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Eine derartige Häufung von Hirnhautentzündungen „in dieser Ausprägung“ innerhalb eines Landkreises ist äußerst selten und beunruhigend, sagt das Gesundheitsamt Ebersberg.

Lebensbedrohliche Gerhirnhautentzündung

Vierter Meningitis-Fall: Gesundheitsamt beunruhigt

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Der vierte Fall von lebensbedrohlicher Hirnhautentzündung im Landkreis innerhalb kurzer Zeit stellt die Fachleute vor ein Rätsel.  Zuletzt hatte sich ein 21-jähriger Glonner angesteckt.

Landkreis – Hermann Büchner, Leiter des Gesundheitsamtes Ebersberg, teilte auf Nachfrage am Dienstag, 20. August mit, dass sich vermutlich erst am Mittwoch, 21. August, herausstellen wird, ob der jüngste Fall von Meningitis vom selben Erregertyp ausgelöst wurde. Fest steht aber ohnehin: Eine derartige Häufung von Hirnhautentzündungen „in dieser Ausprägung“ innerhalb eines Landkreises ist äußerst selten und beunruhigend.

Info vom 21. August 2019: Mittlerweile steht fest: Auch der vierte Meningitis-Fall im Landkreis Ebersberg wurde vom selben Erreger ausgelöst. Dies ist sehr beunruhigend.

Update, 1. Oktober 2019: Die gefährliche Hirnhautentzündung ausgelöst durch Meningokokken hat den Landkreis München erreicht. Ein 13-jähriges Mädchen ist erkrankt.

Erreger isoliert

Inzwischen sei es in einem Speziallabor gelungen, den Erreger zu isolieren, teilte Büchner mit. Jetzt müsse dieser typisiert und weiter differenziert werden. Das sei deshalb wichtig, weil erst dann der richtige Impfstoff ausgewählt werden könne.

Wie der Gesundheitsamtsleiter weiter mitteilte, habe er sich und das Personal der Gesundheitsbehörde aber bereits vorsorglich impfen lassen. Eine Impfempfehlung könne jedoch nur die Regierung von Oberbayern oder aber das Gesundheitsministerium selbst aussprechen. Einige Krankenkassen würden diese Impfung bereits bezahlen, aber bisher nicht alle. Möglicherweise sind alle Erkrankungen von ein und demselben Erregertyp ausgelöst worden.

Ein Fall schon vor acht Jahren

Wie Recherchen der Ebersberger Zeitung bestätigten, gab es bereits vor acht Jahren einen Fall von Hirnhautentzündung in Grafing, der ähnlich dramatisch verlief, wie die aktuellen Fälle. Das war im Jahr 2011, die EZ hat mit dem Betroffenen gesprochen, der damals 18 Jahre alt war. Er lebt inzwischen in Österreich und hat die Infektion nur knapp überlebt. Auch er litt am Waterhose-Friedrichsen-Syndrom, einer äußerst gefährlichen Komplikation, die im Zusammenhang mit Hirnhautentzündungen einhergehen kann. Bisher konnte aber kein Zusammenhang ermittelt werden, der zwischen den Erkrankten bestehen könnte. 

Lesen Sie auch: Nach Hirnhaut-Entzündung: Junge Frau (19) ereilt furchtbares Schicksal - Freunde hoffen auf Unterstützung

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