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Nach Protesten in den Landkreisen Erding wächst nun auch bei den A 94-Gemeinden im Landkreis Ebersberg der Unmut.

Nach Neueröffnung

A 94-Lärm: Jetzt protestieren weitere Anrainer - Bittbrief an Söder

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Nachdem die Staatsregierung für den neu eröffneten Teil der A 94  wegen des starken Lärms Nachbesserungen angekündigt hat, melden sich nun Anrainer entlang der „alten“ Strecke zu Wort. 

Landkreisnorden – Nachdem sich in Angelbrechting sowie in den Gemeinden Anzing und Forstinning Anwohner der A 94 gemeldet und berichtet haben, dass mit dem angestiegenen Verkehr auch der Lärm auf der Autobahn zugenommen habe (wir berichteten), hat sich nun der CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Huber aus Grafing direkt an Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder gewandt.

Ebersberg: MdL Huber schreibt an Söder

Unter der Überschrift „Maßnahmen bzgl. der Lärm- und Verkehrssituation A 94“ schreibt er: „Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Söder, lieber Markus, wie Du Dich auch bei einem persönlichen Ortstermin überzeugen konntest, hat das neu eröffnete Teilstück der A 94 zwischen Pastetten und Heldenstein zu einer deutlich gestiegenen Lärmbelastung für die Anwohner geführt. Doch während das Hauptaugenmerk in den letzten Wochen vor allem auf der Situation der Anwohner des neuen Teilstücks lag, beklagen sich mittlerweile auch die Anrainer-Gemeinden der Bestandsstrecke durch meinen Stimmkreis Ebersberg.“ Auch dort, so Huber, habe die Lärmbelästigung infolge der Neueröffnung des Teilstücks durch das erhöhte Verkehrsaufkommen „deutlich zugenommen“.

Pendlerstau auf Autobahn und in Gemeinden

Das sei nicht die einzige negative Folge der neuen A 94: Vermehrt würden Autofahrer beim täglichen Pendlerstau zwischen Pastetten und Parsdorf ausweichen auf die Straßen durch die angrenzenden Gemeinden. „Hierdurch kommt es zu erheblichen Verkehrsbelastungen und auch Sicherheitsgefährdungen innerhalb der Ortschaften“, schreibt Thomas Huber in seinem Brief, den er am Wochenende der Presse weitergeleitet hat.

Verbesserungen für alten Streckenabschnitt gefordert

Als Lösungsansätze schlagen die Bürgermeister von Anzing und Forstinning sowie Anwohner aus Angelbrechting Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der A 94 sowie Verbesserungen des Lärmschutzes vor. Der CSU-Ortsverband Poing hat außerdem einen Lärmaktionsplan angeregt. Nachdem Ministerpräsident Söder vor einigen Wochen nach seinem Besuch an der neu eröffneten Teilstrecke Nach- und Verbesserungen angekündigt hat, hoffen nun auch die Anrainer im Landkreis Ebersberg auf entsprechende Maßnahmen. Zumal der Belag auf diesem, altem Streckenabschnitt in manchen Teilen schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen ist und entsprechend Lärm verursacht.

MdL: Staatsregierung soll schnellstmöglich handeln

„Es wäre wichtig, dass die Politik hier schnellstmöglich handelt und die Menschen und Kommunalverwaltungen nicht mit der Situation im Stich lässt“, schreibt Thomas Huber in seinem Brief an Markus Söder. „Ich bitte Dich daher darum, nicht nur für den neuen Teilabschnitt, sondern auch für die bestehende Strecke zwischen Pastetten und München prüfen zu lassen, inwiefern den Wünschen der Bürgermeister entsprochen werden kann.“ Der letzte Satz des Schreibens lautet: „Die Bürgerinnen und Bürger der Anrainer-Gemeinden und ich wären Dir sehr dankbar, wenn Du hier auch eine Verbesserung der Situation entlang der ,alten’ A 94 erreichen könntest.“

Treffen der Bürgermeister

Unabhängig von Hubers Brief mit Datum 5. Februar, hat Poings Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) in der Gemeinderatssitzung am 6. Februar angekündigt, dass sich in Kürze die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden Hohenlinden, Forstinning, Anzing, Poing und Markt Schwaben zu diesem Thema treffen würden. Hier solle darüber diskutiert und entschieden werden, wie sich die fünf Kommunen gemeinsam positionieren.

So sieht der Protest in anderen Kommunen entlang der A 94 aus. 

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