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Silo-Ballen auf einem Feld: Für Landwirte praktisch, für Krähen oft verlockend.

Krähen hacken Silofolien auf

„Die sind ganz wild drauf“

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Für die Landwirte im Landkreis Ebersberg ist diese Methode praktisch: Siloballen lagern auf dem Feld. Wenn die Tiere auf dem heimischen Hof das Futter dann brauchen, wird es vom Bauern einfach mit dem Traktor abgeholt. Manchmal holt es aber auch ein anderer – wie vor kurzem erst.

Landkreis– Ein Forstinninger hatte einen Ottenhofener Berufskollegen dabei erwischt, wie der aus einem öffentlich zugänglichen Silo Futter geklaut hat (wir berichteten). Dazu musste sich der Bauer auf die Lauer legen. Ihm war aufgefallen, dass seine Vorräte einen eigenartigen „Schwund“ bekommen hatten. Prompt erwischte er den Dieb, der jetzt eine Anzeige bekommen hat. Nach dem trockenen Sommer ist das Futter knapp geworden auf manchen Höfen.

Ein Problem sind aber nicht so sehr die schwarzen Schafe, als vielmehr die schwarzen Vögel, berichtet Martin Höher, der stellvertretende Obmann des Bauernverbandes im Landkreis Ebersberg. „Heuer ist es extrem“, sagt er. Die Krähen würden sich nicht einmal von den grünen Netzen abhalten lassen, die er über sein Fahrsilo gespannt hat. Die Vögel haben nämlich gelernt, dass unter den Planen etwa Fressbares lagert. Die Krähen picken deswegen immer wieder Löcher in die das Tierfutter schützende Hülle. Das Fressen für die Rinder droht bei Luftzutritt zu verpilzen. Der Mais bleibt aber nur haltbar, wenn er luftdicht verschlossen ist. „Die sind ganz wild darauf“, sagt Höher zu seinen ungebetenen Gästen. Wenn er den Schaden sofort bemerke, gehe es noch. Dann könne er die Löcher mit einem „speziellen Klebeband wieder abdichten“.

„Das ist ganz unterschiedlich“, berichtet Kreisobmann Franz Lenz von seinen persönlichen Erfahrungen. Während er auf seinen Flächen in Zorneding keine Probleme habe mit den Krähen, würden sie auf dem Pöringer Teil seines Betriebes größeren Schaden anrichten. „Und dann muss ich mich auch noch mit den Leuten auseinandersetzen und ihnen erklären, dass Krähen keine Freunde der Siloplane sind.“

Immer wieder kommt es in Oberbayern auch zu mutwilligen Beschädigungen der Siloballen durch Unbekannte. Im Oberland gab es eine ganze Serie solcher Taten, wo reihenweise Sachbeschädigungen begangen wurden. „Wenn die Plane jemand aufschlitzt, ist das Futter verdorben“, warnt ein Landwirt aus dem Brucker Moos. „Der Ballen verfault.“ Das ist angesichts der Vorratslage für den einen oder anderen Hof besonders ärgerlich – unabhängig davon, dass dabei pro Rundballen ein Schaden von 100 Euro entsteht.

Mutwillige Beschädigungen kämen wohl auch im Landkreis Ebersberg vor, „das ist aber bei uns nicht so erheblich“, ist Höher froh. Vorfälle gibt es aber immer wieder, auch im benachbarten Altlandkreis Wasserburg.

Manchmal klettern auch Kinder auf die riesigen weißen Kugeln auf den Feldern, was nicht ganz ungefährlich ist, wenn mehrere dieser Ballen aufeinandergestapelt wurden. Die Eltern sollten das lieber nicht tolerieren und zwar aus mehreren Gründen. Es gibt einen Fall vor zwei Jahren, bei dem einem Landwirt ein Schadensersatz von 50 000 Euro zugesprochen wurde, weil Kinder beim Spielen Löcher in Siloballen gestochen hatten. Danach verendeten 30 Kühe auf dem betroffenen Betrieb.

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