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In den Achtzigern posierte Renate Holland als Weltmeisterin im Bodybuilding vor den Kameras. Inzwischen hat sie die Fitness zum Beruf gemacht und lässt als Unternehmerin vor Gericht die Muskeln spielen.

Ihr gehören Studios im Landkreis Ebersberg

Fitness-Queen kämpft um Gerechtigkeit im Internet

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Landkreis - Früher hat Renate Holland beim Bodybuilding ihre Muskeln spielen lassen – 1985 und 1986 war sie Weltmeisterin und ein Star der Szene. Heute braucht sie ihre Kraft vor Gericht: Seit drei Jahren kämpft die 64-Jährige gegen das Bewertungsportal Yelp.

Holland fühlt sich ungerecht behandelt: Über ihre Fitness-Studios, die sie unter anderem in Ebersberg und Grafing betreibt, werden auf Yelp etliche Negativbewertungen angezeigt – obwohl der Großteil der Kunden sehr gute Erfahrungen beim Training gemacht habe. Weil diese Meinungen nicht offen zu sehen seien, klagte Renate Holland auf Unterlassung. Jetzt verhandelte das Oberlandesgericht den Fall.

Für Renate Holland geht es um sehr viel: um ihr Ansehen. Um Geld, das sie durch fehlende Kundschaft verliert. Und um ihr Recht. „Ich war erschrocken, als ich die vielen Negativ-Bewertungen über meine Studios sah“, sagt sie. „Für mich ist das extrem geschäftsschädigend.“ Zunächst findet die Unternehmerin keine Erklärung. Dann wird das Problem offensichtlich: Tatsächlich sind die allermeisten Nutzer-Bewertungen über ihre Studios positiv, nur werden sie auf dem Portal nicht angezeigt. Das hat technische Gründe, die Yelp nicht ändern will: Ein Algorithmus filtert gefälschte Bewertungen heraus. Das Problem: Dazu zählen offenbar auch jene Beiträge, deren Verfasser bislang nur selten Bewertungen abgegeben haben und nicht mit anderen Nutzern vernetzt sind. Ihre Wertungen gelten als Gefälligkeit und werden nur versteckt gelistet. „Hunderte Empfehlungen für meine Studios sind dadurch im Internet nicht zu sehen“, sagt Holland. „Dadurch habe ich bereits viele potenzielle Kunden verloren.“

Das Problem betrifft auch andere kleinere Firmen: Sie werden nicht nur von versierten Nutzern bewertet, die bei Yelp gut vernetzt sind, sondern eben auch von Gelegenheitsnutzern. Deren Urteil gibt Yelp nach Ansicht Hollands aber nicht dasselbe Gewicht. „Hier wird das Recht auf freie Meinungsäußerung beschnitten“, sagt sie. Eine Nachfrage bei dem Internetportal half ihr nicht weiter. „Man sagte mir nur, ich solle doch mehr Werbung machen.“ Deshalb zog sie vor Gericht: „Ich fordere, dass alle Bewertungen, die je für mich abgegeben worden sind, auch angezeigt werden.“

In erster Instanz hatte Holland keinen Erfolg: Das Landgericht wies ihre Klage vom 12. Februar ab. Die Begründung: Sie habe keinen Anspruch darauf, dass die ausgewiesene Gesamtbewertung aus allen abgegebenen Bewertungen gebildet wird. Denn die Beiträge der Nutzer seien Meinungsäußerungen, die alle gleichwertig sind. Am Oberlandesgericht steht das Urteil noch aus. Renate Holland sagt: „Ich werde weiter kämpfen – auch für kleinere Firmen, die sich keine Klage leisten können. Zur Not gehe ich bis in die letzte Instanz."

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