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Arbeiter verlegen ein Leerrohr in Moosach: Ein Generalunternehmer baut für die Deutsche Glasfaser Breitbandanschlüsse im ganzen Landkreis aus.

„Bauarbeiter sind rabiat“

Deutsche Glasfaser im Landkreis Ebersberg: Probleme beim Breitbandausbau

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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Die Deutsche Glasfaser ist derzeit in acht Gemeinden beschäftigt. Beschwerden über Subunternehmer häufen sich im Landkreis Ebersberg.

Landkreis – „Vollgas-Surfen“, „Highspeed-Internet“, „Giga-speed“: Telekommunikationsunternehmen überwerfen sich mit Superlativen, wenn sie Glasfaseranschlüsse verkaufen wollen. Die Realität ist anders: Viele Gemeinden leiden noch immer an schlechten Internetverbindungen. Die Deutsche Glasfaser will das ändern: In vielen Landkreisgegenden wird derzeit gebaggert und geschaufelt. Der Glasfaserausbau läuft. Bei manchen Baustellen gibt es aber Probleme.

Ein Höllenlärm, knapp eine Woche lang

Die Doblbachstraße in Moosach. Fünf Männer eines griechischen Bauunternehmens arbeiten hier gerade an der Tiefbautrasse. Mit einer ferngesteuerten, mächtigen Maschine schneiden sie Streifen in den Asphalt. Hier sollen später Leerrohre für Glasfaserkabel verlegt werden. Ein Höllenlärm, knapp eine Woche lang. Wer mit „Vollgas“ im Internet surfen will, muss den Krach aushalten.

„Aufregen bringt nichts“, sagt Anwohnerin Katrin Angerer gelassen. Sie und ihre Familie bewegen sich mit einer „50 000er-Leitung“ im Netz. Noch. Wann der Startschuss für den neuen Bandbreitengenuss fällt, weiß die Frau nicht. Seit zwei Jahren wartet sie schon darauf.

Am Dienstag ist der Beginn des Ausbaus dann doch ganz schnell gegangen: Da lag ein Zettel der Deutschen Glasfaser im Briefkasten der Angerers. Am Mittwoch dann gingen die Arbeiten los.

Das Unternehmen will sechs Millionen Glasfaseranschlüsse in ganz Deutschland anbinden

Moosach ist eine von acht Gemeinden, in denen die Deutsche Glasfaser derzeit Anschlüsse ausbaut. Die Firma ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das sich auf die Breitbandversorgung in ländlichen Regionen spezialisiert hat. Das Unternehmen will insgesamt sechs Millionen Glasfaseranschlüsse in ganz Deutschland anbinden.

„Die Bauarbeiter sind schon recht rabiat“

In der Doblbachstraße in Moosach gehen die Arbeiten zügig voran, sagt Anwohnerin Angerer, die selbst Bauingenieurin ist. Nur: „Die Bauarbeiter sind schon recht rabiat“, sagt sie. Plötzlich seien sie in ihrem Garten gestanden. Die Firma habe sie zudem nach Art und Weise der Anschlussarbeiten zum Wohnhaus gefragt. „Das muss die Baufirma eigentlich selbst wissen“, sagt die Fachfrau. Die Tiefbauarbeiten des Subunternehmens seien aber technisch richtig und gut.

Die gleiche Firma hat die Glasfaseranschlüsse in Oberpframmern ausgebaut. Dort ist das Netz bereits aktiv. Mit dem Unternehmer war man in der Gemeinde nicht zufrieden. „Die Firma hat nicht sauber gearbeitet“, sagt Albert Scheller. Der Bauingenieur im Ruhestand war bis zum Ende der Anschlussarbeiten im vergangenen Jahr als Berater der Gemeinde tätig.

„Die Fugenverschließung war nicht in Ordnung“

„Die Gemeinde hat in die Rolle der Bauüberwachung schlüpfen müssen“, sagt Scheller. Weil der Subunternehmer unqualifiziert gewesen sei. Probleme habe es etwa beim Verschließen der Asphaltdecke und der Neusetzung der Randsteine gegeben. „Die Fugenverschließung war nicht in Ordnung.“

Zudem sei die Baustelle erst durch die gemeindliche Aufsicht fachgerecht abgesperrt worden. „Die sprachliche Barriere war das Haupthindernis“, sagt Scheller.

Die Subfirmen seien „auf Herz und Nieren geprüft“

Mit dem Generalunternehmen sei vertraglich vereinbart, dass „mindestens der Bauleiter deutsch sprechen muss“, sagt Dennis Slobodian von der Deutschen Glasfaser. Die Subfirmen seien „auf Herz und Nieren geprüft“. Bei den komplexen Projekten könne man aber nicht immer gewährleisten, dass „alles glatt“ laufe, sagt er.

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