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Von der Betonwüste zum attraktiven Wohnort; In Ebersberg wurde der Kurt-Rohde-Platz umgestaltet, neue Wohnungen sind entstanden. Insgesamt aber wird auch im Landkreis Ebersberg viel zu wenig gebaut.

Planungsverband schlägt Alarm

Landkreis Ebersberg wird Heimat der Reichen

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Landkreis - Der Landkreis Ebersberg ist beliebt wie nie: Das ist der Grund dafür, dass immer mehr Menschen hier wohnen wollen, und das ist auch der Grund dafür, dass der Kreis bis zum Jahr 2034 wachsen wird wie kein andere Landkreis rund um die Landeshauptstadt - auch mit negaiven Folgen.

Wenn die Entwicklung wirklich so eintritt, wie vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München vorhergesagt, müssen sich die Kommunen schnellstmöglich eine Strategie zulegen. Denn der Siedlungsdruck wird nicht nachlassen nur wegen einer schwierigen Wohnungslage. Die Folge davon wären bei gleichbleibend knappem Angebot Preisexplosionen bei Grundstücken, Häusern und Wohnungen. Eine Entwicklung, die sich jetzt bereits abzeichnet. Unsere Heimat könnte dann zur Heimat der Reichen werden.

Der Landkreis Ebersberg hat im Vergleich mit den anderen Kreisen der Region bereits momentan schon den zweithöchsten Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen. Er wuchs seit dem Jahr 2009 um immerhin 5,4 Prozent. Der große Schub kommt aber erst noch. Der Planungsverband rechnet bis zum Jahr 2034 mit einem Zuwachs um über 17 Prozent. Woher kommt das?

„Es generiert sich zum großen Teil aus dem Zuzug“, begründet der Zweckverband seine Annahmen. Und wo die Lebensbedingungen gut sind, ist die Chance für und auf Nachwuchs besser. Aus den Zahlen des Zweckverbandes geht hervor: „Der Landkreis Ebersberg hat mit 19,2 Prozent den höchsten Kinderanteil (meint das Alter null bis 17 Jahre) im Vergleich mit den anderen sieben Landkreisen.“ Dass die Wirtschaftskraft des Münchner Ostens Einfluss hat auf Bevölkerungsfaktoren, lässt sich noch an einer anderen Zahl festmachen: „Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nahm in den meisten Landkreisen wesentlich stärker zu als die Zahl der Einwohner.“

ohnen und zum Beispiel in der Landeshauptstadt München einem gut bezahlten Job nachzugehen, ist für eine steigende Anzahl von Personen die Option der Wahl. So erklärt sich auch, dass es rund um Ebersberg mehr Aus- als Einpendler gibt. Der Unterschied zwischen diesen beiden Personengruppen beträgt per Saldo 18 000 Personen. Günstige Lebensbedingungen sind ein Bevölkerungsmagnet. Christian Breu, der Geschäftsführer des Planungsverbandes Äußerer Wirtschaftsraum München warnt: „Damit die Preise im Umland nicht ins Unermessliche steigen, brauchen wir in den Landkreisen der Region mindestens 10 000 neue Wohnungen pro Jahr. Dabei sind die hohen Zuwandererzahlen 2015 noch nicht berücksichtigt.“

Der Planungsverband ist ein Zweckverband und ein freiwilliger, partnerschaftlicher Zusammenschluss von rund 150 Städten, Märkten und Gemeinden, acht Landkreisen und der Landeshauptstadt München.

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