Bei einer gemeinsamen Radtour erkundeten die Ebersberger Kreisräte gemeinsam mit Landrat Niedergesäß mögliche neue Radwege in der Region.

Er soll sich um Grundstücksverhandlungen kümmern

Mehr Radwege: Landratsamt Ebersberg will neuen Mitarbeiter

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Der Landkreis Ebersberg soll fahrradfreundlicher werden. Dazu stellt das Landratsamt wohl zusätzliches Personal ein. Der neue Mitarbeiter soll sich vor allem um Grundstücksverhandlungen für Radwege kümmern.

Landkreis – Ähnlich wie beim Straßenbauprogramm wird im Landkreis auch ein Radwegekonzept aufgebaut. Alle Maßnahmen sollen mit Plänen, derzeitigen Linienvorschlägen und Machbarkeitseinschätzung im Radwegekonzept übersichtlich dargestellt werden. Das Konzept ist Grundlage für die Arbeit eines Lenkungskreises und wird rechtzeitig vor der ersten Sitzung erarbeitet sein. Die Kreisräte haben sich bereits mit einer langen Liste von möglichen Projekten beschäftigt.

„Wenn wir das ernsthaft umsetzen wollen, ist es nicht so einfach, alles unter einen Hut zu bringen“, sagte Landrat Robert Niedergesäß im Umweltausschuss des Kreistags. Der große Engpass zur Realisierung und Umsetzung von Radwegen seien die nicht zur Verfügung stehenden Grundstücke, so das Landratsamt. Bei Verhandlungen brauche man dazu nicht nur eines, sondern mehrere Gespräche, betonte der Landrat. „Wir brauchen jemanden, der sich ausschließlich damit beschäftigt.“ Es müsse eine Person sein, die auch mit den Grundstückseigentümern verhandeln könne und zu ihnen einen gewissen Zugang habe. Der Job ist wohl für längere Zeitgeplant. „Wenn wir das alles umsetzen wollen, wird es noch einige Jahre dauern“, so Niedergesäß.

Die Stelle sei nicht nur für den Grundstückserwerb im Radwegebau, sondern auch im Straßenbau dringend erforderlich, heißt es aus dem Landratsamt. Das Straßenbauamt Rosenheim hat mit derartigen Stellen schon gute Erfahrungen gemacht. Im Ausschuss regte die CSU an, darüber nachzudenken, nicht eine neue Stelle im Landratsamt zu schaffen, sondern die Aufgabe auf Projektbasis extern zu vergeben. „Vielleicht könne man ihn ja auch am Erfolg beteiligen“, so der Vorschlag.

Konkrete Schritte hat der Ausschuss beim geplanten Radweg von Grafing nach Glonn eingeleitet. Das Projekt soll abschnittsweise verwirklicht werden. Im Gespräch war als Trasse der ehemalige Bahndamm nach Glonn, der auf seiner gesamten Länge Landschaftsbestandteil und teilweise in privatem Eigentum ist. Eine durchgehende Nutzung als Radweg werde deshalb nicht möglich sein, so das Landratsamt. Eine Alternative könnte die Staatsstraße 2351 von Moosach nach Glonn sein, eine der am wenigsten befahrenen Straßen im Landkreis. Diese Strecke könnte teilweise für den motorisierten Verkehr gesperrt werden, von der Glonner Wurstfabrik bis zur Abzweigung Steinsee. Dazu müsste die Straße aber abgestuft werden, da die vorgeschlagene Sperrung auf Staats- oder Kreisstraßen derzeit rechtlich nicht zulässig ist. Im Gegenzug könnte aus der Kreisstraße 13 Glonn-Bruck-Grafing eine Staatsstraße werden. Die Abstufung der Staatsstraße 2351 zur Kreisstraße und Aufstufung der EBE 13 zur Staatsstraße soll nun weiter verfolgt werden.

„Ich halte eine komplette Sperrung für unrealistisch“, so Landrat Robert Niedergesäß in der Sitzung. So sah dies auch Kreisrat Martin Lechner (CSU): „Die Landwirtschaft müssen wir drauf fahren lassen. Ich habe immer ein Problem damit, Straßen zu sperren.“ Es sei kein Radweg für Rennfahrer, sondern für Familien, so der Landrat. Dem widersprach Philipp Goldner (Grüne). „Das ist auch für Rennradler eine geniale Strecke.“ Goldner betonte aber auch, dass Projekt sei nur möglich, wenn die betroffenen Gemeinden mit eingebunden werden.

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