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Gewalt gegen Frauen nimmt im Landkreis Ebersberg erheblich zu. Die SPD im Kreistag will deshalb Hilfsangebote verbessern.

Häusliche Gewalt nimmt im Landkreis Ebersberg dramatisch zu

SPD fordert: Frauen und Kinder besser schützen!

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Die Zahlen sind dramatisch: Laut Kreis-SPD meldeten sich im Jahr 2015 156 Frauen wegen häuslicher Gewalt beim Frauennotruf Ebersberg. 2017 seien mit 337 Fällen mehr als doppelt so viele Anzeigen registriert worden. Die Dunkelziffer dürfte noch deutlich höher liegen.

Landkreis – Frauen und Kinder sollen besser vor Gewalt geschützt werden. Das fordert die SPD im Landkreis Ebersberg in einem Antrag an Landrat Robert Niedergesäß (CSU). Die Kreistagsfraktion der Sozialdemokraten beantragt deshalb die Errichtung weiterer Frauenhausplätze sowie die Schaffung zusätzlicher Übergangs- und Notwohnungen für von Gewalt betroffene Frauen. Zudem soll laut SPD-Fraktionssprecher Albert Hingerl sowie den Kreisrätinnen Doris Rauscher und Bianka Poschenrieder das bestehende Hilfsangebot des Frauennotrufs im Landkreis ausgeweitet werden. Frauen und Kinder, die Opfer von häuslicher Gewalt werden, sollen zeitnah die bestmögliche Unterstützung erhalten. Und es geht zudem um weitere Hilfen nach der Zeit im Frauenhaus.

Hintergrund: Bislang stehen im Frauenhaus Erding für die Landkreise Erding und Ebersberg gerade einmal sechs Plätze zur Verfügung. „Deutlich zu wenig für den gestiegenen Bedarf“, so die SPD. Und die Genossen kritisieren die Alleingänge des Landrats in Erding. Der Landkreis Ebersberg sei in die Entscheidungsprozesse zu Kündigung und Neuausschreibung der Trägerschaft des Frauenhauses mangelhaft eingebunden worden. Jetzt „muss dringend sichergestellt werden“, dass Frauen und Kindern im Landkreis Ebersberg jederzeit ein passendes Hilfsangebot zur Verfügung stehe, das nicht von Entscheidungen anderer abhänge. Deshalb soll der Landkreis Eberberg „die Dinge selbst in die Hand nehmen und eigenständig reagieren“.

Mit dem Frauennotruf bestehe bereits eine hervorragende erste Anlaufstelle. Für diese Einrichtung fordert die SPD mehr kommunale Zuschüsse und mehr Personal. Der Landkreis soll zudem schnellstmöglich Planungen für „verlässliche Frauenhausplätze“ und Übergangswohnungen in die Wege leiten. „Wir müssen nicht unbedingt ein neues Frauenhaus bauen“, so Hingerl aufEZ-Nachfrage. Man brauche aber ein deutlich besseres Angebot, das sich Hingerl teilweise auch in Poing vorstellen könnte. Dort ist der SPD-Sprecher Bürgermeister. Das Angebot solle zudem landkreisübergreifend organisiert werden. Es müsse beispielsweise möglich sein, Frauen weiter entfernt von dem Ort unterbringen zu können, an dem sie Gewalt erlebt hätten. Zudem sei auch eine Beratung notwendig, die Frauen helfe, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Es müsse sicher gestellt werden, so die SPD, dass betroffene Frauen nicht wegen drohender Obdachlosigkeit länger als nötig im gewalttätigen Umfeld ausharren, in dieses zurückkehren oder länger als erforderlich einen Platz im Frauenhaus belegen müssen.

„Die Versorgung von Frauen und ihren Kindern in einer Notsituation ist in unsren Augen eine wesentliche Aufgabe der Gesellschaft“, so die SPD. „Jeder Euro ist hier gut investiert.“

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