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Der gesuchte Michel K.

Ausbruch aus Haar

Sextäter seit über einem Monat auf der Flucht: Warum informierte die Polizei nicht?

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Der Sexualstraftäter Michael K. ist vor fünf Wochen aus dem Isar-Amper-Klinikum ausgebrochen. Seitdem ist der 56-Jährige auf der Flucht. Die Polizei informierte erst jetzt - was auf Unverständnis stößt. 

Update: Sexualstraftäter endlich gefasst - darum schwieg die Polizei so lange

Haar – Der gesuchte Sexualstraftäter Michael K. (56), der vor fünf Wochen aus dem Isar-Amper-Klinikum in Haar geflohen ist, wurde am Donnerstag in der Westpfalz gesehen. Nun ist er wieder auf der Flucht.

K. war schon am 13. Juli aus dem Maßregelvollzug des Isar-Amper-Klinikums München-Ost in Haar geflohen. Er hatte in Rheinland-Pfalz mehrere Frauen vergewaltigt und weitere sexuell genötigt. Erst am vergangenen Donnerstag informierte die Polizei über den Vorfall – was in der Bevölkerung auf großes Unverständnis stieß.

59-jährige Zeugin meldet sich

Noch am Abend gab es die erste Spur: Auf die Öffentlichkeitsfahndung hin meldete sich die 59-Jährige aus dem Landkreis Südwestpfalz. Sie erkannte K. wieder. Die Frau hatte den Gesuchten im Internet kennen gelernt. Seit Samstag, 17. August, hielt sich der Vergewaltiger bei ihr auf. Am Freitagmorgen hatte er die 59-Jährige noch zu ihrer Arbeit gefahren, dann setzte er sich ab, melden die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern und das Polizeipräsidium Westpfalz. 

Täter wird als gefährlich eingeschätzt

Die Behörden gehen davon aus, dass er mit einem schwarzen Mitsubishi Outlander mit Pirmasenser Kennzeichen unterwegs ist. Sie schätzen den Täter als gefährlich ein. Die Polizei rät dringend davon ab, selbst mit dem Gesuchten Kontakt aufzunehmen. Stattdessen bittet sie: „Informieren Sie umgehend die Polizei.“

Bei Ausgang geflohen

Der 56-Jährige war nach einem zweistündigen, unbegleiteten Ausgang auf dem nicht umzäunten Klinikgelände in Haar nicht zurückgekehrt. „Die Ausgangsgenehmigung diente der Erprobung“, erklärt Constanze Mauermayer vom Bezirk Oberbayern, dem Träger des Klinikums. K. lebte schon sehr lange hinter Gittern. Er war mit zwei kurzen Unterbrechungen seit 1988 in der Maßregelunterbringung, aber erst seit Januar 2018 in der Forensik in Haar. Hier hatte er täglich zwei Stunden Ausgang. 

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„Grundsätzlich kann eine Entweichung aus dem genehmigten Ausgang, also ein Lockerungsmissbrauch, niemals ganz ausgeschlossen werden“, sagt Mauermayer. Der Flüchtige habe sich vordergründig stets korrekt geführt. Abgesehen von einem Vorfall: Anfang des Jahres blieb er zwei Tage verschwunden – ohne Delikt.

Polizei: Frühe Fahndung kontraproduktiv

Auf die Frage, warum die Polizei erst einen Monat nach der Flucht über den Vorfall informiert, erklären Staatsanwaltschaft Kaiserslautern und Polizeipräsidium Westpflalz: „Eine frühere Öffentlichkeitsfahndung hätte kontraproduktiv sein können.“ Der Flüchtige hätte gewarnt und Ermittlungsansätze zu seinem Aufenthalt nicht erfolgreich verfolgt werden können. Die Polizei hatte zunächst im Raum München und in der Westpfalz gefahndet.

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