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Heiraten im Landkreis Ebersberg bleiben zum Großteil eine deutsch-deutsche Angelegenheit, derzeit jedenfalls. 

Wer heiratet wen?

Multikulti am Standesamt

Wird der Landkreis Ebersberg immer „bunter“?

Ebersberg –  Im Jahr 2017 hatten von 590 Hochzeitspaaren 95 oder 16,1 Prozent einen deutschen und einen ausländischen Partner. 81,2 Prozent aller Heiraten waren rein deutsch-deutsche Angelegenheiten.

In 2,7 Prozent aller registrierten Eheschließungen hatten Braut und Bräutigam eine ausländische Staatsbürgerschaft (allerdings nicht zwingend dieselbe). In Bayern insgesamt lag der Anteil der deutsch-ausländischen Verbindungen bei 12,5 Prozent.

Damit stieg die Quote der Multikulti-Ehen in Bayern nur ganz leicht. 2016 hatte der Anteil bei 12,3 Prozent gelegen. Allerdings bestehen dabei regional große Unterschiede: In der Landeshauptstadt München, die nicht zuletzt wegen der Arbeitsmarktsituation viele Zuzügler aus dem (außer-)europäischen Ausland anzieht, ist mit 24,8 Prozent rund jede vierte Eheschließung eine deutsch-ausländische Verbindung. Im Kreis Bayreuth sind nur 3,9 Prozent gemischte Doppel, also rund jede 25. Ehe. Bei uns im Kreis Ebersberg lag die Quote zuletzt bei 16,1 Prozent, das entspricht rechnerisch jeder 6,2-ten Heirat.

Das Heiratsgeschehen nüchternen in Zahlen

2017 schlossen insgesamt 590 Paare den Bund fürs Leben, 15 weniger als im Vorjahr. Darunter waren 95 deutsch-ausländische Hochzeitspaare (Vorjahr: 97). Dabei war in 54 Fällen die Frau Ausländerin, in weiteren 41 Fällen der Mann Ausländer. Insgesamt 479-mal trauten die Standesbeamten Paare, bei denen Mann und Frau einen deutschen Pass vorlegen konnten (Vorjahr: 496), und bei weiteren 16 Brautpaaren hatten beide eine ausländische Staatsangehörigkeit (Vorjahr: 12).

Vor allem deutsche Männer mögen die binationale Ehe. Zumindest heiraten bayernweit mehr Deutsche eine Ausländerin, als deutsche Frauen einen Ausländer: Am häufigsten treten deutsche Frauen mit türkisch-stämmigen Ehepartnern vor den Standesbeamten, gefolgt von Österreichern. Die Männer ehelichten in den vergangenen Jahren laut Statistik meistens Türkinnen, Österreicherinnen oder Polinnen, Ukrainerinnen oder Asiatinnen sind bei Multikulti-Ehen auch häufig zu finden.

Dreimal „Tschüss“ sagen geht nicht

Die standesamtliche Trauung wird auch von hier lebenden Menschen verlangt, die Ehepaar werden wollen und die beide ausländische Staatsbürger sind: 16-mal oder in 2,7 Prozent aller Eheschließungen im Kreis Ebersberg war dies vergangenes Jahr der Fall. Im Land liegt dieser Anteil 2017 bei drei Prozent oder 1975 Eheschließungen (Vorjahr 1851), am häufigsten heiraten dann jeweils türkische oder italienische Staatsbürger unter sich. Und da in den vielen Hochzeiten bekanntlich auch der Grund für die vielen Scheidungen zu suchen ist, ist hierzulande und eu-weit auch dafür vorgesorgt. Dann greift „ROM III“. Die Verordnung regelt seit 2012, welches Recht im Falle einer Ehescheidung „in Fällen mit Auslandsbezug“ zur Anwendung kommt. Wer in Deutschland lebt, wird bei Bedarf nach deutschem Recht (und mit allen finanziellen Konsequenzen) geschieden – dreimal „Tschüss“ sagen oder was es sonst weltweit für Bräuche gibt, geht also nicht.

Teja Banzhaf

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