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Wer mit einer Photovoltaikanlage Energie erzeugt, muss sich registrieren, sonst drohen Sanktionen. 

Wichtige Neuerung

Photovoltaik-Anlage: Wer sich nicht meldet, zahlt drauf

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Wer eine Photovoiltaikanlage auf dem Dach hat, muss sich neuerdings in ein sogenanntes Marktstammdatenregistereintragen lassen.

Landkreis – Unter Umständen kann es hier um viel Geld gehen. Wer eine eigene Anlage zur Produktion von Energie betreibt, etwa über Photovoltaik, muss sich neuerdings online in ein sogenanntes Marktstammdatenregistereintragen lassen. Wenn er das nicht tut, drohen Sanktionen. Und das gilt nicht nur für neue Anlagen, sondern auch für diejenigen, die schon lange in Betrieb sind. Die Frist läuft.

Rund 4500 Betroffene

Der Markt der Energieerzeuger ist in den vergangenen Jahren vielfältiger geworden. Im Landkreis Ebersberg kamen viele Photovoltaikflächen hinzu. Die Energieagentur Ebersberg/München Ost hat einen ungefähren Überblick über die Anzahl der Anlagen, die noch im Energieeinspeisungsgesetz enthalten sind. „Über den Daumen sind das etwa 4500“ Betroffene, bestätigt Felix Wiesenberger auf Anfrage der Ebersberger Zeitung. Die Zahlen stammen aber aus dem Jahr 2018, vermutlich sind schon wieder eine ganze Reihe neuer Anlagen hinzugekommen.

Das Knifflige dabei: Früher wurden die Daten schriftlich erfasst. Deshalb sollte sich aber kein Anlagenbetreiber im Landkreis Ebersberg auf der sicheren Seite wähnen. „Das gibt es jetzt digital und wird nicht automatisch übertragen“, warnt deshalb Veronika Preißinger von der Ebersberger Agentur. 

Besserer Überblick

Außerdem gab es bisher offensichtlich verschiedene Melderegister, die jetzt zentral zusammengefasst werden sollen – vermutlich auch des besseren Überblicks und der höheren Markttransparenz wegen. Wie Preißinger bestätigt, würden die Anlagenbetreiber nicht alle extra angeschrieben. Sie seien aber gesetzlich verpflichtet, ihrer Meldung ordentlich nachzukommen, sagt die Fachfrau sinngemäß. „Sonst kann die Bundesnetzagentur die Vergütung nach EEG-Gesetz streichen oder zumindest kürzen“, warnt Preißinger. „Das ist tatsächlich nicht ohne, da gab es schon Gerichtsurteile.“ Die betroffenen Anlagenbetreiber seien mit ihren Klagen aber nicht durchgekommen.

Unterschiedliche Fristen

Bei der Eintragung in Webportal des Marktstammdatenregisters gelten verschiedene Fristen. Wer seine Anlage bereits vor dem 1. Juli 2017 in Betrieb genommen hat, dem wird eine Zeit bis zum 31. Januar 2021 eingeräumt. Das gilt auch für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die zwischen 1. Juli 2017 und 31. Januar registriert wurden und am Netz hängen. Die gibt es auch im Landkreis Ebersberg in verschiedenen Größen bis hinunter zur Versorgung von Ein- und Mehrfamilienhäusern. Wer einen Batteriespeicher betreibt, muss sich beeilen: Hier gilt eine Meldefrist bis spätestens Dezember 2019. Beeilen müssen sich übrigens auch Betreiber im Landkreis, die aktuell eine neue Anlage in Betrieb nehmen. Sie haben nur ein Monat Zeit zur Anmeldung im Marktstammdatenregister. Sicherheitshalber kann die Registrierung schon vor der Inbetriebnahme erfolgen, wenn der Betroffene den Startzeitpunkt schon genau weiß.

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Viele privaten Betreiber von Energieanlagen im Landkreis Ebersberg dürften überhaupt nicht um die finanzielle Tragweite der jetzt notwendigen digitalen Eintragung wissen, wie ein Beispiel aus Steinhöring zeigt. Paul Obenberger ist eigener Auskunft nach Teilhaber beim dortigen Bürgersolarkraftwerk.

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 Im letzten Protokoll und auch im letzten Absatz habe er dort gelesen, „dass man sich anmelden muss“. So habe er das erfahren, dass er auch seine private Anlage im Marktstammdatenregister neu eintragen müsse. „Ich bin mir sicher, dass das viele gar nicht wissen“, sagt er besorgt. „Sonst kann einem die Förderung gestrichen werden und da hast du keine Chance dagegen“, weiß er inzwischen.

Unter dieser Internetadresse können Sie sich online registrieren: marktstammdatenregister.de/MaStR

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