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Hier bekommt Hilfe, wer nicht mehr weiterweiß – Sie stellten die Nummer des Krisendienstes Psychiatrie vor (v.l.): Georg Knufmann, Leiter Sozialpsychiatrische Dienste Ebersberg, Oberbayerns Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Teamleiterin Claudia Fischer, Gebietskoordinatorin Andrea Kreppold -Roth, Bezirksrätin Susanne Linhart, Michael Herrmann, ehemals selbst Betroffener, Brigitte Weitzer, Mutter eines psychisch Erkrankten. 

Notfalltelefon

Telefonnummer gegen die  Seelen-Krise

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Landkreis - Ansprechpartner für Menschen in seelischer und psychischer Not – das sind die Mitarbeiter vom Krisendienst Psychiatrie. Ab sofort gibt es direkte Beratung und im Notfall Soforthilfe vor Ort unter der einheitlichen Rufnummer (0180) 655 3000.

Als Michael Herrmann vor dem psychischen Zusammenbruch steht, hat er Glück: Glück, dass er noch die Kraft aufbringt, nach draußen zu gehen; Glück, dass er zufällig an die richtige Ärztin gerät. „Ich musste die Hilfe suchen, die ich brauchte“, erzählt Herrmann nun, viele Jahre danach. Doch dass Menschen, die psychisch und seelisch in der Krise sind, der Zufall hilft, ist die Ausnahme.

Flächendeckendes Netzwerk an professionellen Helfern

Deshalb gibt es in den Landkreisen Ebersberg und Erding seit 1. Dezember den gemeinsamen Krisendienst Psychiatrie. Den bauen der Bezirk Oberbayern und verschiedene psychiatrische Dienste derzeit auf. Unter der einheitlichen Telefonnummer (0180) 655 3000 steht Betroffenen ein flächendeckendes Netzwerk an professionellen Helfern zur Verfügung, an die sie sich täglich von 9 bis 24 Uhr wenden können.

So soll es leichter werden, in Krisensituationen Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Nicht warten, bis es eskaliert“, appelliert Oberbayerns Bezirkstagspräsident Josef Mederer. „Je früher man Hilfe sucht, desto besser.“ Der Bezirk gibt oberbayernweit jährlich gut 7,4 Millionen Euro für den Krisendienst Psychiatrie aus.

Unkomplizierte Beratung für Betroffene, Freunde und Angehörige

Anrufen können Betroffene, aber auch deren Angehörige, Freunde und Kollegen, die Rat suchen. Am Telefon sind ausgebildete Fachkräfte dafür da, zuzuhören und gemeinsam mit dem Anrufer die richtige Reaktion zu erarbeiten. „Unsere Mitarbeiter nehmen sich die Zeit, die es braucht“, verspricht die Teamleiterin der Leitstelle, Claudia Fischer.

Wenn das Telefongespräch keine Besserung bringt, erläutert Bezirkstagspräsident Mederer, können die Helfer des Krisendienstes auch binnen kürzester Zeit einen Termin für ein Therapiegespräch in der Region des Betroffenen organisieren – unbürokratisch und ohne große Wartezeiten.

In akuten Fällen besucht die Rufbereitschaft binnen einer Stunde die Betroffenen daheim

In besonders akuten Fällen steht außerdem ein mobiler Krisendienst bereit, aus hochqualifizierten haupt- und nebenamtlichen Helfern, darunter im Landkreis Ebersberg tätige Psychologen, Sozialpädagogen und Pflegekräfte mit psychiatrischer Berufserfahrung. Diese besuchen Betroffene auf Wunsch daheim in vertrauter Umgebung – die Rufbereitschaft kann landkreisweit in deutlich unter einer Stunde vor Ort sein.

„Eine Zwangseinweisung soll und muss die absolute Ausnahme bleiben“, betont Mederer. Die Horrorvorstellung für Betroffene, das Anrücken von Polizei und Rettungsdienst mit Blaulicht und Sirene, soll mit dem Krisendienst der Vergangenheit angehören, hofft der Bezirkstagspräsident. „Psychiatrie, die Sinn macht“, nennt das Ebersbergs Dienstleiter Georg Knufmann. Psychiatrische Notfallversorgung gehöre „mitten ins Leben hinein“.

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