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An der B 12 nahe der östlichen Landkreisgrenze steht die Messsäule bereits.

Bald wird sich zeigen, ob weniger Lastwagen quer durch den Landkreis Ebersberg fahren

Mautkontrolle geht an den Start

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Werden bald weniger Laster durch Kirchseeon fahren, wenn nicht nur auf der Autobahn, sondern auch auf der Bundesstraße Maut fällig wird? Man weiß es nicht.

Kirchseeon/Hohenlinden – Ab 1. Juli gilt die Lkw-Mautpflicht auf allen Bundesstraßen in Deutschland. Das wird auch kontrolliert. Eine Säule mit den entsprechenden Messinstrumenten steht bereits an der B 12 östlich von Hohenlinden. Sie ist aber noch nicht in Betrieb. An der B 304 östlich des Spannleitenbergs ist der Standort laut Landratsamt bereits vorbereitet. Die Säule fehlt noch. Auch wenn es so aussehen könnte, betont Betreiber Toll-Collect: Die Säulen dienten ausschließlich der Mautkontrolle. „Es sind keine Geschwindigkeitsblitzer.“

Mautpflichtig sind Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen ab 7, 5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Expertenschätzungen gehen davon aus, dass ab 1. Juli weitere rund 30 000 Unternehmen unter die Mautpflicht fallen. „Neben Logistikunternehmen, die im Nahverkehr unterwegs sind, sollten sich auch Unternehmen aus anderen Branchen frühzeitig informieren, ob ihre Fahrzeuge unter die Mautpflicht fallen, und entscheiden, wie sie zukünftig Maut bezahlen wollen“, rät Toll-Collect. Zum Bezahlen gibt es unterschiedliche Systeme.

600 Kontrollsäulen

Für die Mautkontrolle auf den Bundesstraßen werden rund 600 Kontrollsäulen in Deutschland aufgebaut, erklärt Toll-Collect-Pressesprecherin Claudia Steen auf EZ-Anfrage. Zwei davon im Landkreis Ebersberg. Sie sind vier Meter hoch und blau/grün gekennzeichnet.

Die Kontrollsäulen an Bundesstraßen sind stationäre Einrichtungen, die seitlich neben der Fahrbahn aufgestellt werden. Beim Vorbeifahren eines Fahrzeuges kontrollieren die Säulen, ob der Lkw mautpflichtig ist. Technisch sind die Kontrollsäulen mit ähnlichen Funktionen ausgestattet, wie die auf den Autobahnen installierten Kontrollbrücken. Passiert ein Fahrzeug eine Kontrollstelle, werden ein Übersichts-, ein Seitenansichts- und ein Kennzeichenbild erstellt. Das Fahrzeuggerät sendet die durch den Fahrer eingestellten sowie die auf der „On-Board Unit“ gespeicherten Daten an die Kontrollsäule. Habe der Kunde die Maut entrichtet, werden die Bilddaten sofort gelöscht, versichert Toll-Collect-Pressesprecherin Claudia Steen.

Was ist mit dem Mautausweichverkehr?

Auf den seit 2012 beziehungsweise seit 2015 mautpflichtigen Abschnitten von Bundesstraßen, wie an der B 304 im Ortsgebiet Vaterstetten, wird durch das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) mobil kontrolliert.

Und was ist mit dem Mautausweichverkehr, der vor allem in der Debatte um die Umfahrung Kirchseeon ein Thema war? Laut Toll-Collekt habe es in den vergangen Jahren wegen der Maut keinen signifikanten Ausweichverkehr gegeben, was Studien bewiesen. Transportunternehmen stünden unter Zeit- und Kostendruck. Um rentabel arbeiten zu können, müssten die Unternehmen möglichst viele Aufträge ausführen. Das könnten sie nur, wenn sie direkte Wege auf gut ausgebauten Straßen wählten. Das Ausweichen auf das nachgeordnete Straßennetz sei in der Regel teurer als die anstehenden Mautgebühren.

Das Fahrverhalten sei nach der ersten Ausweitung der Lkw-Maut untersucht worden, so Toll-Collect. Ende 2016 sei der „Bericht über Verkehrsverlagerungen auf das nachgeordnete Straßennetz in Folge der Einführung der Lkw-Maut“ an den Bundestag übergeben worden. Darin sei festgestellt worden, dass die zum 1. August 2012 eingeführte Bundesstraßenmaut auf rund 1100 Kilometer Bundesstraßen kaum zu Verlagerungen geführt hat. Auf rund 1,5 Prozent der Bundes- und Landesstraßen sei der Mautausweichverkehr sogar signifikant zurückgegangen und habe sich im Wesentlichen auf die Autobahnen zurückverlagert.

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