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Noch stehen sie alleine auf dem Tanzplatz: die Kannibalen-Massaker-Organisatoren Aline und Marcus Müller.

Von 8. Juli bis 10. Juli bei Pfaffing

Auf geht's zum "Kannibalen Massaker"

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Pfaffing – „Wir wollen doch einfach nur tanzen!“ Marcus Müller (42) und seine Crew sind mitten in den Aufbauarbeiten und auch deshalb ein wenig aufgeregt. Morgen, Freitag, Punkt 10 Uhr, soll der erste DJ die Lautsprecher aufdrehen zum „10. Kannibalen Massaker“ in einer Kiesgrube bei Pfaffing.

Ja, es wird laut beim Goa-Trance-Festival, das diesmal das Motto „Tandava Ritual“ trägt. Ja, es kommen jede Menge schräger Paradiesvögel in die kleine Gemeinde kurz hinter der östlichen Landkreisgrenze. Und ja, nicht alle finden die Party gut.

Seit Jahren ärgern sich Pfaffinger Bürger über wummernde Bässe – und die Veranstalter über nörgelnde Nachbarn. Heuer soll alles besser werden, versprechen Aline und Marcus Müller, die die bayerische Goa-Party seit elf Jahren auf die Beine stellen.

Vergangenes Jahr fiel das Festival aus. Nun geht es mit einem neuen Konzept in die nächste Runde und das mit „Auflagen ohne Ende“, stöhnt Müller. Aber die Macher stecken nicht zurück.

Das Festival dauert heuer allerdings nur knapp drei Tage. Die Musikanlagen werden erst morgens um 10 Uhr eingeschaltet, um 24 Uhr ist Schluss, am Sonntag sogar schon um 20 Uhr. Damit die Nachbarn im Pfaffinger Neubaugebiet, das ja inzwischen fast bis an die Kiesgrube herangewachsen ist, mehr Ruhe haben, wurde auf Verlangen der Behörden eigens ein teures Emissionsgutachten erstellt. Ergebnis: Mit spezieller Beschallungstechnik dürfte es möglich sein, den Großteil der Geräuschkulisse auf den Tanzplatz zu konzentrieren. Und: statt 2000 Partygängern werden heuer nur 1200 Trance-Fans ewige Energie aus den Goabeats schöpfen. Marcus Müller sieht in seiner Arbeit auch einen kulturellen Auftrag, den es zu erfüllen gilt – „auch wenn es nicht jedem passt“.

„Subkultur hat genauso ihre Berechtigung wie das Traditionelle“, sagen die Müllers. Damit haben die kreativen Köpfe des Festivals sicher nicht Unrecht. Denn beim Kannibalen Massaker stoßen seit jeher Trachtler, Burschen oder Feuerwehrler aus dem Dorf nebenan mit Punks und Transen an – natürlich mit einem Biobier aus der benachbarten Forstinger Brauerei. Ein Fest der Freude und Sinne versprechen die Macher heuer wieder, diesmal allerdings nur für Leute über 18 – und selbstverständlich ohne Drogen. Die Elektrobeats sollten Rauschmittel genug sein.

Auf dem DJ-Stand wechseln sich die besten DJs aus der weiteren Region ab, dazu kommen Live-Acts. Es gibt einen Zeltplatz, eine Marktstraße und Essensstände.

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