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Die Afrikanische Schweinepest erreicht Westeuropa. Nun bereitet sich auch der Landkreis Ebersberg vor. Im Forst, vor allem im Wildpark, leben Hunderte Wildschweine.

So bereitet sich der Landkreis vor

Schweinepest: Der Plan für die Ebersberger Sau

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Die Afrikanische Schweinepest. So schrecklich der Name klingt, so gefährlich ist die Seuche. Gott sei dank nicht für den Menschen. Dafür aber für Schweine. Allen voran für Wildschweine im Wald. 

Landkreis – Am 13. September wurde der erste Fall von ASP bei einem toten Wildschwein in Belgien festgestellt. Landkreise in Bayern werden nervös und bereiten sich auf den Ernstfall vor. Auch in Ebersberg.

„Im Forst gibt es etwa 1500 Wildschweine“, sagt Norbert Neugebauer, Leiter des Büros von Landrat Robert Niedergesäß. Der Landkreis sei gut vorbereitet auf einen möglichen Ausbruch der Krankheit. Die Behörde setzte darauf, Jäger aufzuklären und Schweinehalter, insbesondere die, die Freilandhaltung betreiben, zu sensibilisieren. Tote Tiere müssten demnach unverzüglich der Behörde gemeldet werden.

Derzeit finde der Aufbau von Verwahrstellen für tote Tiere „flächendeckend in mehreren Gemeinden“ satt, teilt Neugebauer mit. Die Kadaver müssten im Fall des Seuchenausbruchs sicher aufbewahrt und speziell entsorgt werden. Sollte die ASP im Landkreis festgestellt werden, würde um die Stelle, an der sich Tiere infizieren oder Tod aufgefunden werden, ein 15 Kilometer-Radius eingerichtet. Damit soll die Infektion eingedämmt und eine Ausbreitung verhindert werden. Es finde die „Einbindung und Abstimmung mit der Katastrophenschutzstelle im Landratsamt“ satt, heißt es.

Ein Anruf bei den Bayerischen Staatsforsten zeigt, dass die Schweinepest eine ernste Bedrohung für Wald, Wild und Landwirte darstellt. Landratsämter, Veterinärabteilungen und Staatsforsten tauschen sich regelmäßig über aktuelle Stände aus, heißt es. Mit dem Ebersberger Forst gilt es die einflussreichste und größte Fläche der Region zu betreuen.

Wie sich die Seuche in Europa ausbreitet, darüber lasse sich spekulieren, heißt es aus dem Amt. Die größte Gefahr für eine Verbreitung sei vermutlich der Mensch. Oft seien es Lkw-Fahrer und Reisende, die infiziertes Material unbewusst verbreiten.

Die Schweinepest hat sich erst in Osteuropa ausgebreitet, in Polen, Tschechien und Ungarn. Dass ein infiziertes Tier von dort quer über den Kontinent nach Belgien läuft, sei unmöglich. Der Tod trete nach einigen Stunden oder wenigen Tagen nach Ausbruch auf, heißt es von den Staatsforsten. Daher vermuten Experten, dass der Virus durch den Menschen transportiert werde, an Autoreifen oder durch Abfall.

Der Ausbruch der Seuche im Landkreis würde weitere fatale Folgen nach sich ziehen. Schweinehalter müssten nach Ausbruch ihren Betrieb und die Tiere schützen, Ställe nach außen seuchenhygienisch abschotten. Eine Desinfektion der Fahrzeuge und ein strikter Schwarz-Weiß-Bereich im Stall bringen aber keine vollkommene Sicherheit.

Achtung, eine gefährliche Krankheit wurde in Unterfranken bei einem Hasen entdeckt. Die Krankheit kann bei Menschen zum Tod führen.

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