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Wildtiere haben im Laufe der Evolution Strategien entwickelt, um über die winterliche Notzeit zu kommen.

Tiere haben jetzt ein besonderes Ruhebedürfnis

Ebersberger Jäger bitten: Lasst das Wild in Ruhe!

Die Temperaturen sind im Keller. Der Winter hat den Landkreis fest im Griff. Während sich Kinder und auch Wintersportler über den lang ersehnten Schnee freuen, dürften heimische Wildtiere eine andere Sichtweise dazu haben – wenn man sie fragen könnte.

Landkreis – Deshalb fordert der stellvertretende Vorsitzende der Kreisgruppe Ebersberg im Landesjagdverband Bayern, Karem Gomaa, Spaziergänger und Wintersportler auf, das Ruhebedürfnis des Wildes besonders jetzt zu respektieren.

Karem Gomaa,stellv. Jäger-Chef. Foto: jro

Das Wild, vor allem die warmblütigen Pflanzenfresser wie z. B. Rehe oder Hasen, sind während der Wintermonate einer doppelten Belastung ausgesetzt. Ihnen steht weniger Nahrung und diese von schlechter Qualität zur Verfügung. Auf der anderen Seite müssen sie mehr Energie für die Suche nach Futter und für die Wärmeregulation aufbringen.

Deshalb haben die Wildtiere im Laufe der Evolution Strategien entwickelt, um über die winterliche Notzeit zu kommen. Sie legen sich im Herbst Fettreserven zu und wechseln das kurze Sommerfell zu einem dichten, isolierenden Winterpelz. Gomaa: „Die Wildtiere fahren auch ihre Stoffwechselaktivität zurück, sie senken die Körpertemperatur ab und bewegen sich so wenig wie irgend möglich, um ihre Energiereserven zu schonen.“

Dieses Energiesparprogramm lässt sich aber nur aufrechterhalten, wenn die Tiere ungestört in ihren Einständen bleiben können. Wird das Wild ständig aufgeschreckt und beunruhigt, zehrt das am überlebenswichtigen Energievorrat. Sie begeben sich panikartig in Flucht und verbrauchen im Schnee noch mehr Energie als normal.

Deshalb bittet Gomaa darum, die üblichen Wege nicht zu verlassen und keine Wanderungen querfeldein zu unternehmen. Hunde sollten in Wald und Flur an der Leine geführt werden. So stromern sie nicht durchs Gebüsch und schrecken das Wild nicht auf, das dort Schutz sucht. Besondere Rücksicht ist von auch den Wintersportlern gefordert. Denn Freizeitaktivitäten abseits der Loipen oder Schneeschuhwandern mitten durch das Gehölz können das heimische Wild in Angst und Schrecken versetzen und sie auf der Flucht die lebensnotwendigen Energiereserven kosten.

In den Regionen des Landkreises mit geschlossener Schneedecke ist vielerorts jetzt Notzeit fürs Wild. Gomaa: „Bei einer so festgefrorenen Schneedecke kann das Rehwild häufig nicht mehr genug Nahrung finden. Wenn die Schneedecke über Wochen geschlossen ist und die Tiere auch durch intensives Scharren nicht mehr an Nahrung kommen, dann muss gefüttert werden.“ Artgerechte Fütterung beim Rehwild bedeutet, dass die Tiere nicht gemästet werden, sondern nur der so genannte Erhaltungsbedarf gedeckt wird. Gefüttert werden sollen vor allem rohfaserreiche Futtermittel. Artgerechte Fütterung verhindert Schäden am Wald und hilft den Tieren bei hohen Schneelagen über den Winter.

Die BJV-Kreisgruppe bittet darum, das gut gemeinte Füttern des Wildes den Fachleuten, also den Jägern, zu überlassen. Denn sie wissen am besten, was Reh und Hirsch, Hase und Fasan jetzt brauchen. Wildtiere haben spezielle Anforderungen an die Zusammensetzung ihrer Nahrung, Brotreste z.B, sind keine geeignete Nahrung. Nicht-artgerechte Äsung kann zu Verdauungsstörungen führen und mehr Schaden anrichten als nützen.  ez

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