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Ein Landwirt sprüht Pflanzenschutzmittel auf ein Feld.

Ebersberger Umweltausschuss bleibt vage

Kein Glyphosat mehr: Es bleibt beim Appell

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Kreisrat Martin Lechner (CSU) platzte in der Sitzung des Umweltausschusses der Kragen. „Die sind doch nicht so blöd, dass sie sich selber alles kaputt machen.“

Landkreis – Lechner nahm die Landwirte in der Debatte um den umstrittenen Einsatz von Glyphosat in Schutz. Er, selbst Landwirt, erklärte, die Bauern müssten Schulungen belegen. Das habe aber mit Glyphosat nichts zu tun, sondern gelte für alle Pflanzschutzmittel. Erst nach der Schulung erhielten sie die Berechtigung, entsprechende Mittel einzusetzen. Auch Manfred Vodermair, CSU-Kreisrat und Landwirt aus Baldham, wehrte sich gegen Vorwürfe. „Wir werden immer so hingestellt, als wären wir Umweltvergifter.“

Auslöser der Debatte war ein Antrag der ödp- Kreisrätin Johanna Weigl-Mühlfeld. Ziel: Glyphosatfreier Landkreis. Sie erklärte, die Verwendung des Mittels bringe erhebliche Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Der Landkreis Ebersberg solle auf seinem Gebiet mit gutem Beispiel voran gehen, so Weigl-Mühlfeld. Sie beantrage, der Ausschuss solle eine Reihe von Appellen beschließen.

In der Beschlussvorlage der Verwaltung für den Ausschuss stand dann, dass auf Flächen des Landkreises schon seit vielen Jahren keine glyphosathaltigen Produkte mehr ausgebracht würden. Unter Punkt drei des Beschlussvorschlages war zu lesen: „Der Landkreis appelliert an alle öffentlichen und privaten Grundeigentümer, insbesondere an die Gemeinden und die Landwirte, künftig auf den Einsatz von glyphosathaltigen Produkten zu verzichten beziehungsweise so weit wie möglich zu reduzieren.“

Das aber ging Landrat Robert Niedergesäß (CSU) zu weit. In einer in der Sitzung verteilten Tischvorlage war dieser Ansatz nicht mehr zu lesen. Die Vorlage sei mit ihm „nicht final abgestimmt“ gewesen, erklärte der Landrat. Er finde es „richtig und gut, dort wo wir zuständig sind, auf glyphosathaltige Produkte zu verzichten“. Die Gemeinden und die betroffenen Bürger müssten allerdings selbst entscheiden. Er möchte da nicht dreinreden, betonte Niedergesäß.

Ilke Ackstaller (Grüne) sah hingegen den Landkreis in der Pflicht. Wenn der Kreis schon sage, „für uns kommt das nicht in Frage“, dann bestehe auch die Notwendigkeit für einen Appell. „Letztendlich haben wir aber keinen Einfluss.“

Problematisch ist nach ihrer Ansicht allerdings der private Bereich. Zumindest solle die „aufklärende Arbeit“ fortgesetzt werden.

Für Renate Glaser (SPD) verhält sich der Landkreis „vorbildhaft“, wenn er auf seinen Flächen auf Glyphosat verzichte. „Wir stellen doch auch sonst gute Beispiel heraus.“ Sie fragte, was man denn tun könne, um das Vorbild des Landkreises beim Thema Glyphosat herauszustellen. Reaktion von Landrat Niedergesäß: „Wir nehmen das als Anregung mit, darüber nochmals positiv zu berichten.“ Ein entsprechender Auftrag ging an die Verwaltung.

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