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Auch nach dem vierten Fall von gefährlicher Hirnhautentzündung im Landkreis Ebersberg gibt es noch keine offizielle Impfempfehlung.

Meningitisfälle im Landkreis Ebersberg Gesundheitsministerium will zuerst alle Daten prüfen

Offizielle Impfempfehlung bleibt aus

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Soll ich mich impfen lassen oder nicht? Das ist im südlichen Landkreis derzeit eine der meistdiskutierten Fragen. Es geht um vier Fälle gefährlicher Hirnhautentzündung.

Landkreis – Vier aktuelle Fälle von gefährlicher Hirnhautentzündung mit dramatischem Komplikationsverlauf innerhalb kurzer Zeit (wir berichteten), haben die Bevölkerung anhaltend verunsichert.

Das bayerische Gesundheitsministerium hat bislang keine Impfempfehlung ausgesprochen. Der Erreger zirkuliert jedoch nach wie vor, eine Infektionskette konnte bisher nicht ermittelt werden. Die Krankheit kann also jederzeit wieder auftreten, die Gefahr ist längst nicht gebannt.

Wenig Konkretes aus dem Gesundheitsministerium

Nicht minder häufig besprochen wird unter den Landkreisbürgern in dieser Situation die Frage: Welche Krankenkasse bezahlt diese Impfung – und welche nicht? Darauf gab es bisher keine allgemeingültige Antwort, und auch am Freitagnachmittag kam auf Anfrage der Ebersberger Zeitungaus dem Gesundheitsministerium dazu wenig Konkretes.

Die ersten vier Fälle verliefen dramatisch, besonders schlimm war der erste Fall.

Erst müssen alle Daten vorliegen

Die EZ wollte wissen, „wie viele Fälle noch auftreten müssten“, dass das Ministerium eine offizielle Impfempfehlung herausgeben kann, die dann auch die Kassen binden würde. Dazu ein Ministeriumssprecher: „Das bayerische Gesundheitsministerium prüft derzeit mögliche Konsequenzen aus der Häufung der Meningitis-Fälle im Landkreis Ebersberg. Sobald alle Daten vorliegen, wird die Entscheidung fallen.“ Ziel sei dabei, die Bürgerinnen und Bürger genau über den aktuellen Stand zu informieren und konkrete Impfhinweise zu geben. „Dabei wird auch die Frage geklärt werden, wer für die Impfkosten aufkommt.“ Man stehe mit dem Gesundheitsamt Ebersberg in dieser Frage in engem Kontakt. Für eine effektive Verhinderung weiterer Infektionen sei vor allem die Ermittlung, Beratung, antibiotische Prophylaxe und Impfung der engen Kontaktpersonen wichtig. „Denn diese Kontaktpersonen haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein 400- bis 1200-fach erhöhtes Risiko, an einer Meningokokken-Infektion zu erkranken.“ 

Ministerium versucht zu beruhigen

Dieses Vorgehen sei auch in den vorliegenden Fällen praktiziert worden, versucht das Ministerium zu beruhigen. Da die Erreger gewöhnlich außerhalb des Körpers rasch absterben, sei für eine Infektion ein enger Kontakt mit Übertragung von Sekreten von einem Keimträger oder einem Erkrankten erforderlich. „Eine Begegnung von Menschen ohne engen Kontakt führt in der Regel nicht zu einer Ansteckung“, so der Ministeriumssprecher.

So ist die Situation im Landkreis Ebersberg momentan.

Lesen Sie dazu auch: Eine Hirnhautentzündung kann tödlich enden - so können Sie sich schützen.

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