Erschreckende Bilanz zum Jahreswechsel

Fast 40 Einbrüche im Landkreis Ebersberg in zwei Monaten

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Landkreis - Im Landkreis Ebersberg haben sich in den vergangenen zwei Monaten fast 40 Einbrüche ereignet. Mit berücksichtigt sind bei dieser Zahl bis zum Stichtag 23. Dezember auch schwere Einbruchsversuche. Nicht immer gelangten die unbekannten Ganoven nämlich ans Ziel.

„50 Prozent aller Einbruchsversuche scheitern inzwischen“, informiert der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, Hans-Peter Kammerer. Er berichtet freilich auch davon, dass in seinem Zuständigkeitsbereich im Durchschnitt der letzten Jahre jährlich 65 000 Straftaten registriert werden – mit einer steigenden Anzahl von Einbruchsdelikten und bei einer Bevölkerungszahl von 1,5 Millionen Bürgern.

Nur in einem Fall konnten die Täter von der Polizeiinspektion Ebersberg festgenommen werden, in einem anderen Fall liegt eine Täterbeschreibung vor, einmal wurde bei Tatausführung ein schwarzer BMW-Kombi von Zeugen gesehen. Nicht viel.

Angesicht der sich häufenden Einbruchsdelikte ist die Bevölkerung zunehmend verunsichert. Zu Recht? Wie man’s nimmt. Trotz der Kriminalitätsbelastung könne gerade der Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern als „besonders sicher“ gelten, sagt Kammerer. „Die Häufigkeitszahl ist hier besonders niedrig“, zitiert er Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Ganz entscheidend zum Fahndungserfolg beitragen können die Bürger selbst, wie das Beispiel eines Einbruchs in eine Waldhütte bei Kirchseeon zeigt, der sich am 12. November ereignete. Dort hatte ein aufmerksamer Bürger den Beamten mitgeteilt, dass ein junger Mann soeben eine Waldhütte am Spannleitenberg aufgebrochen hatte. Im Rahmen einer sofortigen Fahndung konnte ein 20-Jähriger aus dem Raum München festgenommen werden. Er war kein Einzeltäter. An dem Einbruch hatten sich drei weitere Personen im Alter zwischen 17 und 24 Jahren beteiligt. Wie die Ermittlungen ergaben, „hatten sie ein paar Tage zuvor bereits eine Waldhütte aufgebrochen“, berichtet der Leiter der Polizeiinspektion Ebersberg, Hendrik Polte.

Viele erfolgversprechende Spuren haben die Ermittler nicht, sieht man einmal davon ab, dass bei einem Einbruch in ein Bauernhaus in Unterseifsieden am 14. November ein verdächtiger Kombi in schwarz – vermutlich ein BMW – am Tatort auffiel. Dazu kommt im Fall eines Einbruchs in ein Gartenhäuschen in einem Reihenhausgarten in Grafing-Bahnhof am 28. November ein Täterhinweis. Der Ganove war von der Hauseigentümerin überrascht worden und wurde von ihr so beschrieben: Etwa 55 Jahre alt, schlank, etwa 1,80 Meter groß, bekleidet mit einem schwarzen Overall und einer schwarzen Kappe. Der Unbekannte konnte fliehen. Die Fälle, in denen die Einbrecher auf die Hauseigentümer treffen, zeugen davon, dass die Ganoven immer frecher werden.

Die Polizei reagierte auf die zunehmende Anzahl von Einbrüchen Ende November mit Infoständen unter anderem in Kirchseeon und in Glonn, wo es erst vor wenigen Tagen prompt wieder zu einem Einbruchsversuch kam. Am Grottenweg hatte ein Unbekannter bei einem freistehenden Einfamilienhaus ein Kellerfenster aufgebrochen, dabei aber einen solchen Lärm gemacht, dass die Bewohnerin des Hauses im 1. Stock auf den Eindringling aufmerksam wurde und die Nachbarn verständigte. Daraufhin ergriff der Einbrecher die Flucht.

Oft wird nur ein geringer Bargeldbetrag erbeutet und etwas Schmuck, wie es bei einem Einbruch in der Dobelklause in Grafing der Fall war, der sich am 13. November bereits ereignet hatte.

Manchmal werden auch kuriose Beutestücke von der Polizei gemeldet. Unter anderem wurden in Poing bei einem Einbruch in ein Firmengelände zwei Alutanks von Lastwagen gestohlen. Beuteschaden 13 500 Euro. In Vaterstetten waren es bei einem Einbruch in den Kiosk der Minigolfanlage am Nikolaustag Spirituosen, Werkzeuge und Elektrogeräte, die den Unbekannten in die Hände fielen. Höher war der Beuteschaden bei einem Fall von Serieneinbruch in Markt Schwaben und Poing. Dort wurden von den Einbrechern in einem Kindergarten 1500 Euro erbeutet. Vermutlich dieselben Täter suchten auch ein dortiges Schulgebäude heim und richteten einen Schaden von 5000 Euro an. Die Polizei geht davon aus, dass derselbe Täter auch für einen Einbruch in den Verwaltungstrakt der Schule in Poing in der Gruber Straße verantwortlich ist, wo gewaltsam ein Tresor geöffnet wurde, aus dem Bargeld verschwand.

Mit einem 300 Kilogramm schweren Tresor hatten es die Täter auch bei einem Einbruch in Grafing in ein Haus in der Bürgerling Straße zu tun. Die Unbekannten erbeuteten dort Bargeld und Schmuck.

Bei einem Einbruch in Kirchseeon hingegen dürfte nicht die Beute das Motiv als vielmehr Vandalismus im Spiel gewesen sein. Dort gelangten Unbekannte über ein Fenster ins Innere, wo sie den Inhalt eines Feuerlöschers versprühten.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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