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Die Kreisklinik Ebersberg macht Verlust, den der Landkreis Ebersberg jetzt ausgleichen wird.

Krankenhaus schreibt rote Zahlen

Klinik braucht Finanzspritze

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Rote Zahlen schreibt voraussichtlich auch in diesem Jahr die Kreisklinik Ebersberg. Sitzen bleiben wird die Einrichtung auf dem Minus jedoch nicht.

Landkreis – Letztendlich springt wohl der Landkreis ein. Denn der Kreistag hat zugesichert, Verluste des Krankenhauses in der Zukunft auszugleichen, wenn die Klinik nicht innerhalb einer Frist von fünf Jahren das Defizit aus eigenen Überschüssen abtragen kann. „An der Qualität wollen wir aber auf keinen Fall sparen“, so Klinik-Geschäftsführer Stefan Huber gegenüber derEbersberger Zeitung.

Aus dem Jahr 2015 steht ein Verlust von rund 2,2 Millionen Euro in den Büchern. Das müsste 2020 ausgeglichen werden. 2016 wurde jedoch ein Bilanzgewinn von rund 227 000 Euro erzielt, was gegengerechnet wird. Für 2017 wurde ein Fehlbetrag von rund 2,4 Millionen Euro ausgewiesen.

Die Jahre 2019 und 2020 würden noch schlecht bleiben, so Huber auf Anfrage der EZ. „Wir hoffen, dass wir danach ein ausgeglichenes Ergebnis haben.“ Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung habe er jedoch nicht den Eindruck, dass sich die Situation grundsätzlich bessern könnte, so Huber. „Wichtig wäre, dass uns die Politik mehr unterstützt. Derzeit werden uns aber Steine in den Weg geworfen, ohne dass gesagt wird, wie wir das gegenfinanzieren sollen.“ Die Bayerische Staatsregierung betone, sie wolle die Krankenhäuser erhalten. „Die Frage ist, ob Berlin bei diesem Thema die gleiche Sprache spricht.“

An der Klinik gebe es noch Veränderungspotenzial, so Huber. „Ich habe noch einiges in der Schublade.“ Darüber könne er aber noch nicht sprechen. Zunächst würden die Ideen dem Aufsichtsrat der Klinik vorgestellt. Danach werde dem Kreistag darüber berichtet.

In nächster Zeit stehen Investitionen an. Derzeit läuft die Planungsphase für die neue Notaufnahme der Klinik. Künftig sollen Krankenwagen direkt von der ehemaligen Bundesstraße anfahren können und nicht mehr durch das Wohngebiet müssen. „Die Notaufnahme wächst weiter“, so Huber. Darauf müsse man sich räumlich und personell einstellen. Im kommenden Jahr werde es um die Baugenehmigung gehen. Frühestmöglicher Baubeginn sei dann Anfang/Mitte 2020. Ein weiterer Punkt ist der Neubau einer Wohnanlage für das Personal auf einem Grundstück gegenüber der Klinik. Wie dies umgesetzt werden soll, ist noch nicht entschieden. Die Berufsfachschule für Krankenpflege könnte in der geplanten Berufsschule in Grafing Bahnhof integriert werden.

„Wir werden weiter in die Qualität investieren“, erklärte der Geschäftsführer. Man habe eine Patientenzufriedenheit von 95 Prozent. So viele sagten, die Klinik könne man weiter empfehlen. „Das ist ein Zeichen dafür, dass wir etwas richtig machen.“

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