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Michael Acker ist Redaktionsleiter der Ebersberger Zeitung.

Kommentar zu Windrädern im Ebersberger Forst

Wahl zwischen Pest und Cholera

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Sollen im Ebersberger Forst, immerhin Landschaftsschutzgebiet, Windräder gebaut werden? Die Kreisräte haben die Wahl zwischen Pest und Cholera, findet Michael Acker, Redaktionsleiter der Ebersberger Zeitung.

Windkraft im Forst, im Landschaftsschutzgebiet – ja oder nein? Rund 100.000 Euro hat die Studie gekostet, die dem Landkreis Ebersberg den Weg weisen sollte. Am Mittwoch, 20. November,  wurde sie vorgestellt. Ergebnis: Die Kreisräte um Landrat Robert Niedergesäß (CSU) sind so gescheit wie vorher.

Mehr als „Fichtenstangerl“

Die „naturschutzfachliche Untersuchung“ besagt auf einen einfachen Nenner gebracht: Der Ebersberger Forst ist kein Wirtschaftswald, der aus – ökologisch betrachtet – wertlosen „Fichtenstangerln“ besteht. Der Forst ist ein höchst schützenswertes Gebiet mit großem Artenreichtum. Es gibt keine Zone, die man nahezu folgenlos für Flora und Fauna aus dem Landschaftsschutz herauslösen könnte, um dort Windräder hinzustellen.

Politische Entscheidung muss her

Am Ende kann die Frage nur politisch entschieden werden, da helfen auch weitere Expertenrunden und weitere Gutachten nichts. Landrat und Kreisräte müssen Farbe bekennen. Und da sind sie nicht zu beineiden. Eigentlich haben sie nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Denn: Hier konkurrieren Naturschutz und Klimaschutz miteinander, zwei Schutzgüter, die eigentlich nur zusammen gedacht werden können und sollen.

Seehofers 10H als Anfang des Übels

Bedanken können sich die Kommunalpolitiker für diese missliche Lage beim früheren bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und der CSU, die aus wahltaktischen und damit auch höchst populistischen Gründen die 10H-Regelung erfunden hatten, die den Bau von Windenergieanlagen in der dicht besiedelten Region nahezu unmöglich macht. Ohne diese Regelung, die besagt, dass die Entfernung eines Windrads zum nächsten Haus mindestens dem Zehnfachen seiner Höhe entsprechen muss, wäre wohl niemand ernsthaft auf die Idee gekommen, die Anlagen in Schutzgebiete wie dem Ebersberger Forst zu stellen.

Lesen Sie auch: Bayerische Windkraft: Flaute seit der Abstandsregel

Zur Erinnerung: Vor der 10H-Entscheidung befand sich der Landkreis auf einem exzellenten Weg. Er hatte eine umfangreiche Konzentrationsflächenplanung auf dem Tisch, die mögliche Standorte für Windenergie aufzeigte. Aber das ist Schnee von gestern. Leider.

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