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Die ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler mit Landrat Robert Niedergesäß (vorne, sitzend) und dem Leiter der Realschule Ebersberg, Eberhard Laspe (hinten, links).

Landkreis zeichnet forschende Schüler aus

Heimat in einem Kaffeefilter

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Der Name der der Veranstaltung ist etwas antiquiert, der Wettstreit dagegen höchst aktuell. Beim „Heimatkundlichen Wettbewerb“, zu dem der Landkreis Ebersberg heuer zum 40. Mal einlud, ging es um das, was uns selbstverständlich erscheint, während es Millionen Menschen auf der Welt gar nicht mehr haben, weil sie als Flüchtlinge unterwegs sind.

Ebersberg – Dass der Begriff Heimat aber auch für jeden etwas anderes bedeutet, machte die Vielfalt der von Gymnasiasten und Realschülern eingereichten und prämierten Arbeiten deutlich, die vor Originalität geradezu strotzten.

Zur fälligen Prämierung trafen sich Preisträger, Lehrer und Landrat Robert Niedergesäß in der Mensa der Realschule Ebersberg, wo Hausherr Eberhard Laspe die Gäste begrüßte. Landrat Niedergesäß kommt eigenem Bekenntnis nach gerne in die Ebersberger Bildungs-Einrichtung, „weil ich dort gut verköstigt werde“. Das sorgte unter den Anwesenden für etwas Heiterkeit, denn schließlich hatte der Landkreis das Büffet samt der Getränke selbst bezahlt, an denen sich die Schüler schadlos halten konnten und das auch gerne taten. Vorher beeindruckten Gymnasiasten wie Realschüler, jeder auf seine Weise, mit Statements, warum sie sich ihr Thema gewählt hatten.

Die Palette war vielfältig. Besonders originell war der Beitrag 6. Klasse der Realschule Vaterstetten, die einem beliebigen Fundstück (zum Beispiel ein alter Kaffeefilter) aus ihrer Heimat „eine Geschichte schenkten“, die die Schüler selbst erfunden hatten. Zum Überlegen regten auch Bilder an, auf denen ein mit dem Smartphone geschossenes Foto in ein Landschaftsbild eingepasst wurde (8. Klasse Realschule Ebersberg). Einen ganz persönlichen Bezug zum Beitrag eines Vaterstettener Gymnasiasten hatte der Landrat, weil sich der betreffende Schüler die Geschichte der Wasserversorgung in Baldham vorgenommen hatte, zu deren Gründern der Großvater von Niedergesäß gehört. Gymnasiast Mattes Groß glänzte mit der kürzesten Rede des Tages: „Vielen Dank, es war sehr schön“, meinte er bei der Preisverleihung.

Die größte Präsenz im „Abräumen“ zeigte das Gymnasium Grafing, das für sechs Seminararbeiten gewürdigt wurde – unter anderem Leonie Acker für die Blaualgenuntersuchung am Langweiher, Florian Kappelsberger für seine Arbeit „Lateinische Inschriften in Klöstern und Kirchen zwischen Inn und Salzach“, oder Ulrike Richter, die bei ihrer Untersuchung festgestellt hatte, dass in ihrer Heimat Landkreis Ebersberg 5000 Menschen Musik machen.

Preise erhielten auch Schülergruppen aus den Realschulen Poing und Markt Schwaben. Einen Sonderpreis bekamen Helena Lettl und Claudia Rothenwöhrer, die Gemeindeführungen für Grundschulklassen in Kirchseeon angefertigt hatten, damit aber beim Vorjahrestermin nicht mehr zum Abschluss kamen. Die fällige Ehrung gab es deshalb jetzt erst für die beiden Schülerinnen.

Insgesamt lobte der Landkreis Ebersberg Preisgeld in Höhe von insgesamt 1600 Euro aus, die den Schülern eine kleine Motivation sein sollten, auf ihrem eingeschlagenen Weg weiterzugehen, der darin besteht, den Mitmenschen die verschiedensten Aspekte unserer Heimat nahezubringen. Das ist ihnen in jedem Fall gut gelungen. Vielleicht gelingt es dem Landkreis ja, einen etwas griffigeren Namen für seinen Wettbewerb zu finden. Landrat Niedergesäß hat das in seiner kurzen Ansprache bereits angedeutet.

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