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Der Grafinger Landtagsabgeordnete Thomas Huber lud zum Thema „Schwimmen“ zu einem runden Tisch ein. Unter anderem nahmen teil Landrat Robert Niedergesäß, Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer, BLSV-Kreisvorsitzende Ingrid Golanski, der Grafinger Kämmerer Christian Bauer und Kirchseeons Rathauschef Udo Ockel (v. l.). Foto: kn

Runder Tisch zum Thema Schwimmen und Hallenbäder im Landkreis Ebersberg

Überlebensnotwendig aber teuer

Immer weniger Kinder lernen schwimmen. Haben sie zu wenig Möglichkeiten? Im Durchschnitt sind es für jeden Landkreisbürger nur 5,5 Kilometer zur nächsten Badegelegenheit.

Ebersberg – Angesichts vieler Badeunfälle in Bayern und der steigenden Zahl an Kindern, die nicht mehr sicher schwimmen können, hat der Ebersberger Stimmkreisabgeordnete (CSU) und Landesvorsitzende der Wasserwacht Bayern, Thomas Huber aus Grafing, die Initiative für einen „Runden Tisch“ im Landkreis Ebersberg ergriffen. Gemeinsam mit Vereinen und Kommunen sollte die Situation im Landkreis analysiert und alle Beteiligten eingebunden werden.

Auf Hubers Einladung kamen u.a. Landrat Robert Niedergesäß, Landkreis-Bürgermeister, die BLSV-Kreisvorsitzende Ingrid Golanski, die Ortsgruppen der Wasserwachten im Landkreis sowie Vertreter von Schwimm- und Turnvereinen, darunter auch die 1. Vorsitzende des Schwimmvereins Grafing-Ebersberg, Stefanie Kühn, die ein niederländisches Konzept zum kostengünstigen Bau von Schwimmbädern vorstellte.

Herausforderungen im Landkreis Ebersberg

Im Zuge des Runden Tischs erfolgte eine Bestandsaufnahme für den Landkreis Ebersberg und die Identifikation möglicher Herausforderungen. Thomas Huber informierte über die Entwicklungen auf Landesebene und über bestehende Fördermöglichkeiten u.a. zum Bau und zur Sanierung von Schulschwimmbädern. Als Folge seines im Landtag einstimmig beschlossenen Antrags wurde eine Arbeitsgruppe auf Staatssekretärsebene damit beauftragt, weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Schwimmfähigkeit unter Bayerns Kindern zu erarbeiten. Im Fokus stehen dabei auch die Hallenbäder.

Kommunen brauchen Hilfe des Freistaats

„Ohne ausreichende Schwimmmöglichkeiten ist Schwimmen lernen unmöglich. Deshalb müssen weitere Maßnahmen ergriffen und die Kommunen beim Bau und Unterhalt stärker unterstützt werden“, sagte Huber, der der Meinung ist, dass Schwimmen eine (überlebensnotwendige) Grundfähigkeit sein sollte, und das Schwimmen erlernen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe von Eltern, Schulen und Schwimmorganisationen ist, die man fördern muss.

„Die bei uns vorhandenen Schwimmmöglichkeiten sind im bayernweiten Vergleich sehr gut, doch darf dies nicht über die heute schon bestehenden und zukünftigen Herausforderungen hinwegtäuschen“, erklärte Huber.

Sowohl die Ortsgruppen der Wasserwachten als auch die Schwimmvereine erklärten, dass die vorhandenen Schwimmbadkapazitäten bereits ausgeschöpft und lange Wartelisten bei Schwimmkursen vorhanden sind, was auch an den beschränkt zur Verfügung stehenden Nutzerzeiten am Nachmittag/frühen Abend liegt. Zudem müsse man nach Hubers Auffassung auch die langfristige Perspektive im Blick behalten. Das starke Bevölkerungswachstum und die positive Geburtenentwicklung im Landkreis werden für einen weiteren Mehrbedarf an Schwimmmöglichkeiten sorgen. Als notwendig wurde von den Teilnehmern u.a. der Bau von weiteren Schulschwimmbädern im Landkreis gesehen.

Interkommunale Zusammenarbeit als Lösung

Den Forderungen der Turn- und Schwimmvereine sowie der Wasserwachten nach mehr Schwimmbädern setzte der Bürgermeister von Kirchseeon Udo Ockel eine klare Botschaft entgegen. Bevor der Freistaat den Bau von neuen Bädern unterstütze, müsse man den bestehenden unter die Arme greifen. Vielerorts sorgten die Bäder für hohe Defizite und daher sei es nur gerecht, wenn jene Kommunen unterstützt würden, die diese Last seit vielen Jahren mit Mühe stemmen.

Landrat Robert Niedergesäß zeigte dafür Verständnis und sicherte seine Unterstützung zu. Der Landkreis wirke unterstützend und leiste als Sachaufwandsträger von Schulen seinen finanziellen Beitrag, doch sei der Bau und Unterhalt nicht dessen originäre Aufgabe, sondern die der der Gemeinden. „Die Teilnehmer waren der Auffassung, dass viele Kommunen mit dem Bau und Betrieb von Schwimmbädern finanziell überfordert werden“, berichtete Huber. „Daher müsse möglicherweise über eine Systemerweiterung nachgedacht werden, indem z.B. die interkommunale Zusammenarbeit mehrerer kleinerer Gemeinden stärker gefördert wird und die Mindestklassenanzahl (heute: 60) für die Bezuschussung von Schulschwimmbädern gesenkt wird“.  ez

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