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Der 74-Jährige wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung angeklagte Rentner wird am Montag in Ebersberg in den Sitzungssaal im Amtsgericht geführt.

Morddrohungen gegen Pfarrer von Zorneding

Rassist (74) zu Bewährungsstrafe verurteilt

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    Josef Ametsbichler
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Ebersberg - Der als Rassist bekannte Rentner Gottfried T. aus München ist am Montag in Ebersberg zu einer Haftstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass T. den dunkelhäutigen Ex-Pfarrer von Zorneding bedroht hatte.  

Der 74-Jährige hatte dem aus dem Kongo stammenden katholischen Geistlichen zwischen November 2015 und März 2016 zwei Schreiben mit ausländerfeindlich motivierten Morddrohungen geschickt. Das Gericht verurteilte ihn wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung. Er muss die Verfahrenskosten tragen und eine Geldauflage von 600 Euro an den Verein gegen Rassismus "München ist bunt" bezahlen.

Der Rentner aus München ist schon mehrfach als Rassist in Erscheinung getreten. Er schwieg in dem Prozess vor dem Amtsgericht weitestgehend. Zu seinen Motiven äußerte er sich nicht. Eine Entschuldigung oder ein Geständnis blieb er ebenfalls schuldig.  Für das Urteil reichten dem Gericht die Expertenaussagen einer Schriftgutachterin und eines Fingerabdruckspezialisten des Landeskriminalamts, die Gottfried T. als Täter überführten. Zudem war bei einer Wohnungsdurchsuchung belastendes Material in Form weiterer Briefe an verschiedene Ämter und Behörden gefunden worden.

Zu der Verhandlung war als Zeuge auch der bedrohte Priester Olivier Ndjimbi-Tshiende geladen, der nach den Morddrohungen von seinem Amt als Pfarrer zurückgetreten war. Der 67-Jährige forscht heute an der Katholischen Universität in Eichstätt zu Flucht, Vertreibung und Asyl.

Eigentlich hätte der Prozess schon am 18. Oktober beginnen sollen. Doch der Angeklagte erschien nicht. Daraufhin erließ die zuständige Richterin Haftbefehl; zwei Tage später wurde der Mann gefasst.

Die rassistische Hetze gegen den Pfarrer von Zorneding hatte bis ins Ausland hohe Wellen geschlagen. Auslöser der Drohungen waren fremdenfeindliche Äußerungen der Zornedinger Gemeinderätin Sylvia Boher (CSU) gewesen, die der Pfarrer scharf verurteilte. Daraufhin gingen Drohschreiben im Pfarramt ein. Der Pfarrer sah sich zum Weggang gezwungen. „Wir werden Dich auslöschen“ oder „Wir schicken Dich nach Auschwitz“, stand - neben massiven rassistischen Ausfälligkeiten - in den beiden Schreiben, die Gottfried T. verfasste.

Die Richterin setzte die Haftstrafe dennoch zur Bewährung aus. Grund ist unter anderem die schlechte gesundheitliche Verfassung des Angeklagten. Er leidet an Diabetes, nächtlichen Erstickungsanfällen und akuten Durchblutungsstörungen. Zudem sei es für Gottfried T. die erste Verurteilung zu einer Haftstrafe, so die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Die 18 Tage Untersuchungshaft hätten daher bereits abschreckende Wirkung.

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