Landkreis will bei bisherigem System bleiben

Müll-Reform abgelehnt

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Wenn es nach Pliening geht, sollen bestimmte Wertstoffe künftig in eine „gelbe Tonne“ am Haus und regelmäßig wie der Restmüll abgeholt werden. Ziel könnte die Auflösung der öffentlichen Wertstoffsammelstellen sein.  Das wäre eine grundsätzliche Änderung der Entsorgung im Landkreis.

Landkreis –  Doch der Kreis-Umweltausschuss votierte in seiner jüngsten Sitzung dagegen. „Kann derzeit nicht umgesetzt werden“, heißt es im Beschluss. Der aktuelle Vertrag mit dem Entsorger Duales System Deutschland (DSD) soll jedoch gekündigt werden, um Neuverhandlungen zu ermöglichen.

Hintergrund: Als die Müllflut in den 1980er-Jahren immer größer wurde, machte sich der Landkreis auf die Suche nach einem Standort für eine neue Deponie. Doch das stieß auf Widerstand. Der Ausweg war Müllvermeidung, Trennung und Verwertung: Der „Ebersberger Weg“.

Heute ist der Landkreis bei der Entsorgung von Wertstoffen geteilt. In einigen Gemeinden gibt es entsprechende Wertstoffhöfe, in anderen werden beispielsweise Kunststoffe über einen „gelben Sack“ abgeholt und entsorgt. Ganz durchgängig ist das System aber nicht. Denn gelbe Säcke aus der einen Gemeinde landen auch oft in Containern der Nachbargemeinden.

Pliening hatte nun argumentiert, an den Wertstoffsammelstellen gebe es Lärmbelästigung. Einwurfzeiten würden missachtet. Auch an Sonn- und Feiertagen, frühmorgens oder abends werde an den Containern entsorgt. Müll würde neben den Containern abgelagert. Die Einrichtung von Sammelstellen habe für die Gemeinden neben der schwierigen Standortfrage hohe Investitions- und Unterhaltskosten zur Folge. Das Müllkonzept des Kreises sei vielen Neubürgern nur schwer zu vermitteln.

Reagieren könnte man auf letztgenannten Punkt mit einer Informationskampagne. Das sei für alle gut, egal ob Neu- oder Altbürger, so Franziska Hilger (CSU) im Ausschuss. Auch in mehreren Sprachen, wie Kreisrat Martin Lechner (CSU) vorschlug. „Wir haben viele ausländische Mitbürger.“ Er verstehe die Verärgerung, argumentierte Lechner weiter. Aber bei diesem Thema hätten die kommunalen Spitzenverbände versagt. Bezweifelt wurde im Ausschuss, ob in den Hauhalten neben der Tonne für Restmüll und der grünen Biotonne noch Platz für eine weitere, dann gelbe Tonne wäre. Hagen Teurich (parteilos) regte an, wenn man ein bürgernahes System wolle, solle man doch die Bürger fragen, was sie wollten.

Plienings Bürgermeister Roland Frick (CSU) forderte, gegenüber DSD ein politisches Zeichen zu setzen: „Die machen mit uns was sie wollen.“ Man solle das System überdenken. Doch eine gelbe Tonne wurde abgelehnt.

Rubriklistenbild: © dpa / Patrick Pleul

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