexuellen Handlungen“ mit der Stiefschwester des Täters gekommen. Weil das Strafmaß bei Kindesmissbrauch höher ist, sei der junge Mann „auf Tiere umgestiegen“, wirft ihm Richter Nikol vor.

Tiere in Ebersberg sexuell missbraucht: Nicht nur ein Vorfall

Nach Informationen unserer Zeitung ist es im östlichen Landkreis noch zu mehr Vorfällen gekommen. Der junge Mann sei nachts in einen Pferdehof eingebrochen, und habe sich „mindestens dreimal an einer Pferdestute vergangen“, so eine Informantin. Zunächst hätten die Pferdepfleger nichts von dem Missbrauch mitbekommen, das Pony sei aber öfters nassgeschwitzt und an der Scheide geschwollen in der Box aufgefunden worden. Zudem sei in der Stallbox öfters ein Eimer gelegen.

Ebersberg: Tier-Besitzer hegte schrecklichen Verdacht

Pfleger und Besitzer des Pferdes hegten einen schrecklichen Verdacht, der sich bewahrheiten sollte: Sie stellten eine Kamera mit Bewegungsmelder auf, die einen Alarm mit Bildern auf Smartphones schickt. In einer Nacht vor zwei Monaten habe schließlich das Handy geklingelt: Tatsächlich, eine Person in der Stallbox. Die Pferdepfleger hätten sofort die Polizei verständigt, die den Täter „auf frischer Tat“ festgenommen hätten.

Angeklagter Tierschänder aus Ebersberg: Gefahr für die Allgemeinheit

Richter Markus Nikol und die beiden Schöffen sehen in dem 21-Jährigen nicht nur eine Bedrohung für Tiere. Weil der junge Mann „eine Gefahr für die Allgemeinheit“ sei, gegen das Tierschutzgesetz verstoßen habe, Hausfriedensbruch und Diebstahl beging, verurteilt ihn Nikol zu einem Jahr und sechs Monaten Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Heißt: Freiheitsentzug.

Vor dem Sitzungssaal warten anschließend bereits zwei Polizisten auf den 21-Jährigen. Als er aus dem Gerichtssaal kommt und die Beamten sieht, erschrickt er kurz. Dann geht er langsam vor den Polizisten aus dem Gerichtsgebäude.

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