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Hohe Anforderungen  werden in den  unterschiedlichen Pflegebereichen gestellt. Hauptschüler mit Quali sollen eine Chance bekommen.

Neues schulisches Angebot in der Kreisklinik Ebersberg

Karriere in der Pflege auch mit Quali

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Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Pflege auch für Mittelschüler soll es künftig im Landkreis Ebersberg geben.

Landkreis – Die Kreisorganisation „Gesundheitsregion plus“ wird beauftragt, die Kreisklinik bei der Umsetzung des Projektes der Einrichtung einer Krankenpflegehelferschule in den neuen Räumlichkeiten in Ebersberg fachlich zu unterstützen. Das beschloss jetzt der zuständige Ausschuss des Kreistages nach längeren Debatte. Auslöser war ein Antrag von CSU und FDP.

Hintergrund ist auch der Personalmangel. 180 Pflegekräfte fehlten derzeit im Landkreis, erklärte Peter Huber, Pflegedirektor der Kreisklinik, im Ausschuss. Das hatte eine Befragung ergeben. Huber wies die Ansicht zurück, pflegen könne jeder. Auch die Meinung, auf eine Normalstation einer Klinik „kann man alle hinschicken“ sei ein Irrglaube. Der Pflegedirektor stellte die Vielfalt der Aufgaben und die hohen Anforderungen dar. Unter anderem schreite die Akademisierung der Pflege ständig voran. „Wenn wir Bewerbungen aus dem Ausland bekommen, dann hat fast jeder einen Bachelor. In Eberberg hinken wir da noch hinterher.“ Hier ist eine Verbesserung in Sicht. Eine Kooperation mit der Fachhochschule Rosenheim ist bereits von Seiten der Kreisklinik konzipiert und soll spätestens zum Schuljahr 2019 umgesetzt werden können. Das wurde vom Ausschuss positiv gewertet.

In der Diskussion ist noch ein weiterer Ansatz. Wie Landrat Robert Niedergesäß (CSU) betont, reicht ein qualifizierender Mittelschulabschluss derzeit nicht für einen direkten Zugang zur bestehenden Ebersberger Krankenpflegeschule. Eine Alternative wäre eine einjährige Ausbildung im Bereich Krankenpflegehilfe. Sowohl die Verwaltung des Landratsamtes als auch die Kreisklinik Ebersberg sehen derzeit jedoch keine Möglichkeit, eine spezielle Fachschule für Krankenpflegehilfe bereits zum Schuljahr 2018/2019 einzurichten. Hierfür stünden an der bestehenden Fachschule weder Klassenräume noch Lehrkräfte zur Verfügung. Auch das Kultusministerium sehe aktuell keinen Bedarf für eine Förderung einer Schule für Krankenpflegehilfe, nachdem die umliegenden Schulen derzeit über ausreichende Aufnahmekapazitäten verfügen, so das Landratsamt.

Aber: Die Kreisklinik Ebersberg beabsichtigt weiter in ihren neuen Schulräumen eine Kranken- und Krankenpflegehilfeschule einzurichten. Bei entsprechender Planung könne dieses Vorhaben im Schuljahr 2019/2020 realisiert werden, so das Landratamt. Nach der einjährigen Pflegehilfe-Ausbildung bestehen Aufstiegschancen durch den Besuch der Krankenpflegeschule. Unter dem gemeinsamen Dach einer „Akademie Ebersberg für Gesundheit und Gesundheitsberufe“ könnte sich Peter Huber zudem als weitere Säule ein Zentrum für Fort- und Weiterbildung vorstellen.

Außerdem ergeben sich durch die Generalisierung der Ausbildungen im Bereich der Pflege für den Landkreis Ebersberg voraussichtlich weitere Ausbildungsplätze an der Caritas Fachschule in Altenhohenau bei Wasserburg. Dazu gibt es bereits konkrete Vorschläge. Das war im Ausschuss aber durchaus umstritten. Man wolle zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten im Landkreis Ebersberg und nicht außerhalb, so das Argument. Man einigte sich schließlich drauf, die Erschließung der Ausbildungsplätze in Altenhohenau bis zum Start der eigenen Schule voranzutreiben.

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