+
Vor dem Amtsgericht Ebersberg musste sich ein junger Mann verantworten, der auf Polizisten losgegangen war.

Junger Mann vor dem Amtsgericht Ebersberg

Vier Polizisten bändigen Partyschreck

  • schließen

Partyschreck war ein damals 20-Jähriger, der 2018 ein Fest im westlichen Landkreis gesprengt hatte. Am Ende waren vier Polizisten notwendig, ihn zu bändigen.

Landkreis – Bei der  angesetzten Verhandlung am Amtsgericht Ebersberg waren außergewöhnlich viele junge Leute unter den Zuhörern. Das lässt den Schluss zu, dass die Partygäste Interesse an der gerichtlichen Aufarbeitung des Vorfalles hatten. Sie bekamen Gratisunterricht in Staatskunde und waren nur unwesentlich jünger als die drei Polizisten, die als Zeugen zu dem Ausraster des jungen Mannes vernommen wurden.

Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte

Der stand wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, tätlichen Angriffs, Beleidigung und Körperverletzung vor Richter Dieter Kaltbeitzer. Die Beamten waren verletzt worden, als der junge Mann unvermittelt auf die Polizisten losgegangen war und deswegen an Händen und Füßen gefesselt werden musste.

Ursächlich für den Polizeieinsatz war ein Anruf auf der Ebersberger Inspektion. Dieser wiederum war dem Umstand geschuldet, dass der Heranwachsende in einem Maß alkoholisiert war, der anderen Partygästen Angst machte – aber nicht allen. „Ich hätte eher den Krankenwagen geholt“, meinte eine Zeugin vor Gericht, die mit ihrer detaillierten und gefasst vorgetragenen Aussage viel zur Aufklärung des Tathergangs betrug, zu dem auch der junge Mann selbst mit kaum hörbarer Stimme spärliche Aussagen machte.

Angeklagter hatte zum Tatzeitpunkt 1,7 Promille

Dabei stellte sich heraus, dass er auf ärztliche Anordnung zum damaligen Zeitpunkt das Medikament Sertralin einnehmen musste. Das ist eine Arznei gegen Depressionen, Angst und Panikstörungen. „Ich kann mich damit besser konzentrieren“, flüsterte der Angeklagte. Zum Tatzeitpunkt errechnete ein Gutachter einen Blutalkoholgehalt von bis zu 1,7 Promille.

Als die Polizei am Tattag zu der Feier gerufen wurde, lag der junge Mann schon schlafend auf einer Bank, den Kopf auf dem Schoß einer der weiblichen Partygäste. Als ihn gegen 5.45 Uhr die Polizisten aufweckten, um ihm vorzuschlagen, dass er besser „im Haus weiterschlafen“ solle, eskalierte die Situation schnell. Der Angeklagte ging auf die Beamten los und widersetzte sich ihnen derart, dass nur eine Fixierung half.

Der Heranwachsende beschimpfte die Polizisten und drohte ihnen, er habe „schon ganz andere Bullen geschlagen“. Diese Behauptung ließ sich jedoch bei einer Durchsicht seines Strafregisters nicht erhärten, in dem es drei Einträge gibt.

Lesen Sie auch: Angriff mit dem Vorschlaghammer

Freilich lenkt die Aussage aber den Blick auf das, was der Angeklagte durch sein Verhalten den ganzen Abend auf der Party eigentlich versuchte: Nämlich die Aufmerksamkeit der Gäste auf sich zu ziehen. Immer wieder verlangte er trotz seiner bereits schweren Alkoholisierung nach mehr Bier, und weil ihm das verweigert wurde, versteckte er sich dann in einem nahen Feld, wo er sich kurze Zeit später wieder „finden“ ließ.

Sorge der Gäste nicht unbegründet

Die Sorge der Partygäste war überdies nicht ganz unbegründet, wie sich in der Verhandlung herausstellen sollte. Der Mann nimmt aktuell wegen seines Alkoholproblems an einer Präventionsmaßnahme teil, weil ihm das von der Führerscheinstelle auferlegt worden war. Zudem befindet er sich in psychologischer Behandlung und war deswegen auch schon in einem Bezirkskrankenhaus. Bei seiner Festnahme hatte er den Beamten immer wieder Anfälle von Ohnmacht angekündigt, in die er dann auch prompt fiel.

Auch interessant: Markt Schwabener (60) bestiehlt seinen Arbeitgeber

Die Polizisten hatten zwar Strafantrag gestellt, bekräftigten jedoch vor Gericht, dass ihre Verletzungen nicht schwerwiegend gewesen seien. Dass sich der Angeklagte zum Schluss der Verhandlung artig bei ihnen entschuldigte, wurde strafmildernd anerkannt. Richter Dieter Kaltbeitzer verurteilte den jungen Mann zu acht Tagen sozialen Dienst.

Lesen Sie auch: Polizei fesselt randalierenden Italiener

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Elisabeth Pausch (30) ist neue Försterin im Auspark-Ost
Sie ist 30 und Forstingenieurin: Elisabeth Lausch hat jetzt die Stelle der Försterin im Staatsforstrevier Forstinning übernommen.
Elisabeth Pausch (30) ist neue Försterin im Auspark-Ost
Poing: Für Senioren gibt‘s jetzt alles in einem Heft
Für Poings Senioren steht ab sofort alles für sie Wissenswerte in einer neuen Broschüre. Die gibt‘s kostenlos. 
Poing: Für Senioren gibt‘s jetzt alles in einem Heft
In fünf Jahren startet Poings Gymnasium - vorher schon Vorläuferklassen
Das Poinger Gymnasium soll in fünf Jahren in Betrieb gehen. Schon zwei Jahre zuvor sollen Vorläuferklassen starten. Das gab Landrat Robert Niedergesäß jetzt bekannt.
In fünf Jahren startet Poings Gymnasium - vorher schon Vorläuferklassen
Räuber im Linienbus: Er wollte ein Handy
Im Bus der Linie 461 ist es am Donnerstagabend am S-Bahnhof Poing zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Ein Mann hatte versucht, ein Handy zu rauben.
Räuber im Linienbus: Er wollte ein Handy

Kommentare