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Das Strandbad am Kastensee ist ein beliebtes Ausflugsziel für Freizeitschwimmer.

Wir haben nachgefragt!

Strandbäder im Landkreis Ebersberg: Wann öffnen sie?

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Am Montag tritt eine neue Corona-Verordnung in Kraft. Was heißt das für Strandbäder? Wir haben mit Betreibern aus dem Landkreis gesprochen. 

Landkreis – Darauf haben die Freizeitschwimmer im Landkreis Ebersberg lange gewartet. Am 8. Juni tritt die Fünfte bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung in Kraft, was die Bademöglichkeiten an den Seen im Landkreis betrifft. Die Regelungen sind etwas schwammig formuliert. Strandbäder sind darin nicht überhaupt nicht erwähnt, dafür aber analog Freibäder und Außenanlagen von Badeanstalten.

In Oberbayern gehen in der Corona-Pandemie nicht alle Kommunen den gleichen Weg. Einige Strandbäder bleiben weiterhin geschlossen, andere unter Auflagen geöffnet und es gibt auch Gemeinden, die schlicht darauf bauen, dass sich die Besucher verantwortungsvoll verhalten und sie ansonsten sich selbst überlassen bleiben sollten. Wie sich die Situation im Landkreis darstellt, hat die Ebersberger Zeitung bei einem Rundruf in Erfahrung gebracht.

„Wir hatten gar nicht richtig geschlossen“

„Bei uns war es eigentlich umgekehrt, wir hatten gar nicht richtig geschlossen“, berichtet Erik Ipsen, der Geschäftsleiter der Ebersberger Verwaltung über den Klostersee. Mit Öffnung der Spielplätze nämlich sei auch der Zugang zum Klostersee wieder frei gewesen. „Zu der Zeit war eh wenig Wasserstand.“ Zum Baden war es lange noch zu kalt. „Wir setzen auf die Eigenverantwortung der Besucher“, analog etwa zum öffentlichen Personennahverkehr, sagt Ipsen. „Personaleinsatz ist nicht geplant.“

Manfred Lamm, der Eigentümer des Strandbades am Kastensee, kritisiert, dass „wir vermutlich wieder erst einen Tag vorher erfahren werden, wie die genauen Hochfahrpläne aussehen“ für die Wiederaufnahme des Badebetriebes. „Ich finde, das Gesundheitsministerium hat sich da ganz schön viel Zeit gelassen.“ Zwar wüsste er, was auf ihn als Betreiber in etwa zukomme, „aber wir können doch nicht von einem Tag auf den anderen den Schalter umlegen“. 

Kastensee: Strandbad am Montag wohl noch nicht geöffnet

Am Montag zum Inkrafttreten der neuen Verordnung werde er vermutlich deswegen sein Strandbad noch nicht öffnen können. Er habe auch schon mit Karl-Heinz Wildmoser vom Moosacher Strandbad telefoniert. Die genauen Regelungen seien auch dort „in Arbeit“, lautete die Auskunft.

In der Verordnung wird zwar nicht explizit auf Strandbäder abgehoben, dort heißt es aber wörtlich: „Freibäder und Außenanlagen von Badeanstalten können unter Einhaltung der Voraussetzungen geöffnet werden.“ Und zu den Abstandsregeln: „Der Betreiber hat ergänzend durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass die Zahl der gleichzeitig anwesenden Badegäste nicht höher ist als eine Person je 20 Quadratmeter Fläche der für Badegäste zugänglichen Bereiche, einschließlich der Becken.“ 

Wie genau sich das auf eine ganze Seefläche umlegen lässt, wird das Geheimnis des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit bleiben. Andererseits stellt die Größe des Wasserkörpers im See schon einen Sicherheitsfaktor für die Besucher dar. Denn nach Einschätzung von Fachleuten ist die Ansteckungsgefahr im Seewasser gering, weil sich eine eventuelle Viruslast dort stark verdünnt. Eine potenzielle Infektionsgefahr stellten da eher schon die Duschen dar. Aber auch da ist die Stadt Ebersberg gelassen. „Wir hatten die Duschen zuerst abgestellt“, berichtet Ipsen. „Mit der Öffnung der Freifläche werden wir sie wieder aktivieren.“

Moosacher Bad und Unterlauser Weiher öffnen

Wem nur nach einem kurzen Sprung in den Steinsee ist, der kann das auch am sogenannten Moosacher Bad oder auch am Unterlauser Weiher. Die Gemeinde Feldkirchen-Westerham ist dort für die Liegewiese verantwortlich. „Das ist ein Graubereich“, sagt Bürgermeister Hans Schaberl. Das Gelände habe er geöffnet aufgrund des öffentlichen Drucks. Die Duschen seien geschlossen, die Toiletten aber geöffnet. „So groß ist der See auch wieder nicht“, sagt Schaberl lachend zur Begründung.

Die wichtigsten Entwicklungen zur Coronakrise im Landkreis Ebersberg lesen Sie hier

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