Die beiden Polizeiinspektionen Poing und Ebersberg leiden unter einer angespannten Personalsituation. Wann sich das bessern wird und in welchem Umfang ist noch unsicher.
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Die beiden Polizeiinspektionen Poing und Ebersberg leiden unter einer angespannten Personalsituation. Wann sich das bessern wird und in welchem Umfang ist noch unsicher.

In welchem Maß neue Stellen bei den Polizeiinspektionen kommen, ist noch offen

Präsidium dämpft Hoffnungen auf zusätzliches Personal

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Wird sich die angespannte Personalsituation in den beiden Polizeiinspektionen im Landkreis Ebersberg ab dem Jahr 2023 entspannen? Das ist noch unsicher.

Landkreis –  Die Hoffnung auf eine Verbesserung der Personalsituation hatte der Grafinger CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Huber in einer aktuellen Mitteilung genährt. Insbesondere der vom Bevölkerungswachstum stark betroffene Landkreis Ebersberg würde von einem neuen Konzept des bayerischen Innenministeriums profitieren, kündigte Huber an. Da sind aber nicht alle so optimistisch wie er.

„Ich hoffe sehr, dass der sich abzeichnende Personal-Engpass und die dadurch entstehende Belastung der für die Sicherheit unserer Bevölkerung im Einsatz tätigen Polizeibeamtinnen und -beamten schon bald der Vergangenheit angehört“, ließ der Abgeordnete verlauten.

Bayernweit erhebliche Stellenmehrung

Auf Anfrage der Ebersberger Zeitung bestätigte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord, in dessen Zuständigkeitsbereich der Landkreis Ebersberg fällt, dass durch das von Staatsminister Joachim Herrmann vorgestellte Konzept „Die Bayerische Polizei 2025“ tatsächlich „bayernweit eine erhebliche Stellenmehrung, insbesondere auch für das Polizeipräsidium Oberbayern Nord“ erfolgen soll. Für das Polizeipräsidium ergebe sich dadurch eine Mehrung von plus 505 Stellen. Huber war vergangene Woche noch von einem Stellenplus von 760 bis zum Jahr 2025 ausgegangen.

Verteilung der Stellen noch vollkommen offen

Das Präsidium hält es aber für verfrüht, zum jetzigen Stand schon konkrete Schlüsse zu ziehen: „Hinsichtlich der Verteilung werden beim Polizeipräsidium Oberbayern Nord derzeit konzeptionelle Überlegungen angestellt, in die unter anderem ausstehende Rahmenvorgaben des bayerischen Innenministeriums einfließen. Ein abgeschlossenes Verteilkonzept liegt uns mithin noch nicht vor.“ Grundsätzlich werde die Stellenverteilung innerhalb des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord jedoch „belastungsorientiert und nach fachlichen Kriterien sowie unter Berücksichtigung urbaner Faktoren erfolgen“. Konkrete Zahlenangaben für die Polizeiinspektionen Ebersberg und Poing seien deshalb noch nicht möglich.

Auch andere Dienststellen benötigen Personal 

Abschließend bleibe in diesem Zusammenhang aber anzumerken, so das Polizeipräsidium, „dass zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Landkreis Ebersberg neben den Polizeiinspektionen Ebersberg und Poing auch die Kriminalpolizeiinspektion Erding, die Verkehrspolizeiinspektion Hohenbrunn sowie die Operativen Ergänzungsdienste Erding (OED) örtlich und sachlich zuständig sind. Auch diese werden im Rahmen der vorzunehmenden Sollstellenverteilung in die konzeptionellen Überlegungen einfließen“. Das könnte so interpretiert werden, dass die Inspektionen Ebersberg und Poing nicht die einzigen sind, die sich im nahen Umfeld des Landkreises Ebersberg über zusätzliches Personal freuen würden.

Drei Faktoren entscheidend

In die Neuverteilung von Stellen sollen zukünftig drei Faktoren einfließen: Arbeitsbelastung, Bevölkerung und Fläche. Diese Faktoren berücksichtigten die unterschiedlichen geographischen, demographischen, einsatztaktischen und fachspezifischen Anforderungen besser als heute. Der Faktor Arbeitsbelastung ergebe sich dabei aus der urbanen Konzentration, der polizeilichen Kriminalitätsstatistik sowie aus der Verkehrsunfallstatistik, erläuterte Huber.

Die Entscheidung liegt beim Polizeipräsidum Oberbayern. Die angespannte Personalsituation war wiederholt Gegenstand von öffentlichen Diskussionen im Landkreis Ebersberg. Die Forderung nach mehr Personal gehört dabei zum ständig wiederkehrenden Gegenstand.

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