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Die Kompostbauern warnen schon länger vor Plastik im Kompost. Michael Bauer mit Störstoffen.

Alarmierende Proben in Eglharting 

Erschreckendes Gutachten: Mit Kompost kommt Plastik ins Erdreich

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Auf einem Feld, das mit heimischem Kompost gedüngt wird, sind in Bodenproben dreimal so viele Plastikteilchen zu finden wie in ungedüngten Feldern. Das geht aus einem Gutachten hervor, das im Kreis-Umweltausschuss vorgestellt wurde.

Landkreis –  Das Plastik im Kompost stammt laut Landratsamt ausschließlich aus „Fehlwürfen“ beispielsweise in Biotonnen. Wie die Behörde betont, können laut Gutachter die kleinen Plastikteile in den Feldern nicht direkt in die Nahrungskette gelangen. Anders verhalte sich das im Meer, Stichwort „Fischverzehr“. Auf EZ-Nachfrage heißt es aus der Behörde jedoch auch: „Das Thema Plastik im Boden ist relativ neu. Bisher gibt es dazu nur vereinzelt Untersuchungen.“ Und: „Derzeit ist kein Grenzwert für Kunststoffe im Boden bekannt.“

Kompostbauern: Machen, was geht

Bioabfall aus dem Landkreis wird in den dezentralen Komposthöfen verarbeitet. Dabei wird Fremdmaterial per Hand und durch Aussieben entfernt. „Wir machen schon, was geht“, sagt Baptist Lindner, der eine Anlage in Neudichau (Stadt Grafing) betreibt. Manche Teile sind jedoch so klein, dass sie nicht entdeckt werden. „Dafür gibt es auch keine Technik.“ Durch natürliche Verrottung des Materials entsteht Kompost, der als Dünger überwiegend auf den eigenen Feldern der Landwirte ausgebracht wird. „Dadurch hat sich die Qualität der Böden über die Jahre deutlich verbessert“, sagt Kompostbauer Michael Bauer, mit einer Anlage westlich von Eglharting.

Angestoßen wurde die Untersuchung durch das Landratsamt. Unterstützung kam von den Kompostbauern. „Das ist doch unser ureigenes Interesse, dass wir wissen, wo wir stehen“, meint Bauer. Untersucht wurde ein gedüngtes Feld an der B 304 und mit Werten eines ungedüngten Feldes in der Nähe verglichen. Bei Letzterem wurden ebenfalls Plastikteilchen gefunden, wenn auch deutlich weniger. Bauer verweist darauf, was alles weggeworfen werde, beispielsweise aus dem Auto heraus.

Regelmäßige Überprüfung

Eine Weiterführung des Systems der dezentralen Komposthöfe wird derzeit offenbar nicht in Frage gestellt. Das Material dürfe nur nach festgelegten Vorgaben ausgebracht werden, heißt es aus dem Landratsamt. Das werde regelmäßig überprüft. „Seit 1991 werden alle Werte eingehalten.“

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Die Kompostlandwirte wollen bei den Verursachern ansetzen, damit das Plastik gar nicht erst in der Tonne und dann im Kompost landet. Hilfreich wäre eine intensivere Aufklärung. Bauer fordert klare Vorgaben und zwar flächendeckend und nicht nur für einzelne Gemeinden. „Den Verbraucher muss das auch Geld kosten.“ Der Egl-hartinger würde sogar noch weiter gehen. Wenn immer wieder Störstoffe in bestimmten grünen Tonne landeten, solle den betreffenden Haushalten diese Entsorgungsmöglichkeit entzogen werden.

Politik will Maßnahmen beraten

„Wir haben das Ergebnis ungefähr so erwartet“, sagt Lindner. Bauer meint: „Ich will nichts bagatellisieren. Aber man muss die Dimension sehen, etwa im Vergleich zu dem anderen Müll, der auf den Feldern und in den Wäldern landet.“ Und Lindner betont: „In der aktuellen Situation sehe ich keine Gefahr für den Boden.“ Aber man müsse die Entwicklung im Auge behalten und kontrollieren. „Falls das so weiter geht, kann es zum Problem werden.“ Auf politischer Seite will man darüber beraten, welche Maßnahmen zur Verminderung von Plastikeintrag erforderlich sind.

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