Sowohl im Profilbild als auch in der Kopfgrafik verwendete die AfD auf Facebook ohne Genehmigung die Wappen der Landkreise Ebersberg und Erding. Am Sonntag wurden sie plötzlich gelöscht.

AfD hat Probleme im Landkreis Ebersberg

Rauswurf folgt Wappen-Ärger

  • schließen

Landkreis - Die rechtspopulistische AfD ist von einem Ebersberger Gastwirt vor die Tür gesetzt worden. Jetzt bekommt sie auch noch Ärger mit Landrat Robert Niedergesäß, weil sie das Landkreis-Wappen ohne Genehmigung für ihren Facebook-Auftritt verwendet hat.

Die „fremdbestimmte Politik der Altparteien“ sollte bei einem Vortrag des ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann am kommenden Freitag, 11. November, in der Kreisstadt beleuchtet werden. „Der deutsche Schuldkomplex und seine Auswirkungen auf die Politik der Altparteien“ ist der Vortrag des Mannes überschrieben, der wegen Antisemitismusvorwürfen 2004 aus der CDU ausgeschlossen wurde. Die Frage ist nur, wo er gehalten wird. Dort, wo er eigentlich stattfinden sollte, jedenfalls nicht. Die Gaststätte hat die AfD ausgeladen. Die Reservierung sei ein bedauerlicher Fehler der Mitarbeiter gewesen, ließ der Wirt mitteilen.

Die AfD kommentiert das auf Facebook so: „Die Superdemokraten haben wieder zugeschlagen! Eben bekamen wir (...) eine fadenscheinige Absage. Es ist sicherlich nur ein Zufall, dass vor kurzem die CSU in den Räumlichkeiten war. Nichtsdestotrotz werden wir einen alternativen Veranstaltungsort finden und Euch selbstverständlich darüber informieren. Der Termin 11. November ab 19 Uhr bleibt! Nähere Einzelheiten demnächst!“

Um nähere Einzelheiten wird es auch in einer anderen Sache gehen. Der AfD-Kreisverband Erding-Ebersberg hat für seinen Facebook-Auftritt die Landkreis-Wappen von Erding und Ebersberg verwendet – und das zumindest im Ebersberger Fall ohne Genehmigung. „Weder wurde eine Verwendung des Landkreiswappens beantragt noch würde sie genehmigt werden! Dieses Verhalten spricht für dass unseriöse Benehmen dieser Partei. Ich habe diese Angelegenheit bereits im Haus mit der Anordnung weitergeleitet, eine solche Nutzung umgehend zu unterbinden und ferner habe ich auch auch meinen Erdinger Kollegen in dieser Sache schriftlich kontaktiert, um hier auch gemeinsam dagegen vorzugehen“, reagierte Landrat Robert Niedergesäß (CSU) am Wochenende gegenüber der Ebersberger Zeitung.

Hintergrund: Landkreiswappen sind besonders geschützte Hoheitszeichen und dürfen grundsätzlich nur von offizieller Seite verwendet werden. Auch eine nachahmende Änderung durch Dritte ist ausgeschlossen, außer wenn die Nutzung explizit genehmigt wurde.

Nach einem Gespräch unserer Redaktion mit dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden Hjalmar Brauner aus Anzing, in dem die Wappen-Frage angesprochen wurde, waren diese am Sonntag plötzlich vom Facebook-Titel verschwunden. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neues Zuhause für Kirchseeoner Perchten
Bisher sind die Perchten in einem schmalen Raum hinter dem Sitzungssaal im Rathaus Kirchseeon untergebracht. Jetzt fiel der Startschuss für Räume im Schulhaus …
Neues Zuhause für Kirchseeoner Perchten
Stolpersteine beseitigt
Wie oft das Wort „Danke“ an diesem Abend fiel, hat wohl niemand gezählt. Ein paar Dutzend Mal wurde es ganz sicher in den Mund genommen. Josef Reither dankte der …
Stolpersteine beseitigt
Nachtschwärmer mit Druckerschwärze an den Händen
Mister Zustellung gibt das Zepter ab: Manfred Rödel geht als Geschäftsführer der Zeitungsvertriebs GmbH Erding (ZVE) – der auch zuständig ist für den Vertrieb des …
Nachtschwärmer mit Druckerschwärze an den Händen
St. Martin Zorneding: Neuer Pfarrer kommt erst im September
Die gute Nachricht ist: Zorneding soll einen katholischen Pfarrer bekommen, der auch länger bleibt. Die schlechte Nachricht: Der neue Seelsorger kommt erst im September.
St. Martin Zorneding: Neuer Pfarrer kommt erst im September

Kommentare