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Der Ebersberger Forst ist vielen Bürgern im Landkreis Ebersberg ein Anliegen. Er muss ihrer Meinung nach vor Begehrlichkeiten geschützt werden.

Umfahrung Thema bei Informationsveranstaltung im Purfinger Haberer

„Viele wollen dem Ebersberger Forst an den Kragen“

„Viele wollen dem Forst an den Kragen: Begehrlichkeiten reichen von im Bannwald beabsichtigten Umgehungsstraßen über Windräder bis zu Kiesgruben.“ So sieht das Ludwig Seebauer.

Purfing–  Seebauer ist der Vorsitzende der Bürgerinitiative St2080, eines gemeinnützigen Natur- und Landschaftsschutzvereins im Landkreis Ebersberg.

Gegner treffen sich im Purfinger Haberer

Speziell die Problematik von Umgehungsstraßen durch das Landschaftsschutzgebiet Ebersberger Forst ist jetzt Gegenstand einer Informationsveranstaltung am Montag, 29. April, im Gasthaus „Purfinger Haberer“ in Purfing. Einlass ist ab 18 Uhr, Beginn: 19.30 Uhr. Zu diesem Infoabend lädt die Bürgerinitiative St2080 – Schwaberwegen und Moos sowie der Bund Naturschutz, Ortsgruppe Forstinning ein.

Fachleute kommen zu Wort

Neben Landrat Robert Niedergesäß werden Fachreferenten über Verkehrslösungen, Mobilität gerade im Münchner Osten sowie Zukunftsperspektiven des Landkreises Ebersberg informieren. Für Besucher der Veranstaltung besteht anschließend die Möglichkeit zur Diskussion unter sachkundiger Moderation.

Bürger wehrten sich immer wieder

Seit weit mehr als 50 Jahren konnten engagierte Bürger den Ebersberger Forst immer wieder aktiv in seinem uneingeschränkten Bestand beschützen und bewahren. Protonenbeschleuniger (CERN), Flughafen München und Autobahn A94 konnten sich gegen diese Widerstände nicht durchsetzen. Keines dieser Vorhaben wurde von Bürgern des Landkreises Ebersberg und Staatsregierung als bedeutsam und wichtig genug gesehen, einen Eingriff in den über Jahrhunderte gewachsenen und beschützten Ebersberger Forst zu wagen. „Jedoch würde die heutige Generation mit den jetzt im Bannwald diskutierten Bauvorhaben dieses einzigartige Naturjuwel, das grüne Herz, das schützenswerte Erbe des Landkreises Ebersberg unwiederbringlich zerstören“, so Seebauer. 

Präzedenzfall für andere Vorhaben

Mit der Genehmigung einer Umgehungsstraße im Landschaftsschutzgebiet und Bannwald Ebersberger Forst wäre der Präzedenzfall für eine Vielzahl anderer Bauvorhaben geschaffen. Dazu Seebauer weiter: „Wir sägen an dem Ast, auf dem wir und – noch schlimmer – unsere Kinder und Enkel sitzen. Daher: Wehret den Anfängen.“ Es sei doch bemerkenswert und ein sehr deutliches Zeichen, dass sich bayernweit mehr als 1,8 Millionen Menschen hinter das Artenschutzvolksbegehren gestellt hätten, geradeeben die Staatsregierung die Zustimmung zum Gesetzesentwurf des Volksbegehrens gegeben habe, jede Woche deutschlandweit viele tausend Schüler und Jugendliche für Klimaschutz demonstrierten und allein im Landkreis Ebersberg mehr als 7000 Landkreisbürger die Petition an den Landkreis Ebersberg ‚Hände weg vom Landschaftsschutzgebiet Ebersberger Forst!’ unterstützt haben.

Hände weg vom Landschaftsschutzgebiet

Hier kann der Wortlaut der Petition „Hände weg vom Landschaftsschutzgebiet Ebersberger Forst!“ nachgelesen werden. Sie wird getragen von einem Aktionsbündnis verschiedener gemeinnütziger Natur- und Landschaftsschutzvereinigungen im Landkreis (Schutzgemeinschaft Ebersberger Forst, Landesbund Vogelschutz Kreisgruppe Ebersberg, Landschutz Ebersberger Land, Bürgerinitiative St2080 Schwaberwegen und Moos.

Naherholung und Trinkwasser

Wichtig, so Seebauer, sei der Ebersberger Forst als Naherholungsmöglichkeit, Klimaanlage, Feinstaubfilter und Trinkwasserspeicher für die ganze Region. Der Forst bestehe seit über 200 Jahren in seiner jetzigen Größe und Form. Seit Jahrhunderten sei er unverändert gestaltendes Element der umliegenden Gemeinden und mit Abstand das größte zusammenhängende Waldgebiet der Region München und eines der größten in Deutschland . Er weise eine große Artenvielfalt sowie Anzahl an Biotopen und alten Bäumen auf.  ez

Lesen Sie dazu auch: 

Schutzgemeinschaft warnt: Ebersberger Forst in Gefahr - Kampf mit allen Mitteln angekündigt

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