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Thomas Huber (MdL, CSU) bittet den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann um Hilfe.

Grafinger Landtagsabgeordneter schreibt an bayerischen Innenminister Joachim Herrmann

Schienenverkehr braucht Weichenstellung

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Wie geht es mit der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur und des Schienenpersonennahverkehrs im Landkreis Ebersberg weiter?

Von Michael Seeholzer

Landkreis– Mangelnder Lärmschutz, Verschlechterung des S-Bahntaktes, zweigleisiger Ausbau Grafing-Bahnhof-Ebersberg und Auswirkungen der 3. Startbahn: Offene Baustellen gibt es viele, und die hat der Grafinger Landtagsabgeordnete Thomas Huber jetzt in einem Schreiben an den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) alle angesprochen.

In dem Brief an Herrmann weist Huber darauf hin, dass der Landkreis eine der Gebietskörperschaften ist, die bundesweit am stärksten wachsen. „Das muss bei allen Planungen im Schienenbereich berücksichtigt werden“, sagt Huber seinem Parteifreund. Für großes Unverständnis in der Bevölkerung sorgten die Planungen für die S-Bahntaktung nach Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke. „Trotz der Milliardeninvestitionen, die eigentlich eine Verbesserung der Mobilität erwarten lassen, wird es zu einer S-Bahntaktverschlechterung von derzeit zehn Minuten auf dann 15 Minuten auf den Linien S2 und S4 bzw. S6 kommen“, kritisiert Huber. „Die demografische Entwicklung mit den zu erwartenden steigenden Pendlerzahlen wird aber zu einem erhöhten Bedarf an Zugverbindungen führen.“ Huber bittet den Innenminister „um Prüfung, ob die Verschlechterung der S-Bahntaktung vermieden werden kann“.

Im Zuge vorangegangener Gesprächsrunden zum „Bahnknoten München“ hat der Grafinger Abgeordnete eigenem Bekunden nach immer wieder auf die Notwendigkeit eines Begegnungsgleises bzw. eines teilweise zweigleisigen Ausbaus der Bahnstrecke Grafing-Bahnhof – Ebersberg hingewiesen. Es sei dem Innenminister dankbar, dass der bei den laufenden Gesprächen mit dem Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß und dem MVV Unterstützung signalisiert habe. Denn der Bedarf für den Ausbau sei gleich mehrfach begründet: „Seit der Fahrplanerweiterung auf der Strecke Grafing-Bahnhof-Reitmehring kommt es insbesondere zu Stoßzeiten immer wieder zu Zugausfällen, da die eingleisige Strecke Grafing-Bahnhof–Ebersberg zu wenig Gleiskapazitäten zur Verfügung stellen kann“, schildert Huber dem bayerischen Innenminister die Situation. „Auch dies führt immer wieder zu Verspätungen mit weitreichenden Auswirkungen auf den (Schienen-)Verkehr. Hinzu kommen immer wieder technische Störungen auf der Strecke“, kritisiert Huber und fordert, „die notwendigen Gelder für diese Maßnahmen einzuplanen“. Bei allen gegenwärtigen und künftigen Planungen zum Bahnausbau zwischen Grafing-Bahnhof und Wasserburg müssten dringend die Auswirkungen auf die verkehrliche Situation in der Stadt Grafing einbezogen werden. „Schon heute kommt es aufgrund der Bahnübergänge in und um Grafing regelmäßig zu hohen Rückstaus auf den Straßen“, beschreibt Huber die Situation vor Ort und weist dabei auf die Notwendigkeit von ausreichenden Lärmschutzmaßnahmen entlang der Bahnlinien im Landkreis Ebersberg, insbesondere entlang des Brennerzulaufs hin. „Schon heute beschweren sich viele Anwohner zu Recht.“

Voraussetzung für einen in Zukunft möglicherweise notwendig werdenden Bau einer dritten Startbahn am Flughafen München sei ein nachgewiesener Bedarf sowie der erfolgte Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. „Gegenwärtig sind diese Voraussetzungen nicht gegeben“, so Huber.

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