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Andreas Lenz (CSU, re.) und Ewald Schurer (SPD), hier beim Kickern, sind sich beim Thema Homo-Ehe nicht einig.

Am Freitag wird im Bundestag abgestimmt

Homo-Ehe: Lenz sagt Nein, Schurer sagt Ja

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Der Bundestag wird am Freitag, 30. 6.,  über die Ehe für alle abstimmen.  So werden die heimischen Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz (CSU) und Ewald Schurer (SPD) abstimmen.

Ebersberg/Berlin – Der Bundestag wird am heutigen Freitag über die Ehe für alle abstimmen. Gleichgeschlechtliche Paare sollen nicht länger nur „eingetragene Lebensgemeinschaften“ eingehen können, sondern Ehen zwischen Mann und Frau gleichgestellt werden. Das Thema ist so brisant und vor allem in der Union umstritten, dass der Fraktionszwang aufgehoben wird. Die Abgeordneten sollen, so Kanzlerin Angela Merkel, nur ihrem Gewissen folgen.

Die Vertreter des Wahlkreises Erding-Ebersberg, Andreas Lenz (CSU) und Ewald Schurer (SPD), sind unterschiedlicher Meinung: Lenz lehnt die Homo-Ehe vorläufig ab, Schurer ist dafür. Lenz stört sich schon daran, dass sich Merkel von der SPD hat überrumpeln lassen. Er hätte sich eine Anhörung und intensive Diskussion darüber gewünscht.

Zudem meldet Lenz verfassungsrechtliche Bedenken an. Was das Adoptieren von Kindern durch gleichgeschlechtliche Eheleute betrifft, gibt es für ihn noch offene Fragen. „Auch aus diesem Grund werde ich mit Nein stimmen.“ Lenz stellt aber auch klar, dass er keinesfalls per se gegen Lebensgemeinschaften von Schwulen und Lesben ist: „Jeder ist, so wie er ist, von Gott gewollt.“ Immerhin zeige ihm die Debatte, dass die Institution Ehe offensichtlich nach wie vor hoch im Kurs stehe. Für den Wahlkampf wünscht er sich einen Fokus auf die Förderung von Familien.

Für Schurer steht fest: „Ich werde mit Ja stimmen. Die Zeit ist reif dafür.“ Er sei zwar gläubiger Katholik, dennoch sei es richtig, die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen“, so Schurer. „Daran wird die Gesellschaft gewiss nicht zerbrechen. Sie nimmt eher Schaden, wenn es immer weniger Menschen gibt, die unverbrüchlich zueinander stehen.“ Der Beschluss folge der Realität: „Schon heute kommen etwa in München 40 Prozent der Kinder aus Familien, die nicht dem klassischen Format entsprechen.“ Schurer will die Homo-Ehe mit allen Konsequenzen. „Das Erbrecht ist für verheiratete Schwule und Lesben dann in gleicher Weise anzuwenden. Warum sollen sie ein Kind mit weniger Liebe und Fürsorge erziehen als Väter und Mütter im herkömmlichen Stil?“

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