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Unterricht mit Ipad: In den Schulen des Landkreises Ebersberg zieht die Zukunft ein – und mehr Personal. 

Gemeinden im Landkreis Ebersberg müssen zusätzliche Kosten schultern 

Kommunen in Sorge: Mehr Personal für digitale Schulen

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Das digitale Klassenzimmer soll Schulen im Kreis Ebersberg zukunftsfähig machen. Der Staat fördert Investitionen, aber keine neuen Personalkosten. Es braucht IT-Betreuer.

Landkreis – Lehrer und Schulleitung haben ihre Hausaufgaben im Landkreis schon gemacht. In Ebersberg und Grafing zum Beispiel gibt es an den Grund- und Mittelschulen sehr konkrete Vorstellungen, wie der digitale Unterricht der Zukunft aussehen soll. Die Investitionskosten sorgten in den kommunalen Gremien jedoch für überraschtes Stirnrunzeln. Aber es kommt noch dicker. Es braucht wahrscheinlich wieder mehr Personal.

Ohne Alternative und längst überfällig

Die schnelle Digitalisierung des Unterrichts ist ohne Alternative und längst überfällig. Das hat auch die Staatsregierung erkannt. Teilweise sind die Schüler ihren Lehrkräften weit voraus, was Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit Computern Programmen, Hard- und Software betrifft. Im Rahmen des Masterplans Bayern digital II will der Freistaat alle Schulen zukunftsfähig machen. Die Förderrichtlinie dazu wurde erst im August 2019 veröffentlicht und hat einen Schönheitsfehler im Personalbereich.

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Schulen brauchen die Hilfe von Profis

Ein Beispiel: An der Grund- und Mittelschule Grafing, die derzeit gerade umgebaut wird, entstehen im Zusammenhang mit der Digitalisierung Gesamtkosten von 762 000 Euro. Der staatliche Zuschuss ist auf 250 000 Euro gedeckelt, zugrundegelegt werden dabei die Schüler- und Klassenzahlen. In Summe muss die Stadt bis zum Jahr 2023 etwas über 450 000 Euro auf die Schulbänke legen. Der Stadtrat segnete das einstimmig ab. Dafür gibt es digitale Tafeln, Laptops, Ipads, Netzwerktechnik, WLAN-Zugänge, zwei Server und eine Firewall, schließlich kursieren in dem Netzwerk höchst sensible Schülerdaten. Keiner will, dass ein Banknachbar die Möglichkeit hat, den „Sechser“ seines Mitschülers ins Netz zu stellen. Dafür braucht es aber Profis.

375 Rechner- ein kleines Unternehmen

Christiane Goldschmitt-Behmer, selbst Rektorin der Grundschule in Grafing, brachte es in der jüngsten Stadtratssitzung auf den Punkt: „Wir sind keine IT-ler. Wir wollen nicht alleine gelassen werden, dann würde die Digitalisierung ins Leere laufen.“ Es ging ihr um die Systembetreuung – bei 375 Rechnern in der Grund und Mittelschule keine Kleinigkeit. In Ebersberg sind es ähnlich viele Rechner. „Das ist ein kleines Unternehmen“, sagte Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne).

„Wir haben Glück mit unserem Schulleiter Alexander Bär, der ist sehr gut in EDV und IT unterwegs“, meint Erik Ipsen, der Geschäftsleiter der Ebersberger Verwaltung. Man wolle erst einmal abwarten, ob dieser zusätzliche Aufwand mit dem vorhandenen Personal zu schaffen ist.

Vermutlich eine ganze Stelle notwendig

Die Kosten für laufende IT-Betreuung der Schulen müssen die Kommunen selbst in voller Höhe tragen. „Damit lässt uns der Staat leider alleine“, so Obermayr. „Es wird eine ganze Stelle sein müssen“, blickte in Grafing SPD-Stadträtin Regina Offenwanger in die Zukunft. Die IT-Pflege könnte auch ausgelagert werden. Katarina della Peruta, die Systembetreuerin im Grafinger Rathaus, riet davon ab. Angesichts sensibler Schülerdaten sehe sie das „kritisch“, meinte sie. 

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