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Viel verändern wird sich für die MVV-Kunden.

Tarifreform

MVV: Für Dauerkunden im Landkreis Ebersberg wird es günstiger

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Drei Viertel der MVV-Kunden im Landkreis Ebersberg sollen künftig günstiger mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Das erklärt Landrat Robert Niedergesäß. Grund ist die Tarifreform, die jetzt verabschiedet wurde. Auch der Ebersberger Kreistag wird sich mit dem Thema beschäftigen, wohl im Oktober.

Landkreis – Drei Jahre wurde intensiv verhandelt. Das System soll deutlich übersichtlicher werden, betont Niedergesäß, der auch Sprecher der MVV-Landkreise ist. Die bisherigen Regelungen mit ihren je nach Ticketart 16 Ringen, vier Zonen und drei Räumen wird deutlich verändert. Künftig wird der Innenraum zur „Zone M“ und mindestens bis zum Münchner Autobahnring A 99 ausgedehnt. Damit gibt es ganz München „auf einem Ticket“. Dazu kommen sechs Ringe für das Umland, also insgesamt sieben Ringe.

Grundsätzlich gilt: Wer sich regelmäßig für den MVV entscheidet, soll profitieren. „Wir wollen die Stammgäste belohnen“, sagt Niedergesäß, der einräumt: „Es gibt aber auch Kunden, die mehr zahlen.“ Im Gegenzug werden nämlich die Preise für Einzel- und Tageskarten angehoben.

Mit der Jahreskarte werden die Fahrten innerhalb einer Tarifzone im Umland künftig 43,46 Euro pro Monat kosten. Das entspricht zwei heutigen Tarifringen, ist aber laut MVV durch die Korrekturen an den Tarifgrenzen und die neuen Übergangsbereiche ein oft deutlich größeres Bewegungsgebiet. Pendler, die zum Beispiel von Ebersberg, Grafing, Glonn, Moosach oder Bruck nach München fahren, zahlen künftig nur noch 113,92 Euro pro Monat für die IsarCard im Abo mit jährlicher Zahlung. Die Isar Card Monatskarte von Ebersberg ins Münchner Zentrum kostet künftig 143,90 Euro statt bisher 163,40 Euro. Pendler zwischen Vaterstetten und der Kreisstadt zahlen für die Monatskarte künftig 59,90 Euro statt bisher 116,50 Euro. Abgebaut werden sollen auch viel kritisierten Tarifsprünge. „Das klassische Beispiel ist Vaterstetten-Haar“, so Niedergesäß.

Für mehr Verbindungen zwischen zentralen Orten genügt es im neuen Modell, eine oder zwei Tarifzonen zu lösen. Damit sind diese zentralen Orte künftig günstiger erreichbar. Im Landkreis Ebersberg sind alle Orte maximal zwei Zonen von der Kreisstadt entfernt. Der MVV rückt „enger zusammen“.

„Toll auch, dass es zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 keine Tariferhöhung gibt“, freut sich der Landrat. „Das ist ein Signal an unsere Kunden.“ Auch im Dezember 2019 soll es keine Erhöhung geben. Das Preis-System soll zudem transparenter werden. Mit einem Index soll erklärt werden, warum eine Preiserhöhung einen bestimmten Wert hat.

„Unterm Strich ist das natürlich ein Kompromiss, das ist nicht die Mega-Super-Lösung“, so Niedergesäß. Die aktuelle Tarifreform sei auch nicht das Ende des Prozesses, sondern ein Meilenstein. „Wir arbeiten noch an einem Jugend- und Freizeittarif.“ Zudem ist der Einstieg in einen Modellversuch zum Entfernungstarif vorgesehen. Bedeutet: „Ich steige hier ein, steige dort aus und zahle nur die gefahrene Strecke.“ Ein zentraler Punkt sei die Infrastruktur. „Wichtig ist, dass die S-Bahn überhaupt kommt. Da ist noch viel zu tun“, so der Landrat.

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