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Pegel messen auf dem Bahnsteig – Ein Zug der Deutschen Bahn fährt an einem Mikrofon vorbei. Die Lärmbelastung durch den Schienenverkehr ist im Landkreis Ebersberg besonders entlang der Brenner-Zulaufstrecke ein Problem.

Leise Gleise aber keine Wände

Brenner-Zugstrecke: Dämpfer für den Lärmschutz

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Landkreis - In Flintsbach am Inn hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrint (CSU) überarbeitete Pläne für den Lärmschutz an der Brenner-Zulauftrasse vorgestellt. Im Landkreis Ebersberg überwiegt Enttäuschung.

Der Lärm der Züge auf der Zulaufstrecke zum Brenner geht den Anwohnern im südlichen und westlichen Landkreis Ebersberg auf die Nerven. In Flintsbach am Inn hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrint (CSU) nun überarbeitetes Pläne vorgestellt. In denen steht, was baulich wegen des Schienenkrachs passieren soll.

13,2 Millionen Euro Investitionen sind entlang der gesamten Strecke geplant. Politiker aus dem Landkreis äußern sich aber nur mäßig zufrieden bis enttäuscht. Denn die betroffenen Gemeinden an der Trasse Richtung München gehen mit vielen Wünschen leer aus.

Immerhin, ein bisserl was geht immer: Vom südlichen Aßling über Grafing, Kirchseeon und Zorneding bis ins westliche Vaterstetten verspricht die Bahn, die Schienen regelmäßig abzuschleifen. Zwei Dezibel Lautstärkereduzierung soll das bringen. Genauso viel der Einbau von sogenannten Schienenstegdämpfern überall dort, wo die Strecke an Wohnbebauung vorbeiführt. In den Ortsdurchfahrten soll so der von Gleisschwingungen verursachte Lärm reduziert werden. Mit dem Einbau kann nach Auskunft der Bahn frühestens in einem Jahr begonnen werden.

Lenz (CSU): "Ein Fortschritt"

„Ein Fortschritt“, findet der Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz aus Frauenneuharting. Schließlich sei jede Verbesserung positiv, erklärten er und der Grafinger Landtagsabgeordnete Thomas Huber (beide CSU). Das war’s aber auch mit dem Lob für den Parteikollegen Dobrint und dessen Gutachter. Denn die erhofften zusätzlichen Lärmschutzwände für die Landkreis-Gemeinden zwischen Aßling und Vaterstetten wird es wohl nicht geben. Mit einer Ausnahme für den Grafinger Ortsteil Oberelkofen.

Nicht genug, finden Lenz und Huber und drängen darauf, „aktive Lärmschutzmaßnahmen im Bereich Grafing unter Berücksichtigung der spezifischen Gegebenheiten vor Ort erneut und umfassend zu prüfen“. Im Klartext: Wenigstens der Ortsteil Schammach soll auchs eine Lärmschutzwand bekommen.

Schurer (SPD): "Absolut unverständlich"

Auch dem Ebersberger SPD-Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer gehen die Lärmschutzpläne der Bahn und des Bundesministeriums nicht weit genug. Schurer sei enttäuscht. Schließlich sei die Wirksamkeit zusätzlicher Schallschutzwände bei Messungen für die ersten Version des Konzepts deutlich geworden. „Absolut unverständlich“, dass diese Berechnungen keine Berücksichtigung fänden, so Schurer weiter.

Der Abgeordnete fordert, die Anwohner neben „gezielten Lärmschutzmaßnahmen“ auch durch Ableitung eines Großteils des Güterverkehrs bereits ab Rosenheim über einen „Ostkorridor“ zu entlasten. Bereits heute seien die Menschen an der Trasse durch die rund 400 täglichen Zugbewegungen stark belastet. Der Schienenverkehr auf der Strecke nehme weiter zu, so die Prognosen. Wie man auf der Strecke mit der zusätzlichen Belastung durch den Brenner-Basistunnel ab 2026 zurechtkommen wolle, sei noch immer unklar.

Eine gute Nachricht noch zum Schluss: Die Bahn hält an ihrem Vorhaben fest, bis 2020 alle ihre Güterwaggons – ein Drittel aller in Deutschland verkehrenden Güterwaggons – auf sogenannte Flüsterbremsen umzurüsten. Knapp die Hälfte der rund 60.000 Waggons wird laut Bahn bis Jahresende mit der Technik ausgestattet sein, die ganze zehn Dezibel Lärmreduzierung bringe.

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