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Übergriffe auf Einsatzkräfte sind im Landkreis Ebersberg zwar ein Thema, die Jugendlichen lassen sich davon aber nicht abhalten, sich bei Hilfsorganisationen zu engagieren.

Hilfsorganisationen und der Nachwuchs im Landkreis Ebersberg

„Klar könnten es immer mehr sein“

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Schrecken Meldungen über Gewalt gegen Einsatzkräfte junge Menschen ab, sich ehrenamtlich beim Roten Kreuz, Technischen Hilfswerk oder bei den Feuerwehren zu organisieren?

Landkreis – Die Johanniter weisen in einer Pressemitteilung auf einen solchen Zusammenhang hin. Es gibt aber noch ganz andere Gründe, warum sich Hilfsorganisationen zunehmendem Nachwuchsmangel gegenübersehen. Das zeigt ein Blick auf die Situation im Landkreis Ebersberg.

„Feuerwehr, THW und Trachtenverein, haben alle die gleiche Problematik“, weist Martha Stark darauf hin, dass „uns der ehrenamtliche Pool nicht mehr so zur Verfügung steht, wie noch vor 20 Jahren“. Sie ist die Leiterin des Rettungsdienstes und stellvertretende Kreisgeschäftsführerin des BRK Ebersberg. Hilfsorganisationen sähen sich inzwischen einer Konkurrenz gegenüber von anderen Freizeit-Angeboten für junge Menschen im Landkreis.

Feuerwehr in komfortabler Lage

„Klar könnten es immer mehr sein“, sagt Andreas Heiß, der Ebersberger Kreisbrandrat zur aktuellen Nachwuchssituation. Dabei sind die Feuerwehren im Kreis Ebersberg noch in einer vergleichsweise komfortablen Lage. In den Jugendwehren sind derzeit 393 Jugendliche tätig. „Das ist aber von Ortsfeuerwehr zu Ortsfeuerwehr verschieden.“ „Auch von Jahrgang zu Jahrgang“ würde die Zahl der Neuzugänge stark schwanken. Heiß erklärt sich das damit, dass es meistens ganze Freundesgruppen seien, die Interesse an einem Engagement zeigen würden. Die kämen aber nicht jedes Jahr neu dazu.

Dass sich junge Menschen wegen der Meldungen über Gewalt gegen Einsatzkräfte von ihrem Engagement abbringen lassen, glaubt Heiß nicht. Er könne aber nicht ausschließen, dass der eine oder andere deshalb überhaupt von einem Eintritt in die Feuerwehr absehe. „Aber das erfahren wir dann gar nicht, weil die bei uns gar nicht auftauchen“.

Nachwuchsdecke wird immer dünner

„Übergriffe auf Einsatzkräfte“ seien zwar ein Thema, aber im Landkreis Ebersberg bilde das „die Ausnahme“, sagt Stark. Das sei wohl eher ein Problem von Ballungsräumen wie etwa München. „Generell wird die Nachwuchsdecke immer dünner“, so Stark.

„Es ist keine Selbstverständlichkeit mehr, dass sich jemand bei der Feuerwehr organisiert“, räumt auch Heiß ein. Er macht aber andere Gründe dafür aus, und die lägen in den „schulischen und beruflichen Anforderungen“, mit denen junge Menschen im Landkreis Ebersberg heute konfrontiert würden. Auch erwachsene Feuerwehrkräfte müssten im Job immer mobiler sein, was einem ausdauernden ehrenamtlichen Engagement manchmal im Weg stehe oder es ganz unmöglich mache. „Studium und Erwerbsleben machen öfter einen Wechsel erforderlich. „Das ist nicht mehr so, wie es vielleicht ganz früher war.“

„Wir müssen zunehmenden Aufwand betreiben, um die Menschen in großen Kampagnen anzusprechen“, sagt dagegen Johanniter-Vizepräsident Alexander Graf von Gneisenau. Das BRK Ebersberg setzt bei der Nachwuchswerbung lieber auf „Mundpropaganda“, schildert Stark. Jugendfeuerwehrler dürften zu Einsätzen mitfahren, für einen Einsatz im BRK-Rettungsdienst hingegen sei eine Person erst ab dem Alter von 18 Jahren geeignet, berichtet die stellvertretende BRK-Kreisgeschäftsführerin.

Auf eine stattliche Jugendgruppe kann das Technische Hilfswerk Markt Schwaben stolz sein. Bei 180 Mitgliedern insgesamt sind es 40 Nachwuchskräfte im Alter zwischen zehn und 17 Jahren. „Gewalt gegen Einsatzkräfte kann ich so nicht bestätigen“, sagt Ortsjugendleiter Stefan Sandner. „Es kommt aber schon vor, dass man bei Straßensperren abgedrängt wird.“ Er ist froh, dass sich Jugendliche in einer so „stattlichen Anzahl“ beim Technischen Hilfswerk einbringen.

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