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Landratswahlen 2020: Wer bekommt den Posten?

Kommunalwahl am 15. März 2020

Landratswahl 2020 in Ebersberg: Das sind die Kandidaten in der Übersicht

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Landratswahl 2020: Amtsinhaber Robert Niedergesäß (CSU) will auf seinem Chefposten bleiben. Wer seine Herausforderer sind, lesen Sie hier in unserer Übersicht. 

Landkreis Ebersberg - Robert Niedergesäß sitzt seit 2013 im Chefsessel des Ebersberger Landratsamts. Sein Vorgänger Gottlieb Fauth (CSU) wurde krank und konnte das Amt nicht länger ausführen. Die damalige Wahl war knapp, um ein Haar ist er an dem Landratskandidaten der Sozialdemokraten, Ernst Böhm, vorbeigezogen. 

Mitte März 2020 wird wieder gewählt. Dieses Mal hat Niedergesäß vier Konkurrenten: Omid Atai (SPD), Vincent Kalnin (Linke), Robert Böhnlein (Bayernpartei) und Waltraud Gruber (Grüne). Wir stellen alle Landratskandidaten vor.

Landratswahl 2020: Robert Niedergesäß (CSU)

Landratswahl 2020: Robert Niedergesäß (CSU)

Amtierender Landrat und Kandidat der CSU ist Robert Niedergesäß (48). Niedergesäß ist studierter Volkswirt, 2001 wurde er zum Bürgermeister in Vaterstetten gewählt, 2013 zum Landrat von Ebersberg. Niedergesäß wurde mit 97,9 Prozent der Delegiertenstimme seiner Partei zum Landratskandidaten wieder gewählt. Mit seiner Frau und drei Kindern lebt Niedergesäß in Baldham.

Seine Schwerpunktthemen sind Bildung, Energiewende und bezahlbarer Wohnraum. Außerdem setzt er sich für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in der Region ein. Er ist Sprecher der acht MVV-Verbundlandkreise. 

Landratswahl 2020: Robert Böhnlein (Bayernpartei)

Landratswahl 2020: Robert Böhnlein (Bayernpartei)

Der Bewerber der Bayernpartei heißt Robert Böhnlein (49), der Parteivorsitzende. Böhnlein wohnt in Aßling und ist von Beruf Pyrotechniker. 

Seine Wahlkampf-Schwerpunkte sind das Finanzgebaren des Landkreises, der Schutz und Erhalt des Ebersberger Forsts und die Bevölkerungsentwicklung hierzulande. Der Bevölkerungsdruck im Großraum München habe zu einer Situation geführt, bei der sich Normalverdiener oder etwa junge Familien das Wohnen im Landkreis kaum mehr leisten könnten, sagte Böhnlein in einer Rede. 

Wann ist die Kommunalwahl 2020 in Bayern? Wer ist wahlberechtigt? Wie sieht der Stimmzettel aus? Hier steht alles, was Sie zur Wahl wissen müssen. 

Landratswahl 2020: Waltraud Gruber (Grüne)

Landratswahl 2020: Waltraud Gruber (Grüne)

Die Grüne-Landratskandidatin heißt Waltraud Gruber (61). Sie ist stellvertretende Landrätin und Umweltingenieurin, sie wohnt in Aßling. 

Ihre Themen sind - wie soll es anders sein - Energiewende, Mobilität sowie Natur- und Landschaftsschutz. Im Blick hat Waltraud Gruber auch das Leben miteinander, die soziale Komponente sowie das Thema Finanzen. „Wir wollen der nächsten Generation keinen Schuldenberg hinterlassen“, sagte sie bei einem Wahlkampfauftritt. 

Abstimmung: Was sind die wichtigsten Themen im Landkreis Ebersberg für die anstehenden Kommunalwahlen?

Landratswahl 2020: Vincent Kalnin (Linke)

Landratswahl 2020: Vincent Kalnin (Linke)

Es muss am 30. November noch beschlossen werden, aber es ist ziemlich sicher, dass Vincent Kalnin (32) für die Linke ins Rennen gehen wird. Kalnin wohnt in Zorneding, ist selbständiger Berater. Der Kreisrat arbeitete bisher in der Grünen-Fraktion, hat diese aber verlassen. Nun hat er das Parteibuch der Linken aufgeschlagen. Warum? „Ich will ein breiteres politisches Spektrum im Landkreis. Die Linke ist jetzt besser aufgestellt“, sagt Kalnin, der als erster Landratskandidat in der Geschichte der Landkreispolitik eingehen könnte.

Seine Themenschwerpunkte: Armut (“In unserem Landkreis verschließt man vor Armut schnell die Augen“), Wachstum (“Müssen wir um jeden Preis wachsen? Es gibt Alternativen“) und Naturnotstand (“Wie lassen sich ökologische Ziele erreichen?“). 

Landratswahl 2020: Omid Atai (SPD)

Landratswahl 2020: Omid Atai (SPD)

Die Sozialdemokraten wollen Omid Atai (26) ins Landratsamt schicken. Er wohnt in Poing und studiert Jura in Augsburg. Trotz des jungen Alters ist Atai politisch schon stark in Erscheinung getreten: Er sitzt seit fünf Jahren im Gemeinderat, war lange Jugendbeauftragter von Poing und ist im Vorstand der Volkshochschule Vaterstetten. Zudem engagiert er sich als Feuerwehrmann bei der Freiwilligen Feuerwehr und Rettungssanitäter beim Roten Kreuz.

„Ich glaube, ich wäre ein guter Landrat“, sagte er unserer Zeitung. Digitalisierung, Bildung, Wohnungsbau und Energiewende stehen auf seiner politischen Agenda. Er ist entschiedener Bus- und Bahnfahrer, er besitze kein Auto, sagt Atai.

Landratswahl 2020: Parteien ohne eigenen Kandidaten

Die ödp hat keinen eigenen Bewerber ums Landratsamt. Nun ja, erst schon, aber der kam nach der Nominierung abhanden. Denn ihr eigentlicher Kandidat, der Niederländer Lex Jansen, darf gar nicht Landrat werden. 

Es war so: „Bei der abschließenden Überprüfung der formalen Voraussetzungen für die Wählbarkeit stellte sich heraus, dass unser Kandidat als nicht-deutscher EU-Bürger zwar als Kreisrat aufgestellt und gewählt werden kann, aber nicht für das Amt des Landrats.“ Das teilte ödp-Vorsitzende Rosi Reindl unserer Zeitung mit. Einen neuen Kandidaten gibt es nicht.

Die Ebersberger FDP haben auch keinen eigenen Landratskandidaten. Das bestätigte der Kreisvorsitzende der Liberalen und Kreisrat Alexander Müller auf Nachfrage unserer Zeitung. Wieso gibt es keinen eigenen Bewerber? „Weil es keiner machen will“, antwortet Müller knapp.  

Die Freien Wähler haben bisher noch keinen Landratskandidaten nominiert. „Bis jetzt hat sich noch keiner in Stellung gebracht“, erklärte der Sprecher der Freien Wähler im Kreistag, Georg Reitsberger, Mitte August. „So wie es derzeit aussieht, werden wir keinen Landratskandidaten aufstellen“, sagte der Vaterstettener Bürgermeister.

„Amtsinhaber Robert Niedergesäß kann dem Termin im März ganz gelassen entgegen sehen“, schreibt EZ-Redaktionsleiter Michael Acker. Ein Kommentar zur Landratswahl.

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