+
Nach dem vierten Fall von Hirnhautentzündung rät das Gesundheitsamt der Bevölkerung zur Impfung. 

Landkreis in Bayern in Sorge

Erneuter Fall von Hirnhautentzündung: Es ist derselbe Erreger - Amt warnt Bürger

  • schließen

Angst in Ebersberg! Bereits der vierte Fall von Hirnhautentzündung innerhalb kürzester Zeit. Besonders beunruhigend: Sie alle wurden vom selben Erreger ausgelöst.

Landkreis – Beunruhigende Nachrichten aus dem Gesundheitsamt Ebersberg: Auch der jüngste – nämlich inzwischen vierte – Fall von Hirnhautentzündung im Landkreis Ebersberg wurde von dem Erreger desselben Serotyps verursacht, der innerhalb weniger Wochen schon drei mal für dramatische Krankheitsverläufe gesorgt hat (wir berichteten). Das bestätigte der Leiter der Gesundheitsbehörde, Hermann Büchner, gegenüber der Ebersberger Zeitung. Der Sachverhalt sei durch ein Würzburger Labor eindeutig bestätigt worden.

Vierter Fall von Hirnhautentzündung mit selbem Erreger

„Der Erreger zirkuliert nach wie vor im südlichen Landkreis“, warnt Büchner, der der Bevölkerung zu einer Impfung rät. „Das kann jeder Hausarzt machen.“

Selbst wenn sich weite Teile der Bevölkerung auf diese Weise immunisieren ließen, glaubt Büchner nicht daran, dass „das Auswirkungen auf den bundesweiten Impfstoffmarkt haben würde“. Ein Engpass sei deshalb nicht zu befürchten. Allerdings hätten sich bisher nicht alle Krankenkassen dazu bereit erklärt, die Kosten zu übernehmen, „nur die kleineren Kassen, und die anstandslos“.

Besorgte Anrufe der Bürger im Gesundheitsamt

Büchner berichtet von zahlreichen Anrufen aus der Bevölkerung in seiner Behörde, die das Thema Kostenübernahme betroffen hätten. „Für Hartz-IV-Empfänger oder Menschen mit geringem Einkommen“ würden die Kosten in Höhe von etwa 60 Euro (mit Arzthonorar) unter Umständen aber eine entscheidende Rolle spielen, ob sich jemand impfen lassen könne oder nicht. Fest steht: Durch die bisher vorgenommenen Impfungen sei es „leider nicht gelungen, die Verbreitung des Erregers zu stoppen“. Auch eine „direkte Infektionskette konnte nicht festgestellt werden“, so Büchner.

Mehr zum ThemaFünf neue FSME-Risikogebiete in Bayern: Auch neue "Super-Zecke" wurde gesichtet.

Bakterium wird weiter verbreitet - Aufruf zur Impfung

Der Leiter des Gesundheitsamtes vermutet, dass es im Landkreis Ebersberg mehrere Personen gibt, die den Erreger im Nasen- und Rachenraum tragen würden, ohne selbst zu erkranken. Diese Personen würden das Bakterium, das die Krankheit auslösen kann, weiter verbreiten. Neuerliche Infektionen seien deshalb besonders bei Personen mit geschwächter Immunabwehr nicht auszuschließen. „Das ist wie bei einer Grippe. Die weitere Entwicklung müssen wir abwarten.“ Zum Einsatz kommen könne auch ein Kombinationsimpfstoff, „wie er in der Reisemedizin Anwendung findet“.

Der vierte Fall von lebensbedrohlicher Hirnhautentzündung im Landkreis innerhalb kurzer Zeit stellt die Fachleute vor ein Rätsel. Zuletzt hatte sich ein 21-jähriger Glonner angesteckt.

Die Krankheit kann einen dramatischen Verlauf nehmen. Im Mai hatten einer 19-Jährigen nach einer Meningokokken-Sepsis beide Füße amputiert werden müssen.

Lesen Sie auchMädchen (4) hat Kopfweh - Tage später liegt es im Koma: Dieser tragische Grund steckt dahinter.

Mehr zum Thema Impfen im Video: Masernfälle nehmen weltweit zu

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Haus nur zur Hälfte genehmigungsfähig
Wer von Ebersberg kommend nach Kirchsee fährt, sieht rechts, also Richtung Norden, bei der Abfahrt vom Spannleitenberg das ehemalige Forsthaus. Das soll abgerissen …
Haus nur zur Hälfte genehmigungsfähig
Streit ums Kirchlein - Es geht um 3,9 Meter
Es geht nur um maximal 3,9 Meter. Aber das Denkmalamt will, dass kein Schatten auf die Maria-Hilf-Kapelle in Markt Schwaben fällt.
Streit ums Kirchlein - Es geht um 3,9 Meter
Charlotte muss weg - wegen zweier Mehrfamilienhäuser
„Das was jetzt entsteht, ist qualitätsvoller, als das, was vorher war.“ Das war die Aussage des Vaterstettener Bauamts. Auch die Mitglieder des Bauausschusses sahen das …
Charlotte muss weg - wegen zweier Mehrfamilienhäuser
Verdichtung mit Mini-Gärten sorgt für Kritik
Stichwort Innerortsverdichtung: Wie weit darf man dabei gehen, wie klein dürfen die Gärten werden? Das Baurecht ist eindeutig, wie man jetzt in Baldham sieht.
Verdichtung mit Mini-Gärten sorgt für Kritik

Kommentare