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Unten parken, oben wohnen – so stellt sich SPD-Kreisrat Ernst Böhm die Zukunft im Ballungsraum vor. Landrat Robert Niedergesäß (CSU) findet die Idee sympathisch.

Landrat findet die Idee reizvoll

Günstiger Wohnraum auf Schulparkplätzen

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Landkreis - Um günstigen Wohnraum zu schaffen, könnte der Parkplatz des Gymnasiums Kirchseeon überbaut werden, und zwar mit Häusern, die auf Stelzen stehen, um die Stellplätze zu erhalten.  Landrat Robert Niedergesäß (CSU) erklärte,  die Überlegungen stündedn allerdings noch ganz am Anfang. 

Stelzenhäuser werden vor allem vom Grafinger Unternehmer und SPD-Kreisrat Ernst Böhm propagiert. „Ich finde das eine reizvolle Idee“, sagt Niedergesäß.

Hintergrund: Der Landkreis Ebersberg will beim Thema Wohnungsmangel tätig werden und gründet dazu ein Kommunalunternehmen, die „Wohnbaugesellschaft Ebersberg“. Daran sollen sich auch die Gemeinden beteiligen. Private Investoren sind hingegen ausgeschlossen. Das beschloss jetzt der Kreisausschuss. Noch vor der Sommerpause wird sich auch der Kreistag mit dem Thema beschäftigen.

Errichtet werden sollen bezahlbare Mietwohnungen. „Wir alle kennen die Entwicklung im Großraum München und bei uns“, so Landrat Robert Niedergesäß in der Sitzung. Gebaut werden soll auf Grundstücken im Eigentum der Kommunen. Hier brachte Niedergesäß nun auch Landkreisgrundstücke ins Gespräch. Das könnten beispielsweise Schulparkplätze sein. Ein weiteres Pilotprojekt könnte in Grafing entstehen. Der dortige Stadtrat hat bereits beschlossen, beim Kommunalunternehmen mitzumachen.

Die Miete für die Wohnungen des Kommunalunternehmens soll maximal 7,50 bis 10,60 Euro pro Quadratmeter betragen (ohne Nebenkosten) und orientiert sich an den Mietobergrenzen, die in einer Studie des Landkreises für angemessene Kosten der Unterkunft ermittelt wurden.

Das Kommunalunternehmen ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts, vergleichbar mit den Sparkassen. Dadurch werden privatrechtliche Vorteile wie ein eigenverantwortlicher Vorstand mit überwachendem Aufsichtsrat, Vergabefreiheiten und eine doppelte kaufmännische Buchführung mit öffentlich-rechtlichen Vorteilen wie eine Steuerbefreiung der Mieteinnahmen und günstigen Darlehenskonditionen für Kommunen kombiniert.

Einen weiteren Vorteil eines Kommunalunternehmens sieht das Landratsamt darin, dass die Gemeinden beziehungsweise der Landkreis bei den Bauvorhaben entlastet werden. Planung, Bau und Betrieb der Wohnungen übernimmt die Wohnbaugesellschaft. Die Gemeinde kann entscheiden, wer Mieter wird, beispielsweise Erzieherinnen, Feuerwehrler, Gemeindemitarbeiter oder anerkannte Flüchtlinge. Der Bürgermeister der Kommune sitzt im Verwaltungsrat. Das Kommunalunternehmen kann zudem die derzeitigen 30-prozentigen Zuschüsse des Freistaats nutzen, auch um Vermögen in kommunaler Hand für nachfolgende Generationen zu schaffen. Das Landratsamt sieht darin eine „historische Chance“.

Nach aktuellem Zeitplan sollen ab September die Verhandlungen über die wirtschaftlichen Eckdaten der Wohnbaumaßnahmen anlaufen. Die eigentliche Gründung des Kommunalunternehmens ist für Dezember dieses Jahres vorgesehen. Im Sommer 2017 könnte dann der Baubeginn für ein erstes Pilotprojekt erfolgen. Die ersten Mieter könnten nach aktueller Planung im Winter 2017/18 einziehen.

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