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Die Gemeinde Poing im nördlichen Landkreis ist von allen Kommunen in den vergangenen Jahren am stärksten gewachsen.

Neue Statistik

Poing wächst wie zwölf Gemeinden

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Wer die neuen Kreisdaten genauer anschaut, erkennt in der Statistik auf den ersten Blick, wo die großen Zentren der Bevölkerungsentwicklungliegen. Stark gewachsen ist vor allem Poing.

Landkreis – Das Poinger Wachstum ist in der Vergangenheit schon öfter Gegenstand kritischer öffentlicher Äußerungen gewesen. Und tatsächlich rangiert der Ort mit einem Zuwachs von 2840 Personen in den Jahren 2007 bis 2017 unangefochten an der Spitze aller Gemeinden im Landkreis Ebersberg.

Aber auch Markt Schwaben hat in der genannten Periode um 2140 Einwohner zugenommen. Und dort ist dieses Wachstum weit weniger Gegenstand von öffentlichen Debatten. Die Zahlenreihe endet vorläufig im Jahr 2017, es ist jedoch kaum anzunehmen, dass die Dynamik im vergangenen und auch im laufenden Jahr abnehmen wird.

Vaterstetten an der Spitze

Die größte Kommune im Landkreis Ebersberg ist und bleibt bis auf Weiteres mit über 23 000 Einwohnern die Gemeinde Vaterstetten. Vor diesem Hintergrund ist ein statistischer Aufwuchs um 1629 Personen in zehn Jahren im Vergleich zu Poing (15 652 Einwohner) und Markt Schwaben (13 512) jetzt zwar nicht gerade bescheiden, aber doch prozentual geringer. Trotzdem will die Gemeinde mehr Einfluss nehmen auf das Ortsbild – Stichwort Freiflächengestaltung. Den Stempel einer „Schlafstadt“ hat sich Vaterstetten in der Vergangenheit schon erfolgreich abgewischt, jetzt gilt es für die Gemeinderäte, wenigstens ein bisschen etwas vom Ruf als „Gartenstadt“ zu erhalten.

Zur Einordnung des Poinger Wachstums hilft vielleicht folgende Rechnung: Der Zuwachs um 2840 Personen entspricht dem gesamten Wachstum von zwölf Gemeinden im Landkreis Ebersberg in den vergangenen zehn Jahren. Die Orte Zorneding, Pliening, Hohenlinden, Forstinning, Aßling, Egmating, Oberpframmern, Steinhöring, Moosach, Emmering, Bruck und Frauenneuharting zusammen bringen es nämlich insgesamt nur auf eine Mehrung von 2895 Bürgern in den vergangenen zehn Jahren. Kirchseeon weist in absoluten Zahlen einen Zuwachs von 1151 Personen aus, was im Wachstumsranking der vergangenen zehn Jahre Platz vier im Landkreis Ebersberg bedeutet. Grafing, Ebersberg Anzing und Glonn liegen im Mittelfeld.

Die meiste Bewegung in Kirchseeon

Interessant ist auch ein Blick auf die Zu- und Fortzüge in den Kommunen in den Jahren 2007 bis 2017. Da liegt die Gemeinde Kirchseeon mit über 20 Prozent einsam an der Spitze.

Wer daraus den Schluss ziehen wollte, dass es in Kirchseeon nicht auszuhalten ist, liegt daneben. In dieser Zahl macht sich unter anderem das Berufsförderungswerk bemerkbar.

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 Starkes Wachstum geht aber trotzdem im Landkreis Ebersberg auch mit hoher Fluktuation einher, wie an Markt Schwaben (17,5 Prozent), Poing (16,8 %) und Vaterstetten (15,5 %) abzulesen ist. Damit haben die wachstumsstärksten Kommunen auch den größten Wechsel in der Landkreisstatistik. Allerdings ist auch in den kleinen Gemeinden des Kreises Ebersberg inzwischen eine deutliche Fluktuation festzustellen. unter zehn Prozent ist keine mehr, nicht einmal die Landkommunen Frauenneuharting, Bruck, Aßling oder Emmering. Die beiden Letztgenannten bilden mit 10,2 Prozent im zehnjährigen Schnitt das Schlusslicht. Hier macht sich auch auf dem Land die Flexibilität und Bereitschaft der Arbeitnehmer zum Wohnortwechsel bemerkbar.

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