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Im Landkreis Ebersberg steigt die Zahl der Lehrverträge. Der Kreis stellt sich damit gegen den oberbayernweiten Trend.

Nachwuchs dringend gesucht

Betriebe im Landkreis brauchen jeden Lehrling

Herausragende Nachwuchskräfte zu finden war noch nie leicht. Aber mancher Betrieb im Landkreis Ebersberg wäre derzeit wohl schon erleichtert, wenn er überhaupt einen neuen Lehrling bekäme. Und obwohl das keine Selbstverständlichkeit mehr ist, ist die Zahl der Lehrverträge gegenüber dem Vorjahr doch um elf Prozent gestiegen, wird aus den Ausbildungsbetrieben der Industrie- und Handelskammer berichtet.

Landkreis –  Wie die jüngsten Zahlen der IHK für München und Oberbayern zeigen, wurden im Landkreis 383 Lehrverträge in Industrie, Handel und Dienstleistungen neu abgeschlossen, das ist ein Plus von fast 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 308 Verträge wurden in kaufmännischen und 75 in gewerblichen Ausbildungsberufen abgeschlossen. Im oberbayernweiten Vergleich bewegt sich der Landkreis mit diesem Ergebnis gegen den Trend, denn im Regierungsbezirk ist die Zahl der Neuverträge um 0,6 Prozent zurückgegangen.

„Diese Nachricht ist erfreulich – trotzdem trotz bleibt es für die Betriebe schwierig, ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern. Die Suche nach geeigneten Bewerbern läuft praktisch das ganze Jahr über. Kreative Ideen, um Jugendliche für die duale Berufsausbildung zu begeistern, sind deshalb wichtiger denn je“, erklärt Sonja Ziegltrum-Teubner, die Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Ebersberg.

Im vergangenen Jahr wurden der Agentur für Arbeit aus dem Landkreis insgesamt 789 freie Lehrstellen in allen Ausbildungsbereichen gemeldet – darunter auch in Handwerk und freien Berufen. 150 davon sind nach Beginn des Lehrjahres im September 2016 unbesetzt geblieben. „Vor allem kleine und mittlere Unternehmen werben intensiv um jeden Schulabgänger und investieren so viel wie noch nie in die Ausbildung. Aufgrund der guten Konjunktur und des Fachkräftemangels bieten sie reichlich Lehrstellen an, erhalten aber zu wenige Bewerber“, so die Parsdorfer Unternehmerin weiter. Hauptgründe dafür seien rückläufige Schulabgängerzahlen in Mittel- und Realschulen sowie der Trend zu weiterführenden Schulen und zum Studium.

Ziegltrum-Teubner fordert in diesem Zusammenhang mehr bildungspolitischen Realitätssinn: „Eine Ausbildung ist für viele Schulabgänger eine bessere Wahl als ein abgebrochenes Studium.“ Derzeit gibt es im Landkreis 224 aktive IHK-Ausbildungsbetriebe, die für rund 60 Prozent der Ausbildungsverträge stehen. Entgegen dem Trend sind das fünf mehr als im Vorjahr.

ez

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