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Wer für die kommende Stimmabgabe zur Bundestagswahl 2017 noch keinen Wahlschein erhalten hat, muss selbst aktiv werden.

Weil jede Stimme zählt

Kein Wahlschein? Das ist zu tun

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Eigentlich müssten alle Wähler im Landkreis ihre Wahlscheine bereits im Briefkasten gefunden haben. Um den 20. August herum wurden sie verschickt, bestätigt der neue Kreiswahlleiter Andreas Wenzel (44). In seinem Büro im Untergeschoss des Landratsamts hängt eine umfangreiche Check-Liste, die er vor der Bundestagswahl abarbeiten muss.

Landkreis – Dabei ist teilweise sogar Muskelkraft gefordert: Am vergangenen Donnerstag wurden in der Kreisbehörde von der Druckerei die Stimmzettel für den Urnengang angeliefert. „Die wurden danach von den Gemeinden abgeholt“, sagt Wenzel, der auf den langjährigen und erfahrenen Kreiswahlleiter Paul Hofmann folgte. Der ist inzwischen in Pension gegangen. Für den Wahlgang am 24. September 2017 steht er der Kreisbehörde noch stundenweise als „Sicherheitsreserve“ zur Verfügung.

Was kann ein Bürger unternehmen, sollte er bis jetzt keinen Wahlschein erhalten haben? Diese theoretische Möglichkeit besteht tatsächlich, informiert Wenzel, der aus Unterfranken nach Oberbayern gekommen ist – „der Liebe wegen“, sagt der 44-Jährige und lacht. Denn apropos Umzug: Wenn jemand vor Kurzem erst seinen Wohnort gewechselt hat, kann es sein, dass sein Name noch nicht im Wahlverzeichnis registriert ist. Dann bekäme er auch keinen Wahlschein. Das gilt auch dann, wenn einer an seinem neuen Wohnort aufgrund der Kürze der Zeit noch nicht gemeldet ist. „In so einem Fall muss man sich an die Gemeinde wenden“, informiert der neue Kreiswahlleiter, der etwa seit einem Jahr im Amt ist. Dort werde dann ein Datenabgleich gemacht.

Komplizierter ist die Lage, wenn es sich um „Auslandsdeutsche“ handelt – und das werden offensichtlich immer mehr. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Personen, denen ihre Rente in Deutschland nicht reicht, oder die aus einem anderen Grund ihren Lebensabend lieber im Ausland verbringen. „Dann muss geprüft werden, welchen Bezug sie noch zu Deutschland haben. Das machen aber die Gemeinden selbst“, sagt Wenzel. Der Vorgang sei jedoch relativ kompliziert und umfangreich. In der Regel nimmt diese Personengruppe die Möglichkeit der Briefwahl in Anspruch. Früher musste man das extra begründen, das ist aber vorbei. „Inzwischen ist die Briefwahl zu einer echten Alternative geworden“, berichtet der Kreiswahlleiter. „Sie hat stark zugenommen.“

Wenzel selbst hat diese Möglichkeit für sich in Anspruch genommen, weil er am Wahltag zusammen mit einer kleinen Gruppe von Bediensteten in der Kreisbehörde alle Hände voll zu tun hat.

Im Foyer des Landratsamtes werden am Wahlabend mittels Computer und Beamer alle Stimmenergebnisse veröffentlicht, die aus den 21 Kommunen des Kreises eintreffen. Auch ein Fernseher wird aufgestellt, damit die Hochrechnungen und die vorliegenden Ergebnisse auf Bundesebene eingesehen werden können. „Interessierte Bürger können gerne ins Landratsamt kommen, nicht nur die Abgeordneten selbst“, lädt Wenzel ein.

Inzwischen ist das Einpflegen der auflaufenden Daten weitestgehend automatisiert. „Wenn sie bei uns eintreffen, werden sie sehr zeitnah auf der Seite des Landratsamtes veröffentlicht“, informiert der Kreiswahlleiter über den geplanten, zeitlichen Ablauf. Das Programm der „Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern“ (AKDB macht es möglich.

Wenn die Wahl vorbei ist, beginnt in der Ebersberger Kreisbehörde die Arbeit aber erst richtig. Dort müssen am nächsten Tag nämlich alle Stimmzettel noch einmal durchgecheckt werden, bei denen der Wählerwille nicht ganz eindeutig und auf den ersten Blick erkennbar war. Die Entscheidung der Wahlleiter in den Gemeinden wird noch einmal einer genauen Prüfung unterzogen – erst danach gibt es ein amtliches Ergebnis, das freilich von dem vorläufigen in der Regel nicht mehr stark abweicht. Aber Ordnung muss eben sein.

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