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Die Betriebe suchen dringend Nachwuchskräfte. Nahezu die Hälfte aller Lehrstellen im Landkreis Ebersberg bleibt unbesetzt.

Fast die Hälfte aller Ausbildungsplätze unbesetzt

Azubis händeringend gesucht: 331 Lehrstellen bleiben frei

Landkreis – Die Betriebe im Landkreis Ebersberg haben weiterhin größte Mühe, genügend Auszubildende zu finden. Kurz vor Beginn des Ausbildungsjahrs sind noch 331 Lehrstellen unbesetzt. 

Damit erreicht die Bewerberlücke in diesem Jahr kurz vor dem Turnusbeginn am 1. September einen neuen Höchstwert. Es sind alarmierende Zahlen: Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der unbesetzten Stellen um 37,9 Prozent zugenommen, so die aktuelle Statistik der Arbeitsagentur.

Insgesamt wollten die Unternehmen im Landkreis Ebersberg in diesem Jahr 743 Lehrlinge einstellen, somit sind vorerst 44 Prozent aller Ausbildungsplätze immer noch unbesetzt.

Sonja Ziegltrum-Teubner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Ebersberg, schlägt Alarm und unterstreicht die Vorteile einer Ausbildung. „Die große Vielfalt an Berufen und die sehr guten Karrierechancen sprechen eine klare Sprache. Eine erfolgreiche Lehre bietet auf jeden Fall mehr Perspektive als ein abgebrochenes Studium. Eltern können stolz sein, wenn sich der Sohn oder die Tochter für eine Ausbildung als Zukunftsperspektive entscheidet.“

Unklare Berufsvorstellungen sind das größte Hindernis

Für die Zukunft spricht sich die Vorsitzende Ziegltrum-Teubner auch für eine stärkere schulische Unterstützung der Schüler aus. „Mit besseren Lernförderungen können auch leistungsschwache Schüler eine Ausbildung schaffen, diese Chance muss wahrgenommen werden.“ Wichtig sei in jedem Fall, dass sich die Schüler intensiv mit dem persönlichen Berufswunsch beschäftigen. Denn gibt es in der Ausbildung Probleme, nennen in einer IHK-Umfrage 72 Prozent der Betriebe die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger als größtes Hindernis. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt treten mit Beginn des Ausbildungsjahres 337 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis Ebersberg an, wie aus der Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern mit Stand Ende August hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahr ist somit die Anzahl an Ausbildungsverträgen um 16,6 Prozent gestiegen – die Lücke freilich bleibt trotzdem groß. Vor Jahresfrist meldete die IHK einen Rückgang von 8,5 Prozent. Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe in Ebersberg sind Kaufleute im Groß- und Außenhandel, Fachkraft für Lagerlogistik, Verkäufer, Bürokaufleute und Industriekaufleute.

Ein weiterer Grund für den Bewerberengpass sind laut Ziegltrum-Teubner die stagnierenden Schulabgängerzahlen: Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 56 Prozent. Insgesamt sind zurzeit 214 IHK-zugehörige Unternehmen im Landkreis in der Ausbildung aktiv und stehen für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.

ez

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