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SPD-Landratskandidat Omid Atai mit der Landtagsabgeordneten Doris Rauscher. 

Sozialdemokraten im Landkreis Ebersberg stellen ihren Landratskandidaten vor

Kreis-SPD Ebersberg geht mit Omid Atai ins Rennen

Der Gegenentwurf der SPD zu Landrat Robert Niedergesäß heißt Omid Atai. Ihn wollen die Genossen bei der Kommunalwahl im März an der Spitze des Landkreises sehen.

Ebersberg - Die SPD-Kreisvorsitzende Bettina Marquis und ihre beiden Stellvertreter Doris Rauscher und Albert Hingerl gaben die Kandidatur bekannt: Mit Atai habe man einen „sehr aktiven und überzeugenden Mann“ gefunden, der trotz seiner Jugend schon „eine recht bekannte Person“ im Landkreis sei, sagte Marquis. Der Poinger sitzt seit fünf Jahren im Gemeinderat, war lange Jugendbeauftragter der Gemeinde Poing und ist im Vorstand der Volkshochschule Vaterstetten. Zudem engagiert er sich aktiv als Feuerwehrmann bei der Freiwilligen Feuerwehr und als ehrenamtlicher Rettungssanitäter beim Roten Kreuz. Derzeit studiert er Jura in Augsburg.

Generationenwechsel einläuten

Mit Atai will die Kreis-SPD den Generationswechsel einläuten, proklamierte Poings Bürgermeister Hingerl. Er habe „kein Problem damit, in die zweite Reihe zu treten“, beteuerte er. Zumal mit dem gebürtigen Münchner und waschechten Poinger ein Mann gefunden sei, „der engagiert und motiviert ist und den man nicht nach vorne schieben muss“. Die Ebersberger Genossen wollen frischen Wind in ihren Reihen und sich damit von „der Trägheit der Bundespolitik“, so Hingerl, abgrenzen. Denn es sei die größte Sorge der SPD vor Ort, „dass wir in der Kommunalpolitik Opfer der Bundespolitik werden“. Dem will man eine hemdsärmelige „Wir packen’s an“-Stimmung entgegensetzen. Dies traue sie Atai zu, sagte die Landtagsabgeordnete Rauscher, weil er „kein Sonntagsredner“ sei: „Wir erleben ihn als Energiebündel mit innovativen Ideen, als einen, der die Zukunft formen will und nicht bloß verwalten“.

Der Kandidat beschreibt sich selbst als Antreiber und Reformer

Atai selbst beschreibt sich als Reformer, Antreiber; als jemanden, der keinen Stillstand kenne, sondern stets den Fortschritt. Sein oberstes Ziel, „das Beste für alle“ zu erreichen, verfolge er konsequent. „Ich glaube, ich wäre ein guter Landrat“, sagt er selbstbewusst. Er wolle „gestalten, gestalten und nochmal gestalten und nicht bloß Dinge irgendwann umsetzen, weil man reagieren muss.“ Neben Digitalisierung, Bildung und Wohnungsbau sieht der entschiedene Bus- und Bahnfahrer (Atai besitzt kein Auto) einen persönlichen Schwerpunkt bei den Themen Energiewende und Nachhaltigkeit. Hier gebe es einige Stellen, an denen ein Landrat „Bund und Land auf die Finger hauen“ könne und müsse. 

Er versteht sich als „Kümmerer“

Gerne mit der Bahn unterwegs ist der 26-Jährige schon allein wegen der Bahnhofskioske. Denn dort treffe er auf Menschen und um die ginge es ja schließlich in der Politik. „Ich stelle mich gerne zu den Leuten und rede mit ihnen“, sagt er, der sich auch als „Kümmerer“ versteht. Er wolle jeden Ort des Landkreises in den kommenden Monaten besuchen und mit den Leuten über ihre Themen sprechen, sich von ihnen Anregungen und Aufträge holen. Die Kreis-SPD zieht mit ihrer Initiative „Red’ mit“ mit einem neuen Modell in den Wahlkampf: „Wir machen unser Programm nicht in Klausuren fernab von den Menschen, sondern fragen die Bürger, was sie brauchen“, erklärte Hingerl.

Marquis hofft, mit den Veranstaltungen in den Ortsvereinen das politische Interesse allgemein zu wecken. „Ich kann mir vorstellen, dass das Schwung gibt.“ Es sei schließlich erschreckend, dass bei der jüngsten Landratswahl im Jahr 2013 gerade mal 41,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben haben.

VON UTA KÜNKLER

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